Tränen blutrot

4 12 2006

Traurig Augen blicken hoffnungslos den Himmel an,
träumend einer glücklich Zeit, die ihr so schnell verrann,
denn über ihre Wangen so rund und weich,
rinnen Tränen rot, über ihre Haut so bleich.

Zu dieser Zeit geschieht dies ganz und gar sehr oft,
dass ein einsam Wesen auf die Liebe hofft,
und da Dramen wie im Buche niemals enden,
blutig Tränen die Herzen mit der Trauer tun verschwenden.

Schau in ihre Augen tief, sie weint doch nur für dich,
denn alles was man ihr versprach und noch verspricht,
war und wird gebrochen sein,
so dass der Schmerz ihr jedes mal ins Auge sticht.

Wie ein Engel gefallen, der mit schimmernd roten Tränen in den Augen,
mit Haaren wallend, Flügel schlagend,
am Abgrund seiner Trauer sich besann,
und dann doch nicht fliegen kann.

Denn Tränen rollen
erbarmungslos,
bis in Unendlichkeit ein Ende die Weinenden erlöst.



Kalt

30 11 2006

Ungezählte Seelen dieser Welt so kalt,
irren umher, Finger in Illusionen verkrallt,
wehrlose Hände verfault aber Gedanken noch wach,
zum Loslassen zu spät, zum Halten zu schwach.

Leben im Stillstand, gefroren im Nichts,
leben im Sumpf und leben für nichts?
Wandelnde Tote auf dieser Welt, Gefühle nur Winter und Herbst,
aufgegeben von allen, auf der Suche nach sich selbst.

Doch am Ende des Tunnels ein dünner Strahl warm und hell,
Licht des Lebens ganz schwach, doch das Herz schlägt schnell,
schneller als noch nie, Blut fließt pochend in die Hände,
und letztendlich unser Leiden findet ein Ende.



Grau

14 11 2006
Grau – diese Farbe sehe ich an jedem Ort,
der Regen geht den ganzen Tag nicht fort,
modrige Gefühle kriechen schleichend um uns her,
und machen uns die Herzen unerträglich schwer.

Doch dort hinten, ganz weit weg,
hinter großen Wolken schüchtern und versteckt,
blinzelt fröhlich ein schwacher Sonnenstrahl in mein Gesicht,
um mir zu sagen: Verzage nicht ! …

Könnt ich ihn doch nur mit meinen Händen fangen,
Hoffnung und Glück – mehr würd ich nicht verlangen,
doch ich kann nur so lang die Zeit mit ihm verbringen,
bis die Wolken sich dazu entscheiden, ihn wieder zu verschlingen …



Der Wassertropfen

4 11 2006

Glatt und silbrig stürzt er tief hinab,
kullert einsam von Blatt zu Blatt,
glitzert verspielt die Sonne an,
durch die er seine Schönheit erst gewann.

Sein Leben ist lang und doch so kurz,
jedes Blatt und jeder Sturz zum nächsten Platz,
verändern sein Antlitz in seiner Hatz,
nicht zu versinken, in dem dunklen Grund,
der unten lauert, wie ein schlafender Hund.

Vom Himmel hoch zum Boden tief,
ist der Weg nicht weit,
so spielt das Leben allezeit,
nicht nur dem Tropfen, der diesen Leidensweg durchlief,
sondern auch jedem vom uns einzeln einen Streich,
und holt uns zurück ins Himmelsreich.



Dämmerung

26 09 2006

Am frühen Abend wenn die Dämmerung uns erreicht,
dann fühlen sich Gefühle an, wie Schmerz, der leise in uns schleicht.

Habe Angst, dass mein liebes Glück im Rauche mir versengt,
da die Zeit das ist was jeden von uns verbrennt.

So verfolgen diese Wünsche mich wie Teufel in meinen Träumen wie besessen,
kratzend an meiner Seele, kämpfe bis zum tiefen Schlaf, um im Wahn sie zu vergessen.

Doch wenn ich endlich wache und tauben Herzens in den leeren Himmel blickend,
unverhofft und bevor im Rauche ich wäre fast ersticket,
mein berstend Herz will entleeren dieser bösen Wesen,
sind sie fort, wie Geister, die nie wirklich dagewesen.



Am Ende aller Tage

11 08 2006

Am Ende aller Tage,
in Verdammnis durch den Tod,
werden leidend sterbend,
wir Menschen verstehen unsere Not.

Erkenntnis spät und Panik groß,
Schuldzuweisung blind erbost,
so haben wir letztendlich zerstört in Unverstand,
das Letzte übrig was uns noch verband.

Wie sieht es aus, wenn Hoffung wird zerdrückt,
Glaube brennt und Liebe stirbt,
lechzend der Vater seinen Sohn erwürgt,
die Sense sich im Manne irrt.

Blick zum Horizont, es rollt schon ran,
so weit weg, doch wenn da, was dann?
Geschehen wird es, so wie ich es sage,
am Ende aller Tage.



Die Treppe

7 08 2006

Ich ging die Treppe rauf und sah dort einen Mann, der war nicht da,
er war auch heute nicht mehr dort,
ich wollt, ich wollt er ginge fort …

aus Identität



Fragliche Fragen ohne beantwortende Antworten

16 06 2006

Meine Seele schreib’ ich nieder hier,
doch ich verkauf sie nicht,
sie bleibt bei mir.

Hab’ ich doch so viel zu sagen,
kann so vieles nicht ertragen,
Langeweile, Frust und ahnungslos,
frag ich mich: was ist mit mir los?

Antwort gibt dies hier keine,
es gräbt nur in sich ein,
vielleicht find’ ich noch die Antwort selber,
und fresse Sorgen nicht in mich rein.



Was der Schlaf so mit sich bringt …

27 04 2006

Alptraum

Alles fällt haltlos auf dich ein,
deine Gegenwehr wie ein Tropfen auf heißen Stein,
Verzweiflung macht sich breit,
Deine Schreie vehallen in der Ewigkeit

Du rufst nach Hilfe in deiner Not,
nach einem Engel der dich errettet vor dem Tod,
unerbittlich lässt er dich warten in schrecklicher Angst,
bis das Böse dich zu Asche hat verbrannt

Du scheinst dir selbst schon verloren,
Schreie der Toten in deinen Ohren,
Atmest die letzte Luft, wem konntest du je vertraun
Wach auf aus diesem schrecklichen Traum!



Meine toten Gedanken

17 04 2006

Tote Gedanken

Ist das Leben auch so schön,
voller Glück und Heiterkeit,
ist es doch nur eine Reise durch die Vergangenheit.

Vergangenes ruht vergangen,
in den Büchern der Erinnerung,
krallen uns daran in Gedanken tot verhangen,
verzweifelt trauernd ohne Veränderung.

Wir sind auf einem Trip ins Niemandsland,
doch keiner kennt den wahren Weg,
endlos irren wir durch unser Leben,
du hast dein Schicksal in der Hand.

(I’m not a real Reimemonster …)