Kalt

30 11 2006

Ungezählte Seelen dieser Welt so kalt,
irren umher, Finger in Illusionen verkrallt,
wehrlose Hände verfault aber Gedanken noch wach,
zum Loslassen zu spät, zum Halten zu schwach.

Leben im Stillstand, gefroren im Nichts,
leben im Sumpf und leben für nichts?
Wandelnde Tote auf dieser Welt, Gefühle nur Winter und Herbst,
aufgegeben von allen, auf der Suche nach sich selbst.

Doch am Ende des Tunnels ein dünner Strahl warm und hell,
Licht des Lebens ganz schwach, doch das Herz schlägt schnell,
schneller als noch nie, Blut fließt pochend in die Hände,
und letztendlich unser Leiden findet ein Ende.



Behindert verhindert

29 11 2006

Wir nennen es “Behindertenheim”. Doch nicht die Menschen die wir dort reinstecken sind es, die behindert sind.
Wir sind behindert. Die Gesellschaft ist behindert.



Bruno

28 11 2006

Wenn flehende Augen brennen könnten – ihre Augen würden mit licherlohen Flammen bizzare Schatten auf die Tapete mit den Clowns und glubschaugigen Äffchen werfen.
Tränen waren zu ihrem zweiten Ich geworden. Sie wischte sie schon nicht mehr fort.
Nur Bruno fing sie auf. Bruno mit seinem braunen und weichen Fell. Schon immer hatte er diesen Waschmittelgeruch, den er nicht mehr los wurde, doch er gefiel ihr. Es war Brunos Geruch, so war Bruno. Sein Geruch änderte sich nicht. Auch nicht die runden Augen aus Glas oder der eingenähte Mund.
Sie konnte ihn immer in den Arm nehmen.

Wie Mama und Pappa, als ihre Mutter noch manchmal ihren Teddy in die Waschmaschine gesteckt hatte. Die Kleine konnte ihn für diese Zeit entbehren, denn schließlich würde er danach wieder so frisch und süß riechen – so wie sie es mochte.
Früher wurden die raren Tränen die Bruno aufzufangen hatte noch ausgewaschen. Jetzt, wo es noch mehr Tränen geworden
waren, wurde das Kuscheltier diese vielen Zeugen von Trauer überhaupt nicht mehr los.

Es tat ihrer Freundschaft keinen Abbruch.
Irgendwann würde sie mit Bruno zusammen die Koffer packen. Sie würden mit dem Zug über die Berge fahren, weit weg.
Vielleicht würden sie sogar heiraten, im Teddybärenland.
Vielleicht.

Da krachte es im Wohnzimmer. Sie stritten wieder.
Von Angst und Verzweiflung gepackt umklammerte sie wieder Bruno und versteckte sich unter der Bettdecke.

Bruno würde diese Nacht wieder viele Tränen auffangen müssen.



Brumm Brumm

27 11 2006

Alle Erklärungen, die den Sinn des Lebens erklären sollen, gehen einer wahren Erklärung nur aus dem Weg.

Ist doch ein Widerspruch in sich, oder? Es ist eine weitere Erklärung, die damit selbst auch allen wahren Erklärungen aus dem Weg geht.

Hui, erste Fahrstunde gehabt.
Um mit abgewandelten Worten von Helge Schneider zu sprechen: Mit solch einem Auto … kann man schnell per Du werden …
Von wegen Helge: Beim Türe öffnen auf der linken Seite zur Straße hin immer auf den Verkehr achten.
Oder vielleicht auch nicht. Haha!

Nach dem Wochenende hat mich der Alltag wieder.
Flucht ist zwecklos.

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Millencolin – Mooseman’s
Jukebox



Logik des Lebens

25 11 2006

Wenn man darüber nachdenkt, wie gut man sich eigentlich gerade fühlt, und das Nachdenken dauert zu lange, dann geht’s einem gleich wieder ein Stück beschissener.
Logik des Lebens.

Man freut sich unglaublich lange auf ein bestimmtes Event oder eine Zeit die bald kommt. Wenn sie dann da ist, hat man keinen Grund mehr sorglos zu sein. Entweder die Vorfreude war für die Katz’, weil alles Mist ist, oder es gefällt einem so, dass man Angst hat, es gehe zu schnell vorbei.
Logik des Lebens.

Man denkt, die Welt verstanden zu haben, aber im nächstens Moment bricht eine bestimmte Erkenntnis auf einen herein, die alle Gedankengänge, die versuchten eine Erklärung zu bilden, wieder zusammenbrechen lässt.
Logik des Lebens.

“Es gibt nichts, was so verheerend ist, wie ein rationales Anlageverhalten in einer irrationalen Welt.”

John Maynard Keynes

Mein Blog mache ich immer mehr von YouTube abhängig. Keine gute Entwicklung.
Dummerweise sind die dollen Filmchen dort anzufinden.

Heute: Ein Animationsfilmchen (mit tiefgründiger Bedeutung, die ich selbst aber auch noch nicht erschlossen habe :) )


via Lowpolis



A Fathers Love For His Son

24 11 2006

Die Welt braucht ihre Helden. Sie braucht aber keine Märtyer und Krieger, sondern Kämpfer wie diesen Vater.
Vor 20 Jahren lief er einen 5000 m Marathon und schob die ganze Strecke seinen geistig und körperlich behinderten Sohn im Rollstuhl vor sich her. Nach dem Lauf sagte sein Sohn zu ihm, dass er sich während des Rennens nicht mehr behindert gefühlt hat.
Seit dem haben sie zusammen über 100 Triathlons und Marathons bestanden.

Mir laufen dabei die Tränen über die Wangen und ich bin für einen kurzen Moment unbeschreiblich glücklich, mit dem Wissen, dass es solche Menschen auf unserer Welt gibt … :)



Nachtrag zu “Revival: Sündenböcke gesucht”

24 11 2006

Der Amokläufer von Emsdetten hasste Gläubige.

Wenn jemand mit ihm wirklich ernsthaft über Gott geredet hätte, wäre vielleicht verhindert worden, was er angerichtet hat.
Er beschimpfte in seinem Abschiedbrief Religion und Glaube, weil es ihm nicht recht ist, wenn in sein Leben eingegriffen wird.
Er war ein armer Außenseiter, doch wenn er ein einziges Mal eine Bibel aufmerksam gelesen hätte, wäre im klar geworden, dass Jesus genau ihm hilft. Dem Außenseiter, dem Gesellschaftsversager, dem Verlierer. Den Ausgestoßenen und von der Gesellschaft Gehassten Menschen. Sein Weblog sagt alles.

Er war nicht der erste Mensch mit diesen Problemen.
Und bevor einige weiter Jagd auf Auslöser solcher Bluttaten machen, und dabei eindeutig im falschen Garten graben, sollten wir uns alle
selber an die Nase fassen und Mitmenschen unserer Gesellschaft nicht ausschließen sondern integrieren.
Das kann jeder selbst sofort tun.

Ein paar freundliche Worte reichen oft schon.



Nie passiert …

23 11 2006

Erinnerungen … Was ist das?
Nehmen wir Beziehungen die zu Bruch gehen, Gefühle die verbrennen.
Das Einzige was am Ende übrig bleibt, sind Erinnerungen. Ist es denn dann überhaupt geschehen?
Erinnerungen sind nicht real, sie sind nur in unserem Kopf, sie können passiert sein oder nur Einbildung sein. Bewusst oder unbewusst.
Was bleibt aber von den Geschehnissen aus der Vergangenheit, außer Erinnerungen?
Sind dann nicht auch diese Geschehnisse nur imaginär?
Ist das alles nicht passiert?

Fotos und Filme als Beweise – nein. Das ist nur verlogener Pixelbrei und schelmisches Zelluloid.
Liebesbriefe? Keiner kann beweisen, dass ihr Inhalt wahr ist oder war. Die einen meinten ihre Liebesbeteuerungen ernst, die anderen haben gelogen. Aber wer kann das schon unterscheiden?

Das Jetzt zählt. Die Gegenwart. Alles andere ist Unsinn, die Zukunft als auch die Vergangenheit. Nichts von beidem
existiert, wird existieren oder hat je existiert.
Können wir Menschen überhaupt unterscheiden, ob es passiert sein kann oder nicht?

Ich wiederhole mich so langsam. Es ist zum Verzweifeln.
Gefühle sind das schärfste Schwert mit beidseitiger Klinge.
Entweder Balsam für den Menschen oder Schmerz für die Seele.

Gefühle kann man nicht einfangen. Liebe schon erst recht nicht.

Nichts existiert.



Dedicated to “The Trainrider”

21 11 2006

You can only be free, when you have nothing to lose.

Endlich mal eine Geschichte, der man Glauben schenken kann. Ein junger Mann, bei dem Leukämie in unheilbarem Stadium diagnostiziert wird, riskiert sein Leben, um die Freiheit auszukosten, die ihm die Krankheit durch den Tod schließlich nahm.
Sagenhaftes Video, das aber auch etwas traurig macht.

EDIT: Die
Wahrheit über den Trainrider (Thx @ hansdampf)



Revival: Sündenböcke gesucht

20 11 2006

Wieder ein Amoklauf und wer trägt die Schuld? Natürlich: Egoshooter und Death Metal.
Das beides nicht gerade mit Medien wie einer Kinderbibel oder einem Bilderbuch für 2 bis 4 Jährige vergleichen werden kann, ist wohl allen klar.
Aber warum suchen alle die Gründe in diesen oberflächlichen Dingen?
Ist vielleicht nicht einfach unsere vesch*ssene Leistungsgesellschaft schuld?
Sind vielleicht einfach nur die Menschen schuld und nicht bestimmte Musik und Computerspiele?

Wenn die Medien schuld sind, dann auf jeden Fall RTL, denn bei deren Berichterstattung ist mir mal wieder übel geworden.
Man hätte dem Kerl einfach helfen sollen und seine als Drohungen getarnten Hilfeschreie ernst nehmen.

Warum??