Wenn das Schicksal zuschlägt …

29 08 2008

… dann nennt man das einen Schicksalsschlag. Schicksalsschläge kommen immer unerwartet, aus diesem Grunde erwarte ich grundsätzlich jeden Tag das Schlimmste, um ihnen zu entgehen.
Das Geniale an der Sache ist: Wenn dann mal wirklich ein erwarteter Schicksalsschlag die Lebensplanung zerschmettert, dann ist man trotzdem nicht darauf vorbereitet. Paradox?

Ich könnte theoretisch auch etwas zu meinen Erfahrungen in Weissrussland schreiben, aber jenes was man erwartet, kann uninteressant werden, wohingegen das Unerwartete die meisten Augenpaare auf sich zieht, so wie man auch vorwiegend lieber am Unglück des anderen, als an dessen glücklichen Erlebnissen teilnimmt, weil Letztere einem in der momentanen Situation selbst vielleicht verwehrt bleiben. Zudem verfalle ich beim Aussortieren von Fotos (welche ich beim Beschreiben meiner Erlebnisse der letzten drei Wochen nicht vorenthalten möchte), doch zu schnell in Melancholie und bin dann so mit
mir selbst beschäftigt, dass ich es für eine bessere Idee halte, meine Reflektionen auf die nächsten Tage zu verschieben.



Wetter

2 06 2008

Wollen die mich etwa verarschen? Bei uns hagelt es die Scheisse vom Himmel und was erzählt mir wetter.com? Mäßiger Regen bei 26° C. Wenn die nicht mal das aktuelle Wetter richtig ansagen können, wie wollen die denn dann bitte eine einigermaßen korrekte Vorhersage machen? Nicht, dass ich etwas auf materielle Dinge geben würde. Manchmal erfülllt es mich mit richtigigem Wohlgenuss wenn ich mir vorstellen kann wie es den ganzen Spitzensteuersatzzahlern gerade ihren spritfressendes Monstrum zerschlägt. Zum Glück habe ich eine Garage.
Ich mach dann mal die Augen zu und stelle mir schönes Wetter vor. War der April nicht schön?



Vergangenheitsbewältigung durch Aufräumen

30 04 2008

Ich räumte gestern auf und mistete aus und was dabei zum Vorschein kam, das kann man mit einem schon vor 40 Jahren sehr beliebten Spruch gut resümieren:
In meinen Schränken und Regalen – Muff von 1000 Jahren.
(Der gewiefte Experte wird mir jetzt um die Ohren hauen, dass mit den 1000 Jahren damals auf das Nazi-Reich angespielt werden sollte, aber keine Angst – in meinen Schubladen lagern keine Führerbilder und Volkssturmplakate aus meiner Kindheit. Das Zeug habe ich ’45 beim Einmarsch der Russen sorgfältig im Heizofen verbrannt).
Dafür sind andere interessante Fundstücke zu nennen: Unter anderem meine Grundschulempfehlung für’s Gymnasium aus dem Jahr 1999, ein alter Zirkel und jede Menge gebrauchtes Ohropax. Was mich erboste: Jede Menge unbenutzte, unbeschriebene karierte Ringblöcke und Ringbucheinlagen – und ich
Idiot habe über die letzten Jahre ein Vermögen für Papier im örtlichen Schreibwarenladen liegen lassen. Indes stieß ich auch auf Schulbücher von denen ich nicht mal mehr wusste, dass ich sie noch habe oder je hatte, wovon einige sicher hätten zurückgegegeben werden müssen, welche aber von der Schule nie zurückgefordert wurden. Mal sehen ob die bei Schinken meiner diesjährigen letzten schulischen Bücherrückgabe eingefordert werden.
Dabei wird mir mal wieder bewusst wie viel, davon jedoch zugleich auch so wenig wichtigen materiellen Besitz man selbst eigentlich in seinem Leben anhäuft. So viel Papier, so viel Verschwendung von Zeit und Mühe …



Provokation

28 04 2008

Der Papst ist nicht böse. Er hat nur andere Ansichten.



Pusteficks

21 04 2008

Aus wahrnehmungspsychologischen Gründen steht ist der Name der coolsten Seifenblasenfirma outta South-Germany in der Überschrift absichtlich falsch geschrieben. Wörter die mit Sex und anderen schlüpfrigen Dingen zu tun haben bekommen ja anscheinend mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und das alles nur für eine simple, aber sehr spaßige Sache. Das Pustefix-Spiel!
Mit 783 Punkten habe ich es leider nicht in die Top 20 geschafft – da ist alles voll gespammt von irgend deinem “Schatzi” und seine “Claudi”.



Xinhua

4 04 2008

Ich brauche keine Comedy-Central mehr und auch kein Quatsch-Comedy-Club, kein Nightwash und kein Switch! Reloaded. Und erst recht kein “Die-dümmsten-was-weiß-ich-der-Welt”. Nein – ich habe etwas Neues gefunden. Ab sofort schaue ich immer Ausschnitte aus dem chinesischen Staatsfernsehen. Da steht immer so eine komische Alte hinter dem Mikro (aka MC Regierungssprecherin) und haut Pointen raus wie: “China ist ein Rechtsstaat.”
Geschmackloser Witz …



Auf dem Zahnfleisch

11 12 2007

Auf dem Zahnfleisch. Keine Zeit. Overflow.
Wenn man kurz vor dem geistigen Kollaps steht, dann merkt man das nicht, weil man ganz ruhig ist.
Die Ruhe vor dem Sturm.
Vielleicht schleppt man sich auch so durch. Auf dem Zahnfleisch eben.
Einfach mal nichts machen. Die Pooren und das Herz öffnen. Die Ohren und die Augen öffnen.
Öffnen können.
Über nichts nachdenken.

Weihnachten, bitte komme!



Wurstlüftung

11 10 2007

Besser wie jedes Überraschungsei. Ohne Klimaanlage im Auto ist das Fahren noch richtig interessant. Nach was stinkt es wohl heute aus der alten, schimmligen Lüftung? Meistens erinnert der Geruch an Speck oder so. Die Meisten kennen das von langen Busfahrten auf Reisen. Wenn da in einem etwas älteren Bus bei einer Fahrt durch das stickige und warme Italien zu später Nacht die Augen nicht zugehen wollen, dann liegt einem zumeist dieser Geruch in der Nase. Vonwegen frische kalte Luft, wenn man das Rad an der Amatur auf blau einstellt.
Zum Glück exisitiert da noch ein vorzüglich funktionierendes Schiebedach.
Weshalb schreibe ich hier gerade eigentlich so einen Scheiss?



Sterbende Sonne

16 09 2007

Jetzt fängt wieder dieser goldene Herbst an, sterbenden Sommer mögen es manche auch nennen, die letzten bewussten Atemzüge, bei denen man realisiert, dass die warme fröhliche Jahreszeit und die Leichtigkeit des Lebens sich wieder in einen Winterschlaf verabschiedet. Die Lust an exszessiver Lebensfreude scheint verblichen und die Farbe des Lichtes schwenkt um von einem gleisenden heißen Weiß in ein warmes flackerndes Goldgelb. In diesem Licht sieht alles so schön aus, und wirkt alles so unendlich.
Dieses sterbende Licht hat man aber nicht den ganzen Tag im Auge. Nur am Abend für ein ein bis zwei Stunden lässt es sich blicken, wenn du Sonne in einem bestimmten Winkel auf unsere Köpfe scheint.
Man ist über die Melancholie nie weg, auch wenn das jedes Frühjahr ein frisches Lüftchen vermuten lässt, wenn es unser verstaubtes Ich vom alten Muff befreit wird. Die Sonne wird geboren und stirbt, jedes Jahr geschieht das so, und das was uns im
Winter nicht im Dunkeln sitzen lässt, ist die letzte Hoffnung auf das Ende einer kalten Zeit, die wir dann doch vermissen, wenn der entnadelte Tannenbaum aus dem Wohnzimmer scheidet.
Doch zum Glück fürfen wir jährlich die Geburt der Sonne erleben.



Achtung, langsam fahren. Die Schule beginnt!

10 09 2007

Was soll man von mir heute anderes erwarten, als eine kritische Abhandlung der eigenen Lustlosigkeit am ersten Schultag. Da dachte ich mir, dass es etwas Gutes für sich hat, wenn die gammeligen Ferien endlich ein Ende haben. Aber nein – nach 5 Minuten Mathe heute morgen habe ich mich genauso gefühlt wie in der letzten Mathestunde vor den Ferien. Der gleiche nervige Mist, der gleiche Stoff und meine selbe Weichbirne, wie vor den Ferien. Alles dasselbe, meine selbe Unfähigkeit und Lustlosigkeit, die mich ein bisschen vermuten lässt, dass ich meinen Willen zu kämpfen ein kleines Stückchen verloren habe.
Ach, und Deutsch war da ja auch noch. Wie konnte ich nur vergessen in den 6 Wochen Ferien Schillers “Die Räuber” zu lesen? Wie konnte das denn nur passieren? Vielleicht trägt die gute Laune die Schuld, die ich mir nicht verderben wollte, wobei der gute Schiller da schon ein hervorragendes Werk auf die Beine gestellt hat. Wären da nur nicht die
vierstündigen Klausuren im kommenden Jahr, in welchen ich das Buch, entschuldigung, das Bühnenstück, in seine Einzelteile und Eingeweide zerlegen muss, bis zu dem Grenzpunkt, da die Folterung den Spaß an dem Kunstwerk aus Wort und Satz endgültig vernichtet hat.
Wenn ich eines überhaupt nicht leiden kann, dann ist das die Tatsache, dass einige meiner Mitschüler das Buch schon von vorne bis hinten durchexerziert haben und im Unterricht Wortmeldungen raushauen, die einen vermuten lassen, wir seien 2 Tage vor dem Deutsch-Abitur. Sie können ja nichts dafür, eher ist da meine fehlende Motivation der letzten Wochen schuld.
Dazu ist mir mein treuer alter Röhrenbildschirm der Krankheit verfallen. Die Symptome äußern sich in unerwarteter Bewusstlosigkeit.
Und wenn das so weiter geht, dann werde ich am Ende dieses Schuljahres auch bewusstlos auf dem Boden liegen …