Wintermärchen

14 05 2007

Ich sollte Wintermärchen im Winter lesen, nicht im Sommer, bei Sonne und auch nicht bei Regen. Verzeih Heinrich, aber die Poesie reizt mich eben schon jetzt. Auch wenn die moderne Welt mir dies gratis und legal auf dem digitalen Silbertablett offeriert, so mag ich zu Bedenken zu geben, dass die wahre Magie aus der Lyrik nur aus dem Papier überspingen mag, zumindest wenn man von solchen Klassikern spricht.
So wunderbar, das jeder in diese Fußstapfen treten kann, Gefühle und Gedanken kompensieren kann in Wort und Text. Papier kann schweigen und kann es weitertragen. So muss es doch das sinnvollste sein, dass Gedanken geteilt werden und nicht hinter staubigen Buchdeckeln in alten missachteten Bücherregalen vermodern.
Text und Bild halten mich mit enormen Sog vom Arbeiten ab. Doppelt so lange in Erinnerungen an vergangene Zeiten geschwelgt, als die
Ereignisse eigentlich ursprünglich an Zeit eingenommen haben. Jetzt kann man darüber schmunzeln und sich der nötigen Distanz freuen, die man aufgebaut hat.
Neues Schreiben wird deshalb zur Sucht.
Besser das als THC, Alkohol, Schmerzen oder Playstation.



Gedankenfetzen IX

3 04 2007

Die Jugend verglüht in einem brennenden Kometenschweif zwischen den bauschigen Wolken am Äther, RTL und MTV.

Wie sagt es Remarque nicht so schön: Es sind die Uniformen. Nimm ihnen die Kostüme weg, und keiner würde mehr Soldat werden wollen.
Der schwarze Obelisk, S. 178

Wo unser Wissen aufhört, beginnt der Glaube. Wer nie das Wagnis des Glaubens eingeht, ist dazu verdammt, beständig innerhalb der engen Grenzen des sicher geglaubten Wissen zu verharren.
Die Geister, die ich rief, S. 24

Das Leben kommt einem eigentlich erst so richtig sinnlos vor, wenn man lange genug über die Sinnlosigkeit gegrübelt hat, über welche man eigentlich nur nachdenkt, weil man sich vormacht, über eine nicht vorhandene Sinnlosigkeit zu nachzudenken.

Hugh, Häuptling Schnapsdrossel hat gesprochen.



Deine Bodenständigkeit – Niemand

7 02 2007

Deine Bodenständigkeit – Niemand >>

Da kann man bei Gelegenheit gleich auf dieses Projekt hinweisen. “Deine Bodenständigkeit” ist ein literarisches Weblog-Projekt, bei dem jeder, der sich an die Regeln hält, mitschreiben kann. Entstanden ist es aus der “Neuen Bodenständigkeit“. Literatur ohne Grenzen und Schranken, purer Text, pures Glück. Wie schön das Internet doch sein kann! :)



Komisches Buch

14 05 2006

Das Sakrileg von Dan Brown, kann einen ganz schön zum Nachdenken bringen.
Auch wenn die in seinem Buch vertreten Theorie sehr zusammengestückelt ist und so von keinem Wissenschaftler bestätigt, wird aufgezeigt, was für eine Macht einzelne Menschen auf das Christentum ausgeübt haben.
Es wird nicht nur an der Richtigkeit seines Buches gezweifelt – ich fand es auch etwas oberflächlich und eintönig, obwohl schon einige interessante Stellen gab, bei denen richtig Spannung aufkam.
Ich kann nicht verstehen wie ein Buch, dass ich eher im normalen bis guten Durchschnitt ansiedeln würde, so ein
Bestseller werden kann.
Mal sehen, wie die Verfilmung wird.

Liedtipp: Chevelle – Don’t Fake This



Na dann, Prost!

21 04 2006

“Ich habe auf die Gesundheit so vieler Menschen getrunken, dass meine eigene nun ruiniert ist.”
W.C. Fields
Kurz vor seinem Tod

Komischer Kauz. Achten wir mal darauf, dass uns das nicht auch so geschieht! ;)

Ich habe derweil noch ein guter Buch zu empfehlen, welches ich zu Ostern geschenkt bekommen habe.
Der Schwarm von Frank Schätzing.
Seit langem habe ich kein so gutes Buch mehr in den Händen gehabt. Der aktuellste Harry Potter verschimmelt momentan im Bücherregal. Die Geschichte fesselt einfach nicht mehr
so, wie sie es anfangs getan hat.

Die ersten Bände waren toll. Dann las irgendwann jeder die Bücher und es verlor für mich den Reiz. Die Story war enfach viel zu breit getreten. Verfilmt und verwurstet. Nun ja, vielleicht wird das Buch doch nochmal gelesen.
Wenn ich es fertig habe, gebe ich meinen Senf dazu. :)

Liedtipp: Placebo feat. Alison Mosshart – Meds



Unterschätzt: Goethe

27 03 2006

Eigentlich ist “Die Leiden des jungen Werther” von J. W. v. Goethe ein unter Schülern ziemlich verhasster Roman, was unter anderem auch an den extrem langen verworrenen Sätzen und am blumigen Schreibstil liegt.
Als ich vor einem Jahr mal aus reinem Interesse reingelesen habe, habe ich schon die ersten 2 Seiten nicht verstanden. Mit etwas Vorwissen aus dem Deutschunterricht, und dem Willen, aus diesem Buch eine Essenz zu ziehen, geht es allerdings wunderbar.

Das prima Wetter heute macht mich mehr als gut gelaunt, wenn auch diese gute Laune etwas durch eigen verschuldete Müdigkeit getrübt wird. Eins ist sicher, der Sommer der fiese Fettsack haut jetzt nicht mehr ab! Ansonsten zwinge ich ihn mit blutigen Opferritualen (Barbecue & Bier) zur Rückkehr!

Wie sich der nacherige
Sportunterricht im Freien auf meine Laune auswirken wird, ist noch zu überlegen.
Man sollte nicht gleich alles in den Boden reden.

Ich spiele mit dem Gedanken, mir ein kleines Grundstück zu kaufen. 200 MB dürften reichen, und natürlich noch eine Adresse dazu. Es sollte gut gelegen sein, am besten mit einem großen Kornfeld vor der Zufahrt und 24/7 Sonne. Zum Glück kann man das online selbst bestimmen. :D

Liedtipp: Dire Straits – Money For Nothing
(mit dem fettesten abgefahrensten Gitarrensolo am Anfang des Lieds! :) )

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Der Fremde

15 02 2006

“So ist der Mensch, Verehrtester, er hat zwei Gesichter: er kann nicht lieben, ohne sich selbst zu lieben.”
Albert Camus, Der Fall

An jeder Ecke bin auf diesen Albert Camus gestoßen. Mein Deutschlehrer empfiehlt ihn, die Soldaten im Film “Jarhead” lesen ihn, und Literaturkritiker schwärmen von seinen Büchern.

Camus’ Schreibstil gefällt mir. Der Alltag des introvertierten Büroarbeiter Mersault wird sehr anschaulich beschrieben, und seine Gefühle und Situationen sind sehr gut mit den eigenen vergleichbar.

Hinter die Botschaft des Buches bin ich allerdings noch nicht
wirklich hintergestiegen.
Wer an dem Buch interessiert ist, findet hier mehr Infos.

Mein Liedtipp:
Michael Suby – Kayleigh’s Funeral (“The Butterfly Effect” – Themesong)