Null Null Trost

10 07 2008

Sie haben es wirklich getan. Sie haben das getan, wofür ich sie nicht für fähig gehalten habe. Der deutsche Titel des neuen Bond-Films wurde wirklich Wort für Wort aus dem Englischen übersetzt.
Aus “A Quantum Of Solace” wurde das absolut geschmeidig klingende “Ein Quantum Trost”. Mal davon abgesehen, dass der Großteil der Kinobesucher erstmal im Wörterbuch nachschlagen muss (bzw. in Wikipedia), um die Bedeutung des Wortes “Quantum” zu verstehen, hört sich der Titel auch nicht sehr sexy an. Was der Trailer hingegen bisher zu bieten hat, passt überhaupt nicht zu diesem lahmen Filmtitel.
Trailer bei filmstarts.de
Nach Daniel Craig’s Debüt in “Casino Royale” war das Gemecker ja ganz groß. ‘Der Bond ist viel zu menschlich’ und ‘James Bond verliebt sich nicht’ blubberte es zwischen dem Popcorn
hervor. Ich selbst war mal froh, endlich einen etwas, ich betone ‘etwas’, authentischeren Bond zu sehen, in welchen man sich als Zuschauer besser hineinversetzen kann, als in diesen – Sean Connery’s Performance in allen Ehren – schmierigen Frauenheld ohne Schwächen. Doch auch für eine Geheimagenten scheint es ein Kryptonit zu geben: Mitleid und Liebe.
Ich bin gespannt, ob “A Quantum Of Solace” (meine Hände verweigern es mir des Geschmacks halber, den deutschen Titel zu tippen) an diese neu begonnene Tradition anknüpft.



Also wenn …

15 01 2008

Also wenn Quentin Tarantino eines nicht ist, dann ja wohl Mainstream-Kino.

Daraus schließe ich, dass Mainstream-Kinogänger kein Recht dazu besitzen, seine Filme schlecht zu machen.



Sag ja

20 08 2007

Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern. Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung, sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu Do-it-yourself und dazu, dass Du am Sonntagmorgen nicht mehr weißt, wer du bist. Sag ja dazu auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen, und Dich dabei mit scheiß Junk-Frass vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor Dich hinzuverwesen, Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Ego-Ratten von Kindern, die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur
Zukunft, sag ja zum Leben. Aber warum sollte ich das machen? Ich habe zum ja sagen nein gesagt. Die Gründe? Es gibt keine Gründe. Wer braucht Gründe, wenn man Heroin hat?

Eröffnungsmonolog von Mark Renton (Ewan McGregor) in Trainspotting.

Ein beeindruckender Film getränkt von dunklem Humor – düster, selbstzerstörerisch und durchsetzt von dramatischen Momenten, die den Zuschauer zwischendurch aus seinem hämischen Lachen reissen. Der Film nimmt menschliche Abgründe einfach hin und stört sich nicht an ihnen, aber hinterlässt gerade deshalb einen bleibenden Eindruck.
An manchen Stellen weiss man nicht, ob man Lachen oder Weinen soll, aber es scheint so, als wüssten es die Figuren im Film genauso wenig. Der Film war für mich als einer der zehn besten britischen Filme (brit. Filminstitut) ein Muss und es hat sich gelohnt!



Phantasie

10 11 2006
Das Schöne an Phantasien ist, dass sie keine Verantwortung bringen.

Wie schön ist es auch, dass mein Gelaber hier keine Verantwortung bringt.
Soviel Mist, wie er zu unseren Zeiten im Netz kursiert, den übertrifft nicht mal dieses Blog. *grins*

Übrigens: Erinnert sich der eine oder andere noch an die verbale Hetzjagd auf den neuen Bond-Darsteller Daniel Craig?
Der neue Bond “Casino Royale” kommt am 23. November in die Kinos und es sei wirklich jedem ans Herz gelegt, sich diesen Artikel von ‘Spiegel online’ zu Gemüte zu führen. Wie ich es mir vorgestellt habe. Alle Kritik war heiße Luft. James Bond
ist reformiert worden und der Film wurde zu einer gelungenen Mischung des Charmes der alten Bond-Streifen und einem packenden Thriller.
Ganz anders also als zuvor und wie es aussieht auch um einiges gewachsen.
Ihr wisst, wo ihr mich am 23. finden werdet … :P



Kritisches Stadium

20 05 2006

Momentane Zeit und Motivationsschwierigkeiten lassen Kritik am Leben und dem Rest der Menschheit nicht zu.

Gestern mal den Da Vinci Code angeschaut. Ich weiß nicht was alle Kritiker haben. Kritik wird wohl immer wörtlicher genommen. So schlecht ist der Film doch überhaupt nicht. Mir hat er gefallen. Da können noch soviele Kritiker rumkritisieren. Die sind anscheinend der Meinung, dass alle Zuschauer nebenher Listen und Aufschriebe führen, um im nachhinein den Film wegen 2 Kamerawacklern oder tröpfelnden Dialogen in Grund und Boden zu stampfen.

Die tun so, als hätten die die Fehler mit Absicht gemacht.

Ich mag alle Kritiker – bis auf die Kritiker die nicht meiner Meinung sind.

Es kommt mir vor, als wären diee Ideen in meinem Kopf mit einem dicken fetten Korken
verschlossen.
Ich hoffe ich finde bald den Korkenzieher …

Liedtipp: Blank & Jones – Catch



Einsamkeit

1 03 2006

“Die Einsamkeit ist ein dichter Mantel, und doch friert das Herz darunter.”
Erwin Guido Kolbenheyer
Amor Dei, Ein Spinoza-Roman

Die Einsamkeit kann sich so unglaublich schnell und unbemerkt anschleichen.
Wenn man dann nach viel Trubel und Freude umgeben von Stille in die Ferne blickt, merkt man erst wie allein man da steht.

Soviel Spass und erfülltes Leben schützt trotzallem nicht vor Einsamkeit.
Ich wünschte ich könnte einfach ins Meer springen und am Grund wartet ein hübsche Meerjungfrau auf mich, mit der ich um die ganze Welt schwimmen könnte.
Das wäre wunderbar, solange mich die Meerjungfrau nicht ertränkt. Ich weiß nicht ob ich dazu fähig wäre, sie dauernd mit Wasser zu versorgen, damit sie nicht stirbt.
Und doch bin
ich mir sicher eines Tages meiner Meerjungfrau zu begegnen.
Sei’s drum.

Habe gestern einen super Film gesehen. Das weisse Rauschen. Gefällt vielleicht nicht jedem, aber sicher nachdenklichen Jugendlichen – wie mir.

Liedtipp: Oasis – Champagne Supernova

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Leben und Zeit

4 02 2006

“Wir werden Leben, nur die Zeit stirbt.”
Erich Maria Remarque
in seinem Roman “Im Westen nichts Neues” 1927

Das ist ein Ausspruch der einfach Mut macht. Der Satz ist so kurz, und doch kann ich ihn den ganzen Abend nicht vergessen. Man kann sagen, er berührt bei jedem Lesen aufs Neue.

Wer auf der Suche nach einem Film für einsame Abende ist: Charlie Chaplin’s Modern Times ist dann genau das richtige. Mit seinem Humor und so simplen aber wunderbaren Liebesgeschichten, bringen er und seine Filme selbst fast 90 Jahre nach ihren Premieren, immer noch zum lachen. Mit Chaplins Filme kann man einfach in eine andere Welt abtauchen, weg von unserer heutigen Welt voller Krieg und Leid.

Heutiger Liedtipp: Coldplay -
Amsterdam



Polynomdivision die Zweite

6 01 2006

Soeben habe ich gemerkt, dass mein Verständnis für die Polynomdivision doch noch nicht soweit gereicht hat, um alle diese Aufgaben im Buch zu lösen. Aber das Internet hat perfekte Abhilfe geschaffen.
http://www.arndt-bruenner.de/mathe/scripts/polynomdivision.htm

Ich hoffe, die hilft mir weiter…

Desweiteren möchte ich noch einen interessanten Film empfehlen, den ich des nachts gesehen habe. Le Souffle au coeur (dt. Herzflimmern)
Toller Film! Um was es geht – lest selbst.



Jarhead – Willkommen im Dreck

5 01 2006

Soeben mit Norman im Kino gewesen. Selten so eine geilen Film gesehen.

1991 wurde das United States Marine Corps für die Operation “Desert Storm” in die kuwaitische Wüste geschickt. Dort galt es, die irakische Invasion zu stoppen. Doch es war niemand da, den man bekämpfen konnte. Die massiven Luftangriffe der amerikanischen Air Force hatten die irakische Armee schnell demoralisiert, in die Bunker oder zur direkten Aufgabe getrieben. Für die Marines gab es nichts zu tun. 2003 veröffentlichte Anthony Swofford mit dem autobiografischen Roman “Jarhead” seine Erlebnisse als einer dieser Marines, die während des Ersten Golfkriegs zu Beobachtern degradiert wurden. Der britische Regisseur Sam Mendes, Oscar-geehrt für “American Beauty”, hat diese ungewöhnliche Sicht auf die Ereignisse nun eindrucksvoll verfilmt. Die Story folgt dem Marine-Scharfschützen Tony Swofford (absolut brillant: Jake Gyllenhaal) und seiner durch Sergeant Sykes (Oscar-
Gewinner Jamie Foxx) angeführten Einheit von der Ausbildung bis zum vermeintlichen Fronteinsatz.
Auch ohne epische Schlachtengemälde, wie in berühmten Genre Vorgänger à la “Apocalypse Now”, “Platoon” oder “Full Metal Jacket”, steht die emotionale Wandlung der einfachen Soldaten im Mittelpunkt und ist fast körperlich spürbar. Die Sinnlosigkeit eines Krieges ist schließlich auch ohne Leichenberge darstellbar. In “Jarhead” vollzieht sich die Veränderung schleichend. Die Marines sind gut ausgebildet und kommen kampfesdurstig im Mittleren Osten an. Doch die sengende Wüstenhitze lähmt, die fehlende Feindberührung verunsichert. Routinedienste bestimmen den Alltag im Camp, schwarzer Humor erweist sich als beste Waffe gegen die Langeweile und die Angst vor einem Überraschungsangriff. Es gibt Zweifel an der Mission und an den eigenen Motiven, die die Soldaten bis dorthin gebracht haben.

Obwohl im ganzen Film die Hauptfiguren keinen einzigen Schuss abgeben, ist der Streifen durchweg
spannend und zeigt das wahre Gesicht dieses Krieges. Sterbende Menschen und Leute die aufeinander schiessen, haben mir gar nicht gefehlt. Auch der krasse Humor der “Jarheads” macht beim Zuschauen Laune.
Trailer zum Film
Den Film muss man einfach gesehen haben.