Da haben wir es! Viva Mpemba!

18 06 2008

Im Freundeskreis hat man mich immer müde wie einen Idioten ausgelacht für diese Aussage, aber gerade eben kam’s bei einer gewissen Wissensshow auf einem gewissen Privatsender: Heißes Wasser gefriert schneller als kaltes Wasser!
Was musste ich mir nicht alles anhören. Natürlich hört sich das auch paradox an, aber deshalb nennt man das auch ein paradoxes Phänomen. Wer es mir noch immer nicht glaubt und sich selbst für den größtes Besserwisser hält: Hier und hier wird der Mpemba-Effekt erklärt.

Die Antwort heißt Verdunstung: Bis zu ein Viertel des heißen Wassers kann im Laufe des Prozesses verlorengehen – und das beschleunigt das
Gefrieren gleich auf zweifache Weise. Einmal bleibt einfach weniger Wasser übrig, das gefrieren muß. Zum zweiten verdunsten gerade die Moleküle mit der höchsten Energie, so daß die Durchschnittsenergie und damit die Temperatur des Wassers sinkt (diesen Kühleffekt nutzen wir aus, wenn wir schwitzen).

Quelle: ZEIT.de

Eine andere Erklärung von 3sat.online:

Es braucht Kristallisationskeime, an denen die Eisbildung einsetzt. So erklärt sich auch, dass Flüssigkeiten spontan durchfrieren können oder dass die Eisbildung in der Regel vom Rand her einsetzt. Kaltes Wasser, so vermutet Dr. David Auerbach, könnte mehr Luftblasen an den Gefäßwänden haben, die die möglichen Kristallisationskeime besetzen, kleine Unebenheiten an der Gefäßwand. Experimentell hat er zeigen können, dass heißes Wasser am besten zwischen null und minus zwei, kaltes zwischen minus vier und
minus sechs Grad gefriert.

So sieht’s aus!



Urlaubserkenntnisse

24 05 2008

Das Einzige was Menschen untereinander verbindet, das sind weder Namen und Nationen, noch Symbole oder Religionen, sondern es ist die Barmherzigkeit, dem anderen zu geben.

Zu dieser bitteren Erkenntnis kommt man gezwungenermaßen, wenn man eine Woche in einem sich im Aufbau befindenden Party-Mekka an der Schwarzmeerküste zwischen ‘Steak house’, ‘cheap pizza’, ‘barbeque’ und ‘here happy hour now!’-Schildern die Sterne am Himmel vor lauter Leuchtreklame nicht mehr erkennen kann. Der Strand war nachts so gut wie Sperrzone und sich auf die Strandliegen zu legen war der größte anzunehmende Sündenfall, denn schließlich muss man für diese tagsüber 7 Leva pro Stück berappen. Die Schuhe, Kleider und Uhren an den selbst zusammengezimmerten Ständchen waren auf Nachfrage natürlich “original” und der Wodka an der All-Inklusive-Bar im ‘young and fun’-Hotel natürlich nicht gestreckt.
Dem absurdesten
Gefühl jedoch, dem unterlag nicht nur ich allein, als es eines Mittags zum Paintball-Match außerhalb des Hotels ging. “Gotcha” oder wie man es sonst nennen mag – dieses Spiel eben, wo man sich mit Farbkugeln abknallt. Nachdem uns ein klappriger Bus über eine Landstraße vorbei an einer verfallenen Fabrik zur Location gekarrt hatte, deren Beschaffenheit so schlecht war, dass man nicht schneller wie 40 fahren konnte, staunten wir nicht schlecht, als der Veranstalter uns hinter einem heruntergekommenen Dorf auslud um uns seine selbstgebaute Spielfläche zu präsentierten: Eine am Hang liegende Wiese, bestückt mit selbst gebauten Deckungen aus Sperrholz, Autoreifen und Steinen. Schutzanzug – Fehlanzeige. Nur ein dünnes Ganzkörperkondom zum Schutz vor Farbe und alte Skimasken mussten reichen.
Was mich aber so nachdenklich gestimmt hatte, war nicht die Tatsache, dass die Anzüge wahrscheinlich noch nie gewaschen worden waren, was ihr Schweissgeruch zu verraten schien, sondern es waren die Kinder des
Dorfes die auf einem Dreckhügel nebenan warteten um während den Feuerpausen die nicht zerplatzten Farbkugeln aufzusammeln. Da bekamen einige von uns dieses Scheissgefühl. Und damit meine ich diese Ahnung, was man mit seinem hier erlebten Spaß eigentlich unterstützt und wen man in den Augen der Einheimischen darstellt.
Wir reiche Ur-Europäer reisen in ein von der Sowjetunion ausgebeutetes Land, wo die meisten Menschen nicht einmal ihre Häuser anstreichen können, mit Autos aus den 60ern herumgurken und von dem guten Willen der westlichen Urlauber abhängig sind. Und was machen wir? Wir spielen Krieg. Darf man da ein schlechtes Gewissen haben?
Um dem ganzen einen versöhnlichen Abschluss zu geben: A. wurde dermaßen zusammengeschossen, dass er seine morgendlich getankten Getränke hinter einem Haufen Reifen wieder verlor, B. beschoss andauernd seine eigenen Teamkameraden und lachte dabei teuflisch und Y. schoss N. fast ein Auge aus, der mir widerrum einige blaue Flecken auf dem Rücken beschert
hatte.
Einige farbige Zeugnisse dieser Gaudi folgen in den nächsten Tagen.



Kalender

28 01 2008

Mir sind gerade eben fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich beim Durchschauen meines Kalenders entdeckt habe, dass bei den Geburtstagen fast aller meiner Eintragungen nur noch Zahlen mit Zweien am Anfang stehen. Zwanzig, Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig.
Nicht, dass ich das nicht gewusst hätte, aber noch vor so kurzer Zeit standen da Zahlen wie 16, 17 und 18.
Wo ist die ganze Zeit hin?



Von Unfreiheit, Gott und Mobiltelefonen

9 11 2007

Die Medien nennen sie “Apple-Jünger” und für den Kauf eines neuen Mobiltelefons pilgern mitten in der Nacht bei Kälte und Regen Menschen in die Elektronik-Läden und beten dafür, auch ein Exemplar ergattern zu können. Jünger, pilgern, beten. Fällt da was auf?
Handys werden zur Religion, Geld zum Sakrament und der Materialismus zu Gott. Menschen trampeln sich bei MediaMarkt-Eröffnungen tot und erkaufen für Geld, mit dem sie locker eine Monatsmiete für die Wohnung zahlen könnten, ein Handy. Wow.
Wer hätte sich das gedacht?
Die Beschreibung des Verkaufsstarts als ein Gottesdienst, klingt plausibler wie jeder andere Vergleich. Menschen glauben an Technik, an Fortschritt, an Glück durch beschissene Mobiltelefone und um sie herum zerfällt durch diese Ignoranz alles in Gleichgültigkeit. Selbst wenn jemand keinen Glauben hat, so sollte sogar dieser
sich dessen bewusst werden, dass dieser Wahnsinn nicht der Sinn unserer Existenz sein kann.
Wieso findet das keiner kindisch und unfrei? Was höre ich nicht jedesmal bei diesen Diskussionen? “Ein Gott? Pah! Ich bin selbstbestimmt, denn ich glaube an Fortschritt und Technik!” Dabei merkt keiner, wie man sich schleichend an Sachen kettet, die einen wirklich gefangen nehmen. Wenn andere mit Megapixel-Kameras und Touchscreen-Funktion argumentieren dürfen, dann darf ich das mit der Bibel.

Und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.
1. Samuel 12, 21

Und kommt mir bitte keiner damit, dass ein Handy nicht zum Götzen wird, wenn man 500 Kilometer durch das Land reist, stundenlang im Regen steht und dann einem Mobilfunk-Riesen 50 € pro Monat in den Rachen wirft, nur um die Gelüste nach Aktualität im Trend und Lifestyle zu befriedigen.
Braucht man einen Teppich, wenn man zu Steve Jobs
beten will?



Joggen ist absurd

12 09 2007

Was für Menschen sind wir nur, die sich tagsüber in Blechbüchsen quetschen, die durch verstunkene Betonschluchten auf Asphalt dahinrollen, um dann abends wie wildgeworden durch den Wald zu rennen.



Live fast, die young

5 09 2007

rockstars.jpg



Harry Potter und die chinesische Porzellanpuppe

11 08 2007

Kurios und erschreckend zugleich – so schrieb vor 2 Tagen die Zeit:

Die Chinesen, Zauberlehrlinge der Globalisierung, sind in der Lage, jedes Bedürfnis sofort zu stillen, auch den zügellosen Bedarf an Harry Potter. Sie haben einige Bände gleich selbst verfasst, auf Chinesisch – mit Anleihen bei der klassischen heimischen Literatur und bei Kung-Fu-Epen.

Ein paar Beispiele:

Harry Potter und die Kristallvase
Harry Potter und der Wanderdrachen
Harry Potter und das chinesische Reich
Reicher Vater, armer Vater und Harry Potter
Harry Potter und der Leopard, der auf den Drachen zugeht
Harry Potter und die jungen Helden
Harry Potter und der große Trichter
Harry Potter und die goldene Rüstung
Harry Potter und die chinesische Porzellanpuppe

Ich habe mir erlaubt
selbst auch noch ein paar Buchtitel zu erfinden, um die chinesische Volkswirtschaft zu unterstützen.

Harry Potter und das dämonische Urheberrecht
Harry Potter und die Kammer die Pressefreiheit des Schreckens
Harry Potter und der Orden des Phönix des Himmlischen Friedens
Harry Potter und der Gefangene von Askaban ohne Menschenrechte

Leider kann man sich Sympathie im Rest der Welt nicht als Plagiat herfälschen.
Pech für die Chinesen.



Früher Heute

17 05 2007

Früher
“Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Allianzen.”
Charles de Gaulles

Heute
“Ich möchte der deutschen Regierung und dem deutschen Volk sagen, dass für Frankreich die deutsch-französische Freundschaft heilig ist und dass nichts diese Freundschaft in Frage stellen kann.”
Nicholas Sarkozy



So, Herr Brandner, fahren sie mal bitte rechts ran

8 05 2007

Gedankenprotokoll:
Was? Oh Gott, bitte nicht!
Der mit dem Lappen in der Aktentasche:
“Sie sind mir eindeutig zu langsam gefahren, da fährt ja meine 80 jährige Oma schneller.”
Ahh, bitte nicht, das kann nicht sein.
“Ich habe normalerweise eine Engelsgeduld, aber sie haben es eindeutig überzogen!”
Bibber, bibber … Scheisse!
“Sie denken sie sind damit auf der sicheren Seite …”
Zustimmendes, unterwürfiges Nicken.
” … sind sie aber NICHT! Der Opel hinter uns wollte schon zum gefährlichen Überholen ansetzen!”
Kacke. Das kann jetzt aber nicht sein. Eine Welt bricht in sich zusammen.
“Nun, sie haben jetzt zwar bestanden, aber ich muss ihnen das eindrücklich klar machen, dass …”
Was? Habe ich da sowas wie ‘bestanden’ gehört? What ?!?
“Willkommen im Club!”
What the f*ck? Will der mich verarschen?
Nein, der schaut recht ernst, ich glaub er meint es auch ernst! Auch nur ein Mensch. :)
“Hier, den kriegen sie – halt – ich werde sie beobachten. 08.05.2009. Ich will sie davor nicht nochmal sehen müssen!”
Darauf kann er Gift nehmen. Und was für ein Kompliment – aber Moment: Halte ich da das Ding jetzt wirklich in der Hand? Kann’s kaum fassen.

Ich fang’ fast an zu heulen und bin überglücklich meine 2. Chance genutzt zu haben.
Glaube, meinen Fahrlehrer macht mein fröhliches und noch etwas verstörtes Lächeln ein bisschen glücklich.
Händeschütteln, ein letztes Lächeln, Verabschieden. Heimweg.

Ich nehme nicht die Bahn, weil ich die in Zukunft nicht mehr brauchen werde. Ich laufe zu Fuß, und als ich aus dem Ort herauskomme, blicke ich auf eine wunderschöne hügelige Wiesenlandschaft inmitten von Wäldern und Feldern. Schon immer da, aber durch meine Freudensprünge in meinen Augen einfach noch brillianter in seiner Farbenprächtigkeit und Geruchsintensität.
nDie Siegeszigarillo ist schon geraucht.



Plagiatiesen

29 01 2007

Ein deutscher Blogger hat über chinesische Plagiate berichtet: Nun wird er vor ein chinesisches Gericht geladen, um sich dort zu entschuldigen.
So sieht es also aus. So weit ist es schon gekommen. Man darf nicht mal mehr die Chinesen dafür beleidigen, dass sie uns die Sachen nachbauen?
Wisst ihr was? Ich kann euch auch nicht leiden und eure scheiss Plagiate hängen mir zum Hals raus. Jawohl, eure Marke, die man nicht beleidigen darf, ist scheisse! Ich habt diesen miesen Bus nachgebaut! Hoffentlich lesen das viele! Ihr seid böse Fälscher und die ganze Welt kann euch nicht leiden! Hoffentlich verletzt ihr euch mal an gefälschten Küchengeräten oder Motorsägen, dann wisst ihr, was für einen Mist ihr produziert, nur um an Geld zu kommen.
Ich bezichtige hiermit öffentlich und offiziell die
chinesische Firma Zonda der Fälschung und finde sie ganz offiziell zum Kotzen und rufe hiermit möglichst viele Leute, auf das selbe zu tun!

Das ist Meinungsfreiheit, man ist das geil, ich werde schon richtig high davon. Riechen wir gemeinsam an dem Duft der Freiheit.
Wenn ich von euch so einen beknackten Brief bekommen hätte, ich hätte ihn euch zurück geschickt, aber nicht ohne davor ein paar verschimmelte Sardellen beizulegen, damit ihr wisst wie es riecht, wenn man in die Fälscherhölle kommt.

Redet von Glück, dass ich Pazifist bin.