Der Kampf

31 08 2006

So weit oben wehte ein kühler Wind. Hier oben war man allein mit den weißen Wolken und dem Himmel, auf alles konnte man hinabschauen. Eine kleine Amsel setzte sich auf den Antennenmasten und blickte in Richtung des Firmaments.

Das Motiv hätte so friedlich ausgesehen, wäre da nicht etwas Störendes im Bild. An der metallenen Kante des Flachdachs wehte um die Beine einer menschlichen Gestalt ein dünnes Sommerkleid, mit Blumen bestickt. Die nackten Füße sahen so bleich aus und die dunklen Haare flossen teilnahmslos über die Schultern einer jungen Frau. Die selbst zugefügten Schnitte an ihren Armen sahen so selbstverständlich aus, dass man es als Betrachter kaum wagt, daran Anstoß zu nehmen.

Der Kieselbelag des Dachs wirkte wie ein endloses Meer.
Sie sprach: “Im Kampf gegen die Tränen habe ich verloren.” Ihre Niederlage kullerte ihre Wangen hinab. Ein letztes Mal schaute sie auf die Welt unter sich, die Schuld trug an ihren
Schmerzen. Sie schloss die Augen.

Wie ergreifend so ein Moment für Unbeteiligte auch sein mag – der Aufschlag des menschlichen Körpers, eines Lebewesens, eines Menschen, aus solch einer großen Höhe, zerstört alle nur denkbaren Träume des Lebens.
Dass sie erst 17 war, störte die Betonplatten auf dem Gebäudevorplatz keineswegs.

Die kleine Amsel saß noch immer auf dem Antennenmasten. Langsam hob sie ihre Flügel, erhob sich in die Luft und verschwand hinter den weißen Wolken im weiten Himmel.

Liedtipp: Tillmann Uhrmacher – The Pride In Your Eyes (Martin Roth Remix)

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Striptease bei Beerdigungen

28 08 2006

Striptease auf Beerdigungen zur Aufheiterung der Trauergäste in Ostchina
(darauf aufmerksam geworden über das GluecksNetz Blog)

Die Chinesen meinen also, je mehr Menschen zu einer Trauerfeier kommen, desto ehrenvoller und glücklicher sei der Abgang des/der Verstorbenen.
Die Meinungen dazu differieren. Entweder haben die den Arsch offen, oder es sei ein tolle Idee, auf welche wir schon ewig gewartet haben.
Eine weitere moralisch ethische Frage aus dem Bereich: Heiligt der Zweck die Mittel?
Sowas gibt’s auch nur bei uns Menschen …
*kopfgegendiewandhau*



So sieht das aus

28 08 2006

“Wir sind Studenten und kennen keine einstelligen Uhrzeiten.”
Shaggy aka Patrick B.
… auf die Frage, ob morgens 8 Uhr oder abends 20 Uhr

Liedtipp: NRC – Feels Like Heaven

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Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal …

28 08 2006

Oft gesagt: “Ach, das ist doch wie Punk, nur so eine Modeerscheinung – dein Sohn hat bald wieder eine normale Frisur …”

“Diese Musik, wenn man sie so nennen kann, hören doch sowieso nur die Schwarzen.”

“Dann pass mal auf, was deine Tochter für Kriminelle nach Hause bringt!”

“Geh dir mal endlich wieder Haare schneiden, du siehst ja aus wie diese Alkoholiker im Musikfernsehen!”

“B*LD-exclusiv: So erkennen sie ob ihr Kind ein Nazi ist!”

“Wenn ihre Kinder diese Musik hören, dann nehmen sie Drogen!”

Liedtipp: Blank and Jones – Catch (Martin Roth Remix)
… auf Pillchen übrigens sehr gut tanzbar!



Back I Am

26 08 2006

Notizen der letzten 12 Tage:

Dienstag, 15.08.06
Der noch kühle Wind erinnert an die nasskalten Morgenstundes dieses Tages.
Wäre jetzt noch mein Schatz bei mir, dann wäre die Welt perfekt. Doch Perfektion ist wohl das Unerreichbarste für den Menschen überhaupt.
Mir bleibt nichts, als die schönen Gedanken in meinem Kopf immer wieder wie einen Filmclip im Repeatmodus abzuspielen und dabei jedesmal um neue Träume zu erweitern.
Der Mais wedelt im Wind, sie schütteln sich gegenseitig die Hand.
Alles ist so schön und könnte noch viel schöner sein.

Sonntag, 20.08.2006
Ein sehr sonderbares Empfinden ist das.
Man schließt die Augen entspannt sich und lauscht dabei einer Unterhaltung. Dann beginnt man kurz wegzuhören um das Gesagte zu reflektieren und sich darüber Gedanken zu machen. Schwebend durch Raum, Zeit und Phantasie startet man danach dann den Versuch wieder dem
zuvor belauschten Gespräch Gehör zu schenken – doch es geht nicht.
Auf einmal hört man nichts mehr, sieht nichts, fühlt nichts, nicht einmal mehr das eigene Atmen.
Ein Status zwischen Wachen und Schlaf.
Falls es jemand ausprobieren sollte: Nicht zu voreilig mit freudiger Rückmeldung: Medikamentöser und Einfluss von Drogen zählt nicht. Vielleicht hat uns aber auch nur eine Traumwolke eingefangen und zieht mit uns durch unser Inneres.

Kaum ist man zurück, wird man schon wieder auf 3 Party’s eingeladen. Warum kann man sich nicht zerreissen?
Das beschissene alte Sprichwort: Man kann nur auf einer Hochzeit tanzen …

Liedtipp: Dire Straits – Walk Of Life



Also …

13 08 2006

… nun wird dieses Blog ab morgen die nächsten 11 Tage wohl Pause machen.
Ich werde im absoluten Einklang mit der Natur (von meinem Handy, dem mp3-Player, dem Mitarbeitercontainer mit PC ohne Internet aber mit Drucker, sowie einem Klowagen, abgesehen) mich gut erholen. Das tue ich aber sowieso schon die ganze Zeit. Nebenher werde ich als Mitarbeiter mit versuchen die Kiddies in Schach zu halten.
Man liest sich. ;)

Liedtipp: The Skatalites – Baby Elephant Walk

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Der nervt

12 08 2006

eM&M
Früher habe ich seine Musik gemocht. Früher war ich noch klein und unreifer als heute.
Früher fand ich dieses draufgängerische “Ich-hasse-meine-Mutter-und-meine-Ex-mir-kann-keiner-was”-Gehabe noch cool.
Mittlerweile habe ich nicht nur gegen seine Musik eine Abneigung entwickelt, sondern auch gegen seine ewig gleiche Texthematik.
Das blöde Rumgeflenne wird langweilig. “Oh, meine liebe Tochter, du bist so toll und ich weiß das du deinen Daddy vermisst. Schuld daran sind all diejenigen, die ich in meinen Liedern fertig mache.”
Der Sound der Musik wird auch immer schlechter. Die Instrumentals klingen hohl und hören sich an, als hätte man im Aufnahmestudio gerade genug Geld, um die Beats auf alten Bananenkisten zu klopfen.
Armer Kerl.

Besser hör das!
Liedtipp: Reel Big Fish – I’ll Never Be

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In die Ewigkeit

11 08 2006

Stille. Nur Vogelgesang. Wie ein Abschiedslied.
Ich blicke zum Himmel. Hellblau mit hellgrauen Wölklein bedeckt. Langsam wird der Sarg hinunter gelassen. Ich will nicht weinen, aber ich kann es nicht verhindern.

Das Gleichnis des Pfarrers gefiel mir sehr:
Alle Flüsse münden einmal im großen und weiten Meer. Wir fließen als dünne Flüsslein, unseren Weg und am Ende des Weges versiegen wir nicht einfach, sondern sind für Größeres bestimmt. Wir fließen aus unserem kleinen Leben in die weite, grenzenlose Ewigkeit und Gott schenkt uns das ewige Leben.

Ich werfe eine Sonnenblume auf den Sarg.
Bis bald.

Liedtipp: Roger Sanchez – Another Chance



Am Ende aller Tage

11 08 2006

Am Ende aller Tage,
in Verdammnis durch den Tod,
werden leidend sterbend,
wir Menschen verstehen unsere Not.

Erkenntnis spät und Panik groß,
Schuldzuweisung blind erbost,
so haben wir letztendlich zerstört in Unverstand,
das Letzte übrig was uns noch verband.

Wie sieht es aus, wenn Hoffung wird zerdrückt,
Glaube brennt und Liebe stirbt,
lechzend der Vater seinen Sohn erwürgt,
die Sense sich im Manne irrt.

Blick zum Horizont, es rollt schon ran,
so weit weg, doch wenn da, was dann?
Geschehen wird es, so wie ich es sage,
am Ende aller Tage.



Gedankefetzen III

9 08 2006

Sitzt da oben vielleicht so ein Männchen drinnen, dass auf Knopfdruck traurig werden lässt?
Warum müssen Tränen immer unerwartet kommen? Dürfen Tränen grundlos sein?

“Jedes schöne Gefühl hat seine Tränen.”
Ludwig Bechstein
deutscher Erzähler und Märchensammler

Was ist mit jedem trauernden Gefühl? Man muss in glücklicher Verfassung sein, wenn man so fröhlich sein kann, dass man sogar darüber Weinen kann. Manchmal weiß ich jedoch nicht, ob Freude oder Trauer der Ursprung sind.
Früher habe ich über Menschen gelacht, die grundlos angefangen haben zu heulen, heute müsste ich mich selbst auslachen … Doch Selbsthass und Selbstmitleid wären jetzt Fehl am Platz.
Die Musik hat aufgehört zu spielen, endlich Stille.

Fröhlichkeit und Unglück
liegen so nah beieinander …