Existence

5 03 2008

Und dann denke ich mir … Ab wann ist etwas Realität? Gedanken und Ideen sind nicht real und doch leugnet sie keiner, jedoch sie sind die Essenz aus der das Reale entsteht. Der Einfall, das Bild, das Wort, der Klang, die Idee aus der wir etwas schaffen, etwas formen, schreien, schneiden, schreiben, zeichnen oder zum Leben erwecken – es lässt sich nicht messen, wie ein Strom, eine Kraft oder Temperatur.
Wir können nicht nachweisen, dass wir etwas gedacht haben, außer wir können ein Ergebnis präsentieren, dass wir aus diesen Gedanken geschaffen haben. Aber woher wissen wir, ob das, was wir als Ergebnis, als real vor uns sehen, nicht auch nur ein Gedanke ist, eine Einbildung, eine Idee? Ist es dann nichts?
Jemand, der nicht denkt wie ein Mensch, der wird nie verstehen können, warum wir helfen und entscheiden, lieben und hassen. Er wird auch nicht verstehen, dass wir uns nach einem Gott fragen. Ist Gott dann nichts? Exisitieren diese Dinge
dann überhaupt? Ist das Sein das Nichts? Sind wir dann Nichts? Exisitieren wir dann überhaupt? Oder sind wir nur Figuren in einem Traum eines Schlafenenden, die bei seinem Erwachen einfach verschwinden?
Wie kann man diese Fragen zusammenfassen? Am besten überhaupt nicht. Denn das würde schon wieder Antworten geben und die haben wir nicht. Und die werden wir auch nie haben.



Dein eigener Feind

5 01 2008

Leben ist ein Kampf gegen sich selbst.
Ein Kampf gegen das eigene Verlangen.
Ein Kampf gegen den eigenen Hass.
Ein Kampf gegen die eigenen Vorurteile.
Ein Kampf gegen die eigene Faulheit.
Ein Kampf mit den eigenen Gedanken.
Ein Kampf mit deinem Kopf.
Ein Kampf mit dir selbst.

Eine Feindschaft die den Willen zu überleben aufrecht erhält.

Ach übrigens, ganz anders Thema: Wie oft habe ich nicht kritisiert, dass die Fast-Food-Industrie uns mit den leckeren Werbefotos ihrer Produkte verarscht?



Heute laufe ich mal wieder Amok, …

20 11 2007

… in philosophischer Hinsicht.
Ein oft gebrauchtes Totschlag-Argument in Diskussionen über Religion lautet etwa wie folgt: “Eine Religion die man vor Tausenden von Jahren erfunden hat, die passt doch nicht mehr in unsere Welt. Ich glaube an die Wissenschaft.” An Wissenschaft kann man nicht glauben, sonst würde man sie nämlich Glaubensschaft nennen.
Oh – das fängt ja gut an, aber – nein, hier soll niemand in seinem persönlichen Denken angegriffen werden. Mir geht es nur um das fehlende differenzierte Denken, das die moderne Diskussion über Religion und Atheismus in eine Sackgasse steuert. Manche halten sich einfach nur für Gott, weil sie das Wort “Wissenschaft” aussprechen können.
Eine Frage die sich jeder Nutzer dieses weit verbreitetetn Arguments mal ehrlich beantworten sollte: Ist die Welt denn so anders als früher? Wissen wir im Endeffekt denn soviel mehr? Kommen durch wissenschaftliche Errungenschaften denn weniger Menschen um
als früher? Schafft Wissenschaft Solidarität?
Unter dem Strich nicht. Nichts hat sich in den letzten 2000 Jahren verändert, außer das über die Menschheit und ihr Denken hier und da etwas Lack aus Vernunft und “Menschlichkeit” gesprüht worden ist. Aber Lack rostet und mit Schlüsseln lassen sich darauf unschöne Kratzer, lange, tiefe Kratzer erzeugen. Es ist nur so einfach mit diesem Argument der Wissenschaft die eigene Denkweise zu untermauern, weil es so eine komfortable Aussage hat, über die man nicht groß nachzudenken braucht. “Das haben doch schon die Wissenschaftler für mich getan.” Gibt man damit nicht seine Selbstbestimmung, den Status eines frei denkenden Lebewesens auf, den man mit der Flucht aus dem Glauben an einen höheren Sinn eigentlich erreichen wollte?
Aber es kann noch weiter gehen: Ich hasse es, wenn Hassprediger mit Menschen, die ihren Mitmenschen mit Glauben Hoffnung machen wollen, in einen Topf geworfen werden und Religion als ein großes böses Etwas verurteilt wird.
Somit machen sich diese “Kiritker” nämlich selbst zu Hasspredigern und verraten somit das Ideal, dass sie mit ihrer Religionskritik verteidigen wollen.
Es gibt viele Wege die auf Abgründe zusteuern, doch es gibt auch Wege, die auf den Gipfel führen. Das sollen sich mal alle Miesmacher gesagt sein lassen.



Ist doch auch egal

26 08 2007

Der nächtliche Heimweg war deprimierend. M. war derselben Ansicht. Während wir in den frühen Morgenstunden, als das schwarz der Nacht noch immer den Himmel bedeckte, unseren Weg nach Hause gingen, da erschien mir alles so klar und so unbarmherzig. Jedes Thema das wir anschnitten, mündete in der Erkenntnis, dass man jede offene Frage am Ende mit einem tiefen Seufzen beantworten kann. Mit Achselzucken und Resignation. Wir schaffen unser Leben nicht allein. Das hat noch nie jemand geschafft. Nicht einmal Jesus. Es ist wohl auch nicht der Sinn der Sache, sich allein durch’s Leben zu schlagen und das Herz mit Mörtel und Beton dicht zu kleistern, damit nichts hineingelangt. “Verschobene Inbetriebnahme des Herzens aufgrund akkuter Angst um die lebenserhaltenden Funktionen.” Ist das denn Leben?
Eine weitere Erkenntnis ist umso erschreckender. Sind wir nicht nach allem süchtig. Nehmen wir Drogen um uns abzulenken, stürzen wir in Abhängigkeit.
Entkommen wir dieser Sucht, stürzen wir uns in eine andere. Entweder nach Anerkennung und Erfolg, oder nach Liebe und Zuwendung. Eines dieser Attribute ist es immer und wird es immer sein. Das Leben ist eine einzige Sucht, ein Teufelskreis, dem wir nicht entkommen können. Ohne Süchte könnten wir nicht leben.
Autos waren nicht viele unterwegs. Diejenigen, die trotzdem herumfuhren, hinterließen bei mir die Frage, weshalb diese Autos Sonntagmorgens um kurz vor 4 Uhr durch die Gegend rollen. Da die Scheiben von der Kälte beschlagen sind, kann man die Menschen, die diese Kästen durch die Welt lenken, nicht erkennen. Es sind Phantome die Ihre Wagen durch die Straßen manövrieren. Wer sitzt da drin und wo fährt er hin? Wo kommt er überhaupt her? Kommt er überhaupt woher? Ist doch eigentlich auch egal. Es sind Autos mit irgendwelchen Menschen drinnen, die von irgendwo herkommen und irgendwo hinfahren. Ist es denn von Bedeutung? Wahrscheinlich wissen die Fahrer nicht mal selbst wo sie hinfahren,
eingesperrt in Glas und Metall. Aber ist es bei uns beiden Fußgängern denn anders? Wo gehen wir denn schon hin? Wer weiß das schon. Ein tiefes Seufzen.
Vorbei am Bahndamm. Einfach absurd wie es da aussieht, wenn man es genau auf sich wirken lässt, was da so alles aus dem Boden ragt, was wir in die Welt gestellt haben, zur Orientierung, Markierung oder einfach für Gar nichts. Straßenlampen, Straßenschilder, Warnleuchten, Markierungsschilder, Ortsschilder, Geländer und Werbeschilder. An dieser Stelle sieht es einfach erschreckend aus. Ein Wald aus Orientierung und Wegweisern, doch wie heißt es so schön: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Man sieht überhaupt nichts, verdammt nochmal einfach gar nichts! Die Blicke werden von der Dunkeheit verschluckt.
In der Nähe kracht und kleppert es. Die Geräusche scheppern durch die Dunkelheit. Ich habe keine Ahnung was es ist und es ist doch eigentlich auch völlig egal. Mich erfasst das Gefühl, als wären die Diskussionen und Gedanken schon
alle einmal dagewesen. Es dreht sich immer um dasselbe. Alles mündet in allem, alles hängt zusammen. Von einem Punkt kommt man immer zu einem bestimmten anderen, wenn man diese Verbindung denn will. Wir finden aber für unser aktuelles Problem keine Lösung und sind beide ratlos.
Und das ist eben nicht egal.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

The Pixies – Where Is My Mind?



Freiheit und andere missverständliche Freuden

13 08 2007

Vielleicht gibt es keine Freiheit, sondern nur Freiheiten. Und davon nehmen wir uns soviel wie wir kriegen können.
Wolfgang Kohlhaase

Dass das Geniessen von Privilegien durch Freiheit immer auch Pflichten mit sich bringt, ist eine alte Erkenntnis. Manchmal macht man es sich aber zu einfach, wenn man die Freiheit, den Aufkleber des persönlichen Schlüssels zu den Wolken, alleinig einer bestimmten Sache aufdrückt.
Freiheit ist Doping, Freiheit ist Opium. Freiheit ist eine Versprechung, die man nicht so anderen versprechen kann, wie man sie sich selbst vorstellt.
Letztendlich können wir gar nichts. Das was wir können, wird uns zugestanden. Wir haben nicht die Freiheit unter Freiheiten zu wählen, wir müssen die Freiheiten annehmen, die uns gegeben sind. Wir sind unser eigener Gefangener der Vorstellung, wir wären unser eigener Gott. Alles andere ist Einbildung.

Ich warte noch immer darauf,
dass mir jemand erzählt, der Glaube sei nur ein Stein am Fuß, und ohne ihn könne man sich viel freier fühlen, weil man sich keinen Zwängen und Regeln unterordnen muss, welche die eigenen Gedanken einschränken.
Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich bin zu einem Schluss gekommen, der mich selbst zufrieden macht.
Ohne meinen Glauben würde ich nicht frei durch die Sphären der Erkenntnis und des freien Denkens schweben, nein – ich würde gefangen sein in einem kleinen schwarzen Käfig in einem Raum von Nichts, der alle Chancen auf Antworten und Schutz, jeden Funken Hoffnung in seiner undurchdringlichen Dunkelheit verschluckt. Still würde es sein in meinem Kopf, weil sich alle Gedanken und Ideen in ein paar Bücher und Zettel fassen lassen könnten, an die ich mich klammern könnte.
Ich hasse Käfige.



Wintermärchen

14 05 2007

Ich sollte Wintermärchen im Winter lesen, nicht im Sommer, bei Sonne und auch nicht bei Regen. Verzeih Heinrich, aber die Poesie reizt mich eben schon jetzt. Auch wenn die moderne Welt mir dies gratis und legal auf dem digitalen Silbertablett offeriert, so mag ich zu Bedenken zu geben, dass die wahre Magie aus der Lyrik nur aus dem Papier überspingen mag, zumindest wenn man von solchen Klassikern spricht.
So wunderbar, das jeder in diese Fußstapfen treten kann, Gefühle und Gedanken kompensieren kann in Wort und Text. Papier kann schweigen und kann es weitertragen. So muss es doch das sinnvollste sein, dass Gedanken geteilt werden und nicht hinter staubigen Buchdeckeln in alten missachteten Bücherregalen vermodern.
Text und Bild halten mich mit enormen Sog vom Arbeiten ab. Doppelt so lange in Erinnerungen an vergangene Zeiten geschwelgt, als die
Ereignisse eigentlich ursprünglich an Zeit eingenommen haben. Jetzt kann man darüber schmunzeln und sich der nötigen Distanz freuen, die man aufgebaut hat.
Neues Schreiben wird deshalb zur Sucht.
Besser das als THC, Alkohol, Schmerzen oder Playstation.



Ballons, Ballons

12 04 2007

Ein riesiger Raum voller bunter Ballons der sich Leben nennt. Man kämpft sich durch den Berg aus zähem Gummi und wenig Luft zum Atmen, bewaffnet mit einer Nähnadel. Jeder Ballon, den man zum Platzen bringt, enthält wieder Ballons, mal mehr mal weniger, mal unüberschaubar viele, die einen fast drohen zu erdrücken und manchmal sind auch gar keine drinnen. Wenn man sie lange genug betrachtet, dann werden aus den erst ganz kleinen Kugeln übergroße Heißluftballons.
Aber wehe, man verliert die Nadel. Die Gedanken und Theorien, die als Ballons durch die Welt schwirren, werden zu unüberwindbaren Hindernissen.
Wir sind auf der Suche nach der Tür, die aus diesem Raum hinausführt, nach einem neuen Raum, aber wer weiß was wohl dort auf uns wartet … Vielleicht die verdammte Ballonfabrik?
Besser wir wissen es nie, denke ich mir manchmal und wir machen uns ganz klein und wandern auf den Gummiporen eines einzelnen Ballons herum.
Nur das
Knallen der Ballons mag ich nicht.
Es ist so laut.



Gedankenfetzen IX

3 04 2007

Die Jugend verglüht in einem brennenden Kometenschweif zwischen den bauschigen Wolken am Äther, RTL und MTV.

Wie sagt es Remarque nicht so schön: Es sind die Uniformen. Nimm ihnen die Kostüme weg, und keiner würde mehr Soldat werden wollen.
Der schwarze Obelisk, S. 178

Wo unser Wissen aufhört, beginnt der Glaube. Wer nie das Wagnis des Glaubens eingeht, ist dazu verdammt, beständig innerhalb der engen Grenzen des sicher geglaubten Wissen zu verharren.
Die Geister, die ich rief, S. 24

Das Leben kommt einem eigentlich erst so richtig sinnlos vor, wenn man lange genug über die Sinnlosigkeit gegrübelt hat, über welche man eigentlich nur nachdenkt, weil man sich vormacht, über eine nicht vorhandene Sinnlosigkeit zu nachzudenken.

Hugh, Häuptling Schnapsdrossel hat gesprochen.



Gibt es ein Leben nach der Geburt?

17 03 2007

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter:
“Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.
“Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird”, antwortet der andere Zwilling.
“Ich glaube, das ist Blödsinn!” sagt der Erste. “Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?”
“So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”
“So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.”
“Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.”
“Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.”
“Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.”
“Mutter?? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”
“Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”
“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.”
“Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt … ”

Nach Henry Nouwen



Verblassen und Erscheinen

20 02 2007

Dinge können so schnell an Bedeutung verlieren. Ausnahmslos alles. Nur das nackte Leben bleibt am Ende übrig. Unser Herz und unser Kopf sind solch eine beeinflussbare Knetmasse, dass man aus einem runden Ring einen harten Block formen kann, in allen Facetten, von weiß bis schwarz, vom Lachen bis zum Weinen – von tot bis lebendig.
Wir versuchen unsere Erfahrungen und Erinnerungen festzuhalten, um sie für magere Zeiten aufzubewahren. Musik für gute Laune, Bilder für Inspiration, Liebe gegen die Trauer. Soviel verschimmelt in uns da drinnen, und wo gestern noch Barrikaden waren, auf denen wir mir erhobener Hand zum Kampf geblasen haben, da sind heute nicht mal mehr Abdrücke auf dem Grund zu finden.
Am Ende erwischt es sogar uns selbst und wir freien Geschöpfe, Herr ihrer selbst, werden sterben und werden nicht mehr die Macht darüber haben, was mit uns geschieht. Ich hoffe es kommen bessere Zeiten, für alles und jeden.
Wie ein Streichholz:
Es brennt langsam ab und für den schwarzen Stummel interessiert man sich nicht mehr.
Es ist alles eine Frage der Zeit.
Und die hält niemals an.