Gott will nicht rational sein, glaube ich

1 07 2008

Gott kann man nicht rational begründen. Diese Vorwürfe muss ich mir als religiöser Mensch immer gefallen lassen, ebenso wie Kritik an den christlichen Kirchen, die an sich doch nichts mit den philosophischen Fragestellungen nach Transzendenz und Göttlichkeit zu tun haben. Etwas Irrationales kann man nicht begründen, aber muss deshalb etwas Irrationales unbedingt schlecht sein, blöd dumm, idotisch – lachhaft? Wer diesen Ansatz vertritt, der ist doch selbst schon einem Glauben verfallen. Einem irrationalen Glauben? Was ist also Rationalität? Wo beginnt sie, wo hört sie auf?
Das Recht auf Leben und die Menschenwürde kann man rational gesehen nicht begründen. Schließlich wäre es rational gesehen effizienter, die Schwachen einfach zu entsorgen, damit es unter dem Strich den Starken besser geht. Aber tut man das? Nein! Manche haben versucht, solche Systeme durchzusetzen, doch sind glücklicherweise dabei gescheitert.
Sind Rationalisten also
inkonsequent? Nein, ich würde einfach sagen, dass rationales Denken alleine nicht reicht, um diese Welt menschlich zu gestalten. Wenn man von diesem Punkt ausgehen würde, wäre die Diskussion um einiges einfacher.



Freiheit und andere missverständliche Freuden

13 08 2007

Vielleicht gibt es keine Freiheit, sondern nur Freiheiten. Und davon nehmen wir uns soviel wie wir kriegen können.
Wolfgang Kohlhaase

Dass das Geniessen von Privilegien durch Freiheit immer auch Pflichten mit sich bringt, ist eine alte Erkenntnis. Manchmal macht man es sich aber zu einfach, wenn man die Freiheit, den Aufkleber des persönlichen Schlüssels zu den Wolken, alleinig einer bestimmten Sache aufdrückt.
Freiheit ist Doping, Freiheit ist Opium. Freiheit ist eine Versprechung, die man nicht so anderen versprechen kann, wie man sie sich selbst vorstellt.
Letztendlich können wir gar nichts. Das was wir können, wird uns zugestanden. Wir haben nicht die Freiheit unter Freiheiten zu wählen, wir müssen die Freiheiten annehmen, die uns gegeben sind. Wir sind unser eigener Gefangener der Vorstellung, wir wären unser eigener Gott. Alles andere ist Einbildung.

Ich warte noch immer darauf,
dass mir jemand erzählt, der Glaube sei nur ein Stein am Fuß, und ohne ihn könne man sich viel freier fühlen, weil man sich keinen Zwängen und Regeln unterordnen muss, welche die eigenen Gedanken einschränken.
Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich bin zu einem Schluss gekommen, der mich selbst zufrieden macht.
Ohne meinen Glauben würde ich nicht frei durch die Sphären der Erkenntnis und des freien Denkens schweben, nein – ich würde gefangen sein in einem kleinen schwarzen Käfig in einem Raum von Nichts, der alle Chancen auf Antworten und Schutz, jeden Funken Hoffnung in seiner undurchdringlichen Dunkelheit verschluckt. Still würde es sein in meinem Kopf, weil sich alle Gedanken und Ideen in ein paar Bücher und Zettel fassen lassen könnten, an die ich mich klammern könnte.
Ich hasse Käfige.



Stand der Dinge

25 07 2007

So, nun beginnen die letzten Sommerferien meines Lebens. Bewerbungsfirsten sind jetzt schon 5 vor 12, und es läuft alles anders, wie man es sich gedacht hat. Alles was in der Zukunft liegt, auf das man gespannt hinarbeitet, verliert, je mehr man sich dem Zeitpunkt nähert, ziemlich schnell seinen Zauber.
Je älter man wird, desto mehr stumpft alles ab. Das Verlangen nach neuen Abenteuern wird kleiner, der Blickwinkel weiter. Man betrachtet alles aus immer größerer Entfernung und erinnert sich kaum noch an den Kampf mit sich selbst in der Hundehütte, sondern schwebt gleichgültig und taub über den Wolken.
Das Leben verliert seine Musestunden. Ich befürchte, mit solchen würde ich auch nicht mehr viel anfangen. Ich brauche immer etwas zu tun, und wenn es etwas total unkonstruktives und idiotisches ist. Nur etwas tun.
Kommt mir im Sommer meistens so vor, oft zumindest, glaube ich. Vielleicht die nachklingenden Symptome eines Gute-Laune-
Overkills.

Was mir heute noch so durch den Kopf schoss:

Glaube heisst nicht dem zu folgen was ist, sondern dem zu folgen was sein muss.



Zwiespalt

1 07 2007

Voll Fehler, töricht und besessen,
von Fragen die wir nie vergessen,
gejagt vom Willen zu verstehen,
können wir die Welt nicht sehen.

Mit Logik die sich selber frisst,
Leere predigt, flüstert, schreit,
das Leben nur an Zahlen misst,
man keinen von der Qual befreit.

Kein Lichte soll dort oben sein,
kein Sinn und Halt in Gottgestalt,
versteckt durch der Sterne blendend Schein,
Leben für etwas, sterben für nichts.

Doch Hoffnung streichelt mein Gesicht,
wenn man von diesen Fragen spricht,
zeigt mir täglich diesen Weg,
auf dass ich einmal ewig leb’.



Was sich Gott dabei wohl denkt …

16 05 2007

In Eile spricht aus mir Unverständnis, doch hoffe ich, dass man meine Aufregung und meine Gedanken verstehen kann.

Sie sagen, Gott gibt es nicht. Sie wollen andere davon überzeugen. Schön. Sollen sie doch.
Christen wollen entgegenhalten und in einer TV-Sendung die Existenz Gottes beweisen. Die Rationalisten sind ihre Gegner in diesem schwachsinnigen Duell.
Seit Jahrtausenden versuchen Menschen die Existenz Gottes zu beweisen. Am Ende bleibt immer die Ungewissheit, die weder einem naturwissenschaftlichen Weltbild Recht gibt, noch zweifellos die Existenz Gottes beweist. Doch das ist Ansichtssache.

Brian Flemming ist Atheist. Aber er zieht voller Inbrunst in einen Kreuzzug, seinen Kreuzzug gegen Gott: “Bis zum Ende des Christentums” will er kämpfen, sagt der 41-jährige
Dokumentarfilmer aus Los Angeles oft.

Ahja, gut. Was versucht er zu bezwecken? Abweisung vom Irrweg? Verhinderung “Heiliger Kriege”? Mit solchen Zielen zettelt man höchstens welche an …

“Christen, bereitet euch auf den Kampf vor”, ruft Mike Mickey, Initiator der Website “Praise The Lord Challenge” auf.

Und dieser Mostkopf springt darauf an. Damit stiftet man keine Hoffnung und Liebe, sondern Hass. Wer mag Hass? Also ich nicht …

Was da wieder veranstaltet wird, gefällt mit Sicherheit weder Gott, noch dem Gott der Atheisten, wenn sie einen hätten – wo wir beim Punkt wären: Diese Idioten glauben doch wohl nicht ernsthaft, die Frage nach Gott in einer beschissenen Fensehsendung beantworten zu können !?!
Was maßen sich diese Bengel eigentlich an? Es geht hier um die Frage nach dem Sinn, die ultimative Sinnfrage, die ein lebendiger Mensch niemals beantworten wird können! Das Ergebnis dieser Sendung wird gestiftete Verwirrung
sein. Und Hass.

Habt ihr euch auch früher im Geschichtsunterricht gefragt, was der Auslöser dafür sein mag, dass sich Menschen auf dieser Welt gegenseitig sinnlos umbringen? Die Lösung liegt auf dem Tisch, hier direkt vor uns. Keiner kann den Glauben und die Ansichten anderer respektieren. Dazu lassen wir das Ganze noch in einer total missgebildeten Gesellschaft geschehen, in der Amerikanischen – dann haben wir den Salat.

Eine persönliche Meinung: Meine Erfahrungen und philosophischen Überlegungen kommen zum Schluss, dass es einen Gott geben muss. Ich lasse Canterbury und Kant sinngemäß sprechen: Was geistig exisitiert, muss auch in der Realität existieren. Ein gedachter Sack von 100 Talern ist mindestens so gut, wie ein realer Sack mit 100 Talern.
Doch das ist ein Weg, den jeder Mensch selbst gehen muss. Am Ende gibt es zwei Ausgänge, zwei Möglichkeiten, für eine von beiden sich jeder entscheiden muss. Wohin diese Türen führen werden, dass wird für immer ungewiss bleiben.
Zumindest in dieser Welt.

Eines haben Gläubige und Atheisten jedoch gemeinsam. Sie wissen beide nicht mit endgültiger Sicherheit, was sie hinter den Türen am Ende des Ganges erwartet, wenn sie ihre Argumentation mit der der jeweils anders denkenden Seite vergleichen, aber hoffen und glauben beide, in kein dunkles Loch zu fallen.
Es ist nicht so? Sie sind sich ihrer Gedanken also sicher? Weshalb versuchen sie dann krampfhaft sie zu beweisen?
Nein, wir müssen alle den Weg der gedachten Erkenntnis beschreiten, egal welche Meinung wir vertreten.
Wenigstens das.



Spuren im Sand

27 03 2007

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein
lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen.
www.brunnen-verlag.de



Gibt es ein Leben nach der Geburt?

17 03 2007

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter:
“Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.
“Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird”, antwortet der andere Zwilling.
“Ich glaube, das ist Blödsinn!” sagt der Erste. “Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?”
“So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”
“So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.”
“Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.”
“Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.”
“Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.”
“Mutter?? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”
“Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”
“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.”
“Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt … ”

Nach Henry Nouwen



Moses und Umweltschutz

2 03 2007

Nach einiger Zeit habe ich mir gedacht, ich blogge mal wieder etwas zu dem Thema, zu dem mein Kopf zur Zeit sehr viele Gedanken ausspuckt. Gott, Jesus, Nächstenliebe, christliche Texte, die Bibel und der ganze Rest – damit können viele nichts anfangen, und viele haben nicht selten eine Aversion dagegen. Ich respektiere das und jeder andere Christ sollte das auch respektieren. Meiner Meinung nach ist es jedoch besser, Brücken zu schlagen, als Mauern zu bauen, oder anderen Menschen erst gar nicht anzubieten, die Brücke zu überqueren. Mit diesen Texten möchte ich zeigen, dass die christliche Religion alles andere als alt und verstaubt ist, und nicht nur aus einer grauhaarigen Eminenz mit Mitra und Goldstab in Rom besteht. In der Öffentlichkeit wird in dieser Sache, wie auch bei vielen anderen Themen, sehr schnell sehr gerne vereinfacht und zusammengestampft, so dass man am Ende von diesen Dingen am Besten gar nichts mehr hören will.
Wer bis
hierher gelesen hat, und sich für das Thema nicht interessiert (wichtig: nicht interessiert und nicht nicht auskennt!), der braucht es nicht zu lesen, doch es würde mich sehr freuen.

1. Mose 1, 26-28
26 Dann sprach Gott: »Nun wollen wir Menschen machen, ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist! Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde und über alles, was auf dem Boden kriecht.« 27 So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau. 28 Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.«

Wie bekannt ist dieser Teil der Bibel nicht? Doch je öfter man
etwas zu Ohren bekommt, desto mehr neigt man dazu, nicht mehr genau hin zu hören und zu vergessen. Man kann nicht behaupten, dass wir Menschen das Beste sind, das dieser Erde hat passieren können. Der Wachsame, mit offenen Ohren und Augen durch’s Leben gehend; dem wird klar wie wir mit unserer Heimat umgehen. Neben der Umweltverschmutzung, holzen wir Regenwälder ab und rotten alle möglichen Tierarten aus. Wir machen diesen Planeten kaputt. Viele sehen darin kein Problem, schließlich hat man es uns doch erlaubt …

Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde und über alles, was auf dem Boden kriecht.

… glaubt man zumindest auf den ersten Blick.
Eigentlich eine klare Ansage. Doch viele missverstehen diesen Teil. Macht, Herrschaft und Freiheit bringen auch Verantwortung mit sich, und das ist keine alleinig christliche Meinung. Wer bei den beiden vorigen Versen aus dem ersten Buch
Mose genau gelesen hat, dem sollte ein Licht aufgegangen sein.

Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer FÜRSORGE an.

Nach damaligem hebräischem Verständnis gehörten Herrschaft und Fürsorge zusammen. Man erkennt hier sehr gut, dass das Alte Testament kein veraltetes Schriftstück ist, welches nicht mehr in unsere moderne Welt hineinpasst.
In den Köpfen der Menschen hat es soviele Jahrhunderte gebraucht, bis man auf die Idee gekommen ist, dass wir auf unsere Umwelt achten sollten, und sie nicht zerstören, dass Batteriesäure und Sperrmüll nicht in den Wald gehören und verschwenderischer Umgang mit Rohstoffen und übermäßige Produktion von Abgasen unserer Atmospähre schaden.
Geht man so mit etwas um, das einem geschenkt und anvertraut wurde?

Dieses Buch war schneller als Greenpeace und schneller als Al Gore mit dem mahnenden grünen Finger.
Wenn also das nächste mal jemand die Bibel als veraltete Antiquität bezeichnet, die in unserer modernen Gesellschaft keine Gültigkeit mehr besitzt, dann werde ich ihm vom Umweltschutz und verantwortungsvollen Umgang mit der Erde erzählen.
In der Bibel steht der nämlich auf der ersten Seite.



Ich glaube

1 02 2007

Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle.
Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.

Inschrift im Warschauer Ghetto



Löchriger Korb

7 01 2007

Vor dem Altpapier gerettet:

Am Rande der Wüste lebte ein Einsiedler. Eines Tages besuchte ihn ein Mann und klagte sein Leid: “Ich lese soviele fromme Texte. Ich studiere die Bibel und vertiefe mich in die großen Theologen. Ich möchte die Worte und Gedanken bewahren, aber es gelingt mir nicht, alles vergesse ich! Die ganze mühevolle Arbeit des Lesens und Studierens ist umsonst.”
Der Einsiedler hörte ihm gut zu. Als er geendet hatte, zeigte er auf einen Binsenkorb. “Hol mir aus dem Brunnen dort drüben Wasser.”
Widerwillig nahm der Mann den von Staub verschmutzten Korb. Das Wasser lief durch die Binsen, so dass nichts übrig war, als er zurückkam.
“Geh noch einmal!”, sagte der Eremit. Der junge Mann tat es. Ein drittes und ein viertes Mal musste er gehen. Immer wieder füllte er Wasser in den Korb, immer wieder rann es zu Boden. Nach dem fünften Mal rief er: “Das hat keinen Sinn! Niemals kann so ein löchriger Korb das
Wasser halten.”
“Sieh den Korb an”, erwiderte der Einsiedler. “Er ist sauber. So geht es mit dir und deinen Worten, die du liest. Du kannst sie nicht festhalten, sie gehen durch dich hindurch, und du hälst die Mühe für vergeblich. Aber – ohne dass du es merkst, klären sie deine Gedanken und machen dein Herz rein.”

Legende