Too strange to live, too rare to die …

18 12 2009


“Da geht er hin, einer von Gottes eigenen Prototypen – ein aufgemotzter Mutant, der nie zur Massenproduktion in Betracht gezogen wurde: zu spleenig zum Leben und zu selten zum Sterben.”

Hunter S. Thompson



Sommer-Flashbacks

12 12 2009

Du denkst an den Sommer. Du denkst an das flirrende Licht, die streunenden Katzen, das fruchtig Eis, das Gefühl der Entdeckung einer dir fremden Stadt.
Natürlich würdest du auch allein wieder hierher zurückkommen können. Aber es wäre nicht mehr dasselbe. nicht mehr dieselbe Magie, dasselbe Flair, das gleiche Gefühl in deinem Bauch, als würde dir die Welt zu Füßen liegen und das Leben dich lieben. Es wäre nur ein billiger Abklatsch. Ein blasses Foto wäre das Resultat eines Revivals. Eine Grube wehmütiger Erinnerungen, aber wahrlich kein Auffrischen der vergangenen Leidenschaft, mit der du damals genossen hast. Die beste Lösung für dein Dilemma ist die Archivierung deiner Gefühle und Sehnsüchte in deine Erinnerungen, um sie bei passenden Anlässen aus dem Schrank hervorzukramen – dann wenn sie schon längst du Legenden aus Jugendzeiten geworden sind. Vielleicht kannst du bald neue Erinnerungen schöpfen, in einer neuen Stadt, in einem neuen Land, mit neuen Erlebnissen, aber mit den selben Freunden. :)



IT-Nazis

13 10 2009

Nachdem ein alter Herr im Vorstand der Bundesbank durch Nazi-Rhetorik sein Ansehen weiter in Richtung Mariannengraben befördert hat, werden anscheinend Degradierungsmaßnahmen gegen ihn unternommen. So schreibt die Zeit:

Sarrazin soll zum IT-Chef degradiert werden und seine Zuständigkeiten für Bargeld und Risiko-Controlling verlieren.

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Die sind wohl der Ansicht, für den Job könnte man jeden Affen auf den Baum setzen. Das heisst also, ich muss nur eine Nazi-Bemerkung bringen und ich werde zum IT-Chef der Bundesbank ernannt – zum Tastatur-Nazi? Hmm, also wenn ich da nicht meine Prinzipien hätte …



Lüge, Gift, Niedertracht

23 08 2009

Black Light Burns – Iodine Sky
Durch den dichten Dunst aus staubiger, schweissgetränkter Luft schwankend, stolpere ich über einen schmierigen von Schleim bedeckten Moloch, dem Ersticken nahe durch eine Menschenmenge, die in ihrem vortoten Stadium in schrecklich verrenkter Bewegung verwest. Der schleimige Boden zieht mich zu sich, als wolle er mich umarmen und zu sich holen …

Wenn man noch jung ist, dann hegt man ernsthaft den Gedanken, alles würde besser, sobald man mal älter sein sollte. Man glaubt, dann verschwinde diese innere Unruhe und Suche nach dem, was man allgemein hin als die Suche nach sich selbst und wahrer Bestimmung und Erfüllung bezeichnet. Über allen Erkenntnissen steht am Ende jedoch die eine, die mir ins Ohr flüstert, dass es keinem um etwas Höheres oder Besseres geht, sondern nur darum selbst glücklich zu sein, und möglichst unbeschadet durch das eigene Leben durchzuschlittern. Träumern und zurückgezogenen Eigenbrödlern kann nachgesagt werden, sie seien der Achterbahn des Lebens nicht gewachsen, doch mittlerweile kann ich sie verstehen – glaube ich bisweilen sogar, selbst einer zu sein. Zwar kann ich mit meiner 20-jährigen Lebenserfahrung nicht behaupten, die Allwissenheit vom Baum der Erkenntnis gepflückt zu haben – es liegt mir fern – doch kann ich wiedergeben und sachlich bewerten, wie die Welt um mich herum in die Scheisse rennt, wie sie es schon seit Urzeiten tut. Immer war ich der Ansicht, hinter dieser Fassade befände sich in Wirklichkeit eine durchdachte Ideologie, voller Anstand und Moral, Gewissenhaftigkeit und Loyalität, Aufrichtigkeit und Rücksicht.
Doch muss ich jeden Tag das Gegenteil beobachten: Beziehungen aus Berechnung, Versprechen für den Machterhalt, Hilfe aus Eigennutz, männlicher Jagdinstinkt, weibliche Intrigation. Bei aller Zivilisation die wir uns aufgebaut haben, sind wir nicht besser als Tiere – Raubtiere. Und wenn ich das so sage, dann meine ich das so – Wort für Wort.

Manchmal wünsche ich mir nur einen riesigen Knall, der die Menschen, die Gesellschaften und Gemeinschaften mit ihrem eigenen Selbstbetrug konfrontiert und sie mit voller Wucht in den See aus Gift und Lügen wirft, mit dem sie ihre Existenz aufrecht erhalten, damit sie darin alle Ertrinken und vielleicht eines Tages in Aufrichtigkeit wieder ans Ufer schwimmen können. Um nicht zu selbstherrlich zu erscheinen, will ich ehrlich sein mit meiner Vermutung, mich würde dieser Knall ebenfalls nicht verschonen.

Und bevor mir jetzt jemand mit mütterlicher Fürsorglichkeit Pessimismus vorwirft, ich sei ein pubertierendes Schaf (”Wenn du so denkst, kann es doch nicht besser werden. Schau mal den schönen blauen Himmel an, es ist doch Sommer.”), dann rate ich demjenigen, in einer ruhigen Stunde genau über meine Worte nachzudenken, denn der Winter hält bald wieder Einzug.

Das Glück ist hastig und in Eile, die Einsamkeit jedoch, die hat Muße und die hat Weile.



Piracy!!

13 06 2009

Alle, die die Piratenpartei als eine Eintagsfliege oder Spasspartei hinstellen, sind töricht. Das dachte man damals auch von den Grünen …



Momente

25 05 2009

Da saß der Bursche nun allein auf dem grünen Hügel, nebst den leuchtenden Narzissen und sprach zum Himmel:
“Hallo Sonne, die du da über mir hinwegziehst und mich schelmisch angrinst. Und ihr Vögel da, die ihr mich mit eurem Geplapper verhöhnt. Gegrüßt seist du, du unbarmherzige Existenz. Zu wessen Belustigung quälst du mich? Stiehlst mir die Zeit mit großen Säcken, erbeutest meine Tage im Nu, peinigst meine Träume mit all deiner Macht. Momente wie Jahre, Jahre wie Momente. Sitzt in meinem Kopf und ziehst an den Fäden, kontrollierst das Gift, dass mich zu Schlafe bringt und mich aus ihm reisst. Machst Sekunden wie Monate ungeschehen und wirfst mich durch Raum und Zeit. Machtest mich zum Idealisten, zum Romantiker, zum Träumer, aber haben die doch alle gemein, entweder bei Schlachten in der ersten Reihe zu sterben, vom Schicksal verhöhnt oder in Gedanken vom Sturm überrascht zu werden.”
So er diese Worte gesprochen hatte, lärmten die Wolken und ergossen ihre Scham über sein Haupt.



Ihr seid ja so trendy!

18 04 2009

Ashton Kutcher und Demi Moore, woah, die sind echt die Coolsten. Er hat den Längsten und sie war mal mit Bruce Willis verheiratet – diese Attribute sind also schon genug, um ihre unglaublich qualifizierten und wichtigen Twitter-Statements bei jeder Möglichkeit dazu zu verwenden, die noch leeren Spalten der Online-Ausgaben jeglicher Nachrichtenmagazine zu füllen. Es interessiert mich einfach nicht, geht weg!
Ok – ich lese zuviel SternShortNews, aber was kann ich dafür wenn die an jeder Ecke im Netz verlinkt sind. Tiefer kann man nicht sinken, wenn man das als Nachrichten bezeichnet. Durch diesen Rotz mit userbestimmtem Content hat sich die Menschheit eine kernwaffenartige Bürde auf die Schultern gebunden, und zwar mit Panzerklebeband. Die bisher erlangte Medienkultur wird von “Medien” wie Twitter nach Golgatha hochgeschleppt. Oder wollen wir es mal lieber so bezeichnen: in den Abgrund gerissen.
Ich selbst habe solangsam verstanden, wie nutzenentfremdet mehrwertlose Blogeinträge als Kommentare zu Nachrichtenseiten sind, es sei denn, der Nachrichtenbeitrag dient einer Sache als Aufhänger, die einem größeren Zweck dient. Einem wichtigen Gedanken über Leben und Tod beispielsweise, oder die Sinnlosigkeit eben solcher Nachrichtenbeiträge auf einschlägigen verdigitalisierten Printmedien.
Andauernd wird von Menschen berichtet, die von Computerspielen abhängig sein sollen. Dann wird plakatiert, wie diese emotional verarmten, potentiellen Mörder in neu gegründete Therapieeinrichtungen gesteckt werden, um sie aus dem “Cyyyyberspace” (muss man so aussprechen, damit es sich abgefahren anhört) zu lösen, und in die wirkliche Welt zurückzuholen. Da stellt sich mir ernsthaft die Frage, warum man für den ganzen Haufen an 30-jährigen Yuppies und Werbeagenturfuzzies, keine extra Anstalt baut. Oder ist das etwa nicht krank, wenn die ununterbrochen mit ihrem iPhone twittern, sich vom RSS feeden lassen, 24/7 per Instant Messenger mit den anderen erkenntnisresistenten, dauerverbundenen Internetmenschen chatten, und sich schlussendlich auch noch von so einem kleinen Gerät in der Hosentasche daran erinnern lassen müssen, Milch einzukaufen? Würgeengel meiner Bandbreite – ihr verstopft das Internet!
Apple, Google, Microsoft, MySpace: Bitte, hier, ich schenke euch meine Nutzerdaten, mein Kaufverhalten, meine Krankenakte, mein Erbgut, meine Privatsphäre, meine Freunde, meine Familie, mein LEBEN … ich habe doch nichts mehr zu verlieren! STEINIGT MICH!
[Vorhang fällt, zack bumm]



GEMA blablablaaaaaa !!!

1 04 2009


Am Dienstag drohte das führende Videoportal im Internet, YouTube, damit, Musikvideos von Plattenfirmen für deutsche Nutzer zu sperren. Auslöser des Säbelrasselns war, dass sich das Videoportal mit der deutschen Verwertungs-Gesellschaft GEMA über die Verlängerung des Tantiemenvertrags nicht einig wird.


Ich möchte ja nicht den coolen typen raushängen, aber ich kann so ziemlich jedes Video, dass mir so grade einfällt, bei YouTube anschauen. Nur Jacko, hat sich bisher hinter einem roten Balken vor mir versteckt.



Reborn

14 03 2009

Man, das war vorhin ein geiles Gefühl. Das erste Mal in diesem Jahr habe ich in meinem Auto wieder da Dachfenster aufgemacht. Milde Luft und Sonne, die sich auf den Dächern der Stad spiegelt. Kein Mantel mehr, sondern das braune Jacket. Ich liebe den Frühling. Bei ihm handelt es sich um die einzige Jahreszeit, die ausschließlich Hoffnung verbreitet. Hoffnung, auf Sonne, auf Freude, auf Erlebnisse, auf Liebe …
Ist das nicht der passende Anlass, dieses Blog nach fast 2 Monaten Leichenstarre wieder auferstehen zu lassen?
Project Lazarus begins.



Triumph

27 01 2009

Wenn die Richter die Verbrecher mit derselben Grausamkeit verdreschen, wie das sonst die Verbrecher mit ihren Mitmenschen tun, dann ist das nicht Pech, der Lauf des Lebens, oder gar Gerechtigkeit, sondern es ist der eigentliche Triumph des Bösen.