Hast du Hunger?

12 02 2007

Läuft dir bei diesem Anblick das Wasser im Mund zusammen? Hast du Hunger? Ja?
Viele Menschen auf dieser Welt haben gerade auch Hunger, aber ungefähr 4000 Kinder werden dir diese leckere Pizza nicht wegschnappen können, weil sie nicht mehr dazu kommen werden, weil sie noch heute tot sind. Weil sie Hunger hatten – mit Bäuchen so groß wie Fußbällen, weil uns nichts Besseres einfällt, als unser Geld für Bomben, Maschinengewehre, riesen Hochhäuser, Fußball-WM’s und Reality-Premium-Arsch-TV rauszuschmeissen.
Helfen ist kein Tropfen auf den heißen Stein, sondern ein Stück Brot in den href="http://www.unicef.de" target="_blanK">hungrigen Magen.



Gute Nacht Vergangenheit

10 02 2007

Wenn der Wolkendecke Saum über seichte Hügel schwebt,
und der Sonne glühend Ball im weiten Horizont vergeht,
der Wind im Gehn die letzten Strahlen Licht verweht,
des Mondes Antlitz zwischen Sternen steht.

Dann wird mein Herz so schwer und denkt zurück,
an Leben, Freude und das liebe Glück,
das die geschunden Seele hat so sehr verzückt,
dass es mir ein trauernd Schluchzen gar entrückt.

Erinnerung reicht mir ihre weiche, hübsche, zarte Hand,
benebelt ganz sanft den hoffenden Verstand,
erzählt mir von der schönen Zeit,
die mich tief in ihren dunklen Abgrund reisst.



Zeitvertreib Patentrezept

8 02 2007

Parties sind da, um zu trinken, denkst du, und spürst ein weiteres Bier auf deiner Zunge prickeln. Wodka Kirsch, Wodka Orange, Wodka dies, Wodka das, Birnenschnaps vom Hause, Bacardi Cola, Chantré pur, es wird immer wärmer um deine Ohren und deine Unterhaltungen immer angeregter. Du kannst deinen Blick gar nicht vom Gesicht und den wunderbaren Rundungen deiner Partybekanntschaft wenden, bis sie etwas für dich unverständliches murmelt und einfach verschwindet, im Pulk der Leute, wovon du kaum jemanden kennst. Doch du trinkst weiter und vergisst die Sorgen der Woche, die Menschen die dich ankotzen, die du hasst, und die dich hassen, und auch die Pflichten, die dir zum Hals raushängen. Hier bist du zu nichts verpflichtet, außer gut drauf zu sein und den Kasten Bier leer zu machen.
Irgendwann stehst du auf und schwebst durch die warme Helligkeit, die wabernde Wolke aus Stimmen und Musikfetzen, zwischen den Leuten hindurch, mit wunderbaren
Pirouetten und Wendungen, wie ein Engelchen an seinem ersten Tag im Himmel, und schlängelst dich auf die Terrasse, um dir eine Kippe anzuzünden. Friedlich und fröhlich nimmst du einen tiefen Zug, und saugst den Tabakrauch in deine Lungen. Keine Gedanken an den Sinn des Daseins, keine stechenden Sorgen im Hinterkopf, nichts zu tun, gar nichts, Ruhe in deinem Schädel, vielleicht etwas Musik aus den schepprigen Lautsprechern von drinnen. Nun bist du fröhlich, so glücklich und so besoffen. Wie schön das Leben doch sein könnte, denkst du dir, wenn man nicht denken könnte, und hast zu diesem Zeitpunkt schon lange vergessen, was du vorhin schon alles eingeworfen hast.
Das Einzige, was dich jetzt stört, ist die Tatsache, dass du morgen früh sicher auf einer unbekannten Couch aufwachen wirst, in einer Wohnung, deren Besitzer dir genauso unbekannt ist, wie der Parfumgeruch, der zusammen mit dem Schweiß und Rauch von gestern an deiner Haut klebt, in einem Stadtteil, der dir völlig fremd ist, ohne Geld
für einen Bus, mit dem du nach Hause fahren könntest, mit verschmiertem Lippenstift auf deinem neuen Hemd, von dem dir ganz und gar schleierhaft ist, wo er herkommen mag. Es stört dich glücklich zu sein und gleichzeitig zu wissen, dass du dies alles sehr bald schon wieder vergessen haben wirst.
Man lebt für den Moment, denkst du dir, let it be, my darling, die Welt ist ein einziger Scherbenhaufen, der jeden Tag zusammengekehrt wird und in welchen man tags darauf aus unerfindlichem Grund wieder hineinstolpert, obwohl du
gar keine Glasflaschen im Kühlschrank zu Hause stehen hast.
Da fällt dir ein, dass du noch Einkaufen musst, um kurz nach 2 Uhr nachts, und findest dich eine halbe Stunde später wieder, mit verheulten Augen, klopfend und sabbernd an der Glastür eines Supermarkts, weil dir niemand aufmachen will, obwohl dort drinnen doch noch das Licht an ist.



Deine Bodenständigkeit – Niemand

7 02 2007

Deine Bodenständigkeit – Niemand >>

Da kann man bei Gelegenheit gleich auf dieses Projekt hinweisen. “Deine Bodenständigkeit” ist ein literarisches Weblog-Projekt, bei dem jeder, der sich an die Regeln hält, mitschreiben kann. Entstanden ist es aus der “Neuen Bodenständigkeit“. Literatur ohne Grenzen und Schranken, purer Text, pures Glück. Wie schön das Internet doch sein kann! :)



Zerbrochen und gesunken, in dunkle Sphären

6 02 2007

Was bleibt übrig, als sich an dem zerbrochenen Wrackteil des Rettungsbootes fest zu klammern, wenn der eiskalte Wind an der Haut und den Kleider reisst, hier auf dem offenen Meer. So dunkel ist es, fast schwarz, das Wasser greift mit schwarzen Krallen nach mir und die schwach schimmernden Sternlein schauen gleichgültig vom Himmel herab, wie Löcher in schwarzem Papier, und verschwimmen vor meinen Augen, so dass in dieser endlosen Wasserwüste ohne Horizont, mitten im Nichts, mich die Angst ergreift und das lauteste Schreien sich so leise anhört, wie ein heimliches Flüstern. Ich habe Angst, und ich glaube, für mich wird die Sonne nie mehr aufgehen, um mich mit ihren warmen Strahlen an der Nase kitzeln, wie sie es die Tage zuvor am frühen Morgen auf der Reeling getan hat. Mir wird schlecht und ich beginne meine Finger und Füße nicht mehr zu fühlen.
Jeder rauschende, klirrend kalte Schwall Wasser, der sich über meinen Körper ergießt, ist wie
das Schreien der Freunde, die in den letzten Stunden in diesem schwarzen Etwas versunken sind, weil ich sie doch nicht festhalten konnte. Sie waren schon so bleich und hatten aufgehört zu atmen. Dann haben die dunklen Kreaturen, die schon wieder nach mir greifen, sie zu sich nach unten gezogen. Ich will aber nicht in die Tiefe gerissen werden, denn das einzige was mich jetzt noch um das Überleben kämpfen lässt, ist die Angst vor dem Ertinken in dieser dunklen Unendlichkeit. Angst! Nicht so!
Nicht einmal der Mond scheint heute Nacht.



G**gle

6 02 2007

Hab ich es nicht schon vor einem halben Jahr erzählt?
Master Plan: The Movie zeigt anschaulich, was für eine Macht Google mittlerweile schon hat, und was für eine Gefahr das Informationsmonopol mit sich bringt. Selbst wenn man sich keineswegs für sowas interessiert, sollte man sich diesen Film zu Gemüte führen. Wenn auch nur die Hälfte der Aussagen des Videos wahr sein sollten, dann können wir uns warm anziehen. Da können mir die Marketing-Chefs dieser Firma noch soviel erzählen, ich glaube es nicht.
Der Krieg um die Informationen hat begonnen ist in vollem Gange.



That’s the way it goes

5 02 2007

Immer der gleiche Stress, immer die gleichen Probleme, und am Ende wird immer alles gut, so war es zumindest bisher, aber wer sagt, dass diesmal auch wieder alles in Butter wird? Die Zukunft ist noch nicht gelebt – lobe den Tage vor dem Abend nicht.
Der jenige der über den dümmsten Zufall stolpert, dass kann immer noch ich werden, nichts ist ausgeschlossen.

Selbstmitleid ist die beste Medizin für einsame Herzen.

Der Mensch an der Ampel neben dir nimmt diese Welt gerade vielleicht so ganz anders wahr, wie du es dir gar nicht vorstellen kannst. Vielleicht wie du von einem Jahr, vielleicht aber auch so, wie du es nie fühlen wirst, oder nie fühlen willst, oder eben nie im Leben dir ausmalen könntest.
Es gibt keine menschliche Einheit, jeder lebt für sich. Gemeinschaften sind nur Lug und Trug, außer sie sind klein und fein.



Kerzen auspusten ist ein Zeichen von Hoffnungslosigkeit

3 02 2007

Man kann viel vergessen. Zum Beispiel Geburtstage. Nur ist es schlimm, wenn man den eigenen vergisst.
Am 3. Januar 2006 gab es hier den ersten Eintrag.
Nun, eigentlich nur eine Wiederbelebung, denn eigentlich hat alles am 9. Juli 2005 angefangen. Nur war mir die blog.de-Werbe-Apartheid zu nervig und so bin ich zu einem unabhängigen Blogger mit eigener Domain und eigenem Grund und Boden (zumindest Server-Plattenplatz) geworden.
Eine aufregende Internetzukunft wartet auf mich und alle anderen virtuell extrovertierten Blogger – früher war alles besser, egal, sei’s drum.

I had to find the passage back
To the place I was before
relax, said the night man,
We are programmed to receive.
You can checkout any time you like,
But you can never leave!



Ich glaube

1 02 2007

Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle.
Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.

Inschrift im Warschauer Ghetto