K.

13 03 2007

K. kennt mich eigentlich wenig. Ich kenne K. auch nicht besonders gut, jedoch habe ich nichts gegen K. Heute aber, da beginnt K. eine Unterhaltung mit mir und fragt mich nach meinem Wochenende. Bisher habe ich mich mit K. noch nie unterhalten, höchstens in einer Art von öffentlichen Unterhaltungen, in denen der Rest der Anwesenden gespannt zuhört, weil es eventuell etwas Amüsantes zu hören geben könnte. K. spricht so, dass man sich nicht im Klaren darüber sein kann, ob er mich tadelt, ernsthaft mit mir Konversation führen will oder ob er mich verarscht. Er redet mit mir, wie mit einem neuen Schüler in einer Schulklasse, der erstmal auf Haut und Nieren vom selbsternannten Häuptling öffentlich auf Standfestigkeit gegen verbale Attacken geprüft wird, bevor andere sich mit ihm unterhalten dürfen.
Doch diese Gesetze gibt es schon lang nicht mehr.
Auch in der nächsten Stunde bekomme ich von K. inhaltslose Gesprächfetzen an den Kopf
geknallt, die wohl offenlegen sollen, dass es affig aussieht, wenn ich beim Aufwärmen Seil springe.
Ich habe nichts gegen K. Ob er was gegen mich hat, weiß ich nicht – ich will es auch nicht wissen, denn eigentlich ist es mir egal.
Mit der Zeit verstummt K. irgendwann mir gegenüber und beendet (vorerst) den von ihm angezettelten Psycho-Blitz-Krieg, der auf leere Bunker gestoßen ist. Vielleicht gab es K. trotz allem ein Erfolgsgefühl.
Wie dem auch sei – ich nehme es K. nicht übel.
Auch wenn ich ihn nicht verstehe.
K.



Tauchgang

11 03 2007

Kaltes Wasser. Wie eingefroren. Blauer Kachelboden. Weiße Sonnenflecken.
Blut. Schwarzrote Wolken. Unbeweglich.

Zufriedenes Treiben in der Kälte. Kein Atemzug.
Kein Schmerz. Lächeln.

Vergessen, nie mehr auftauchen. Augen schließen.
Unsterblichkeit.

Hände. Hände greifen nach mir. Reißen mich an die Oberfläche.
Hastiges umblicken. Schreien.
Sind verschwunden.

Alles rot um mich. Pochende Schläfen.
Ich sitze im Blut.

In meinem eigenen.



Resignierte Romantik

9 03 2007

Lieber Sommer kommst du bald,
über Felder, Wiesen und den Wald,
denn wartend auf das Glück der Sonne,
mein Herz springt voller Freud’ und Wonne.

Wenn die Blumen fröhlich sprießen,
wenn gold’ner Staub mich bringt zum Nießen,
dann strahlt die Welt in vollem Glanze,
und kitzelt mich das Leben an der Nase.

Doch kann man noch so oft von dichten,
vom Sommer, Leben und Geschichten,
denn was wär das Leben ohne Depressionen,
wer würde noch in blumig Träumen wohnen … ?

PS.: Reimschemata werden überschätzt. Poesie lodert für mich am hellsten wenn sie von Herzen kommt.
Und warum fällt mir gerade beim letzten Vers der letzten Strophe ewig kein Reim ein?



Streitfragen

5 03 2007

Eines Tages in der Zukunft erfuhr die Menschheit auf erschütternde Weise, woher auch immer, dass es Gott nicht gab. Viele Menschen verglühten im Kampf der Religionen, die sich gegenseitig auffraßen, im Streit um den letzten Sinn, bis alle Gläubigen von der Welt verschwunden waren und die Atheisten und Agnostiker, mit dem stolzen Gefühl, nun doch Recht behalten zu haben, ein großes Fest feierten, an dessen Ende sie sich im Streit um den letzten Wein alle gegenseitig umbrachten.
Dann waren alle Menschen tot und die Erde ward wieder wüst und leer.
Da dachte sich Gott, dass auf diesem schönen Planeten nun endlich Platz für ein paar Menschen geschaffen sei, die besser mit ihrem Leben umzugehen wissen, als wir.



Heute: Polizeikontrollen und der Friedenshase

5 03 2007

Mit Abstand eines der besten Virals der letzten Zeit. Die geilste Polizeikontrolle, die ich je gesehen habe.
(via)

Was mich auch noch amüsierte: Schweizer Armee marschierte in Liechtenstein ein.
Das ist ja ne’ Sache. Ich spende symbolisch als vermittelnder Sekundenkleber einen kleinen Friedenshasen.
Wer sich auch nach Frieden sehnt, oder einfach nur Spaß an sinnlosen Aktionen hat, kann es den Schweizern gleich tun, oder auch einen kleinen Friedensbunny in sein Blog posten.
Der Friedenshase gibt mir spirituelle und paramentale
Kraft um den Alltag zu bestehen.
*Ironie-war-noch-nie-meine-Stärke-Grinsen*

(\__/)
(O.o )
(> < )

Alle haben dich lieb, Hase.



Sonnenstrahlen

4 03 2007

Mit Kleid und Hut, sehr schön und fein,
steht ein Mann im Sonnenschein,
das Haupt bedeckt vom Seidenschirm,
perlt kein Tropfen von der Stirn.

Im Licht lässt sie ihn hell erstrahlen,
könnte heilen Schmerz und Qualen,
nimmt der Schirm ihm seine Sicht,
sieht er der Sonne Lächeln nicht.

Aufrecht stolz, den Kopf gestreckt,
Gesicht nimmer unter’m Schirm versteckt,
schweift er nun suchend um sich her,
doch die Sonne scheint nicht mehr …

Grüße an das Männlein mit Sonnenschirm, wir teilen dein Schicksal.



Moses und Umweltschutz

2 03 2007

Nach einiger Zeit habe ich mir gedacht, ich blogge mal wieder etwas zu dem Thema, zu dem mein Kopf zur Zeit sehr viele Gedanken ausspuckt. Gott, Jesus, Nächstenliebe, christliche Texte, die Bibel und der ganze Rest – damit können viele nichts anfangen, und viele haben nicht selten eine Aversion dagegen. Ich respektiere das und jeder andere Christ sollte das auch respektieren. Meiner Meinung nach ist es jedoch besser, Brücken zu schlagen, als Mauern zu bauen, oder anderen Menschen erst gar nicht anzubieten, die Brücke zu überqueren. Mit diesen Texten möchte ich zeigen, dass die christliche Religion alles andere als alt und verstaubt ist, und nicht nur aus einer grauhaarigen Eminenz mit Mitra und Goldstab in Rom besteht. In der Öffentlichkeit wird in dieser Sache, wie auch bei vielen anderen Themen, sehr schnell sehr gerne vereinfacht und zusammengestampft, so dass man am Ende von diesen Dingen am Besten gar nichts mehr hören will.
Wer bis
hierher gelesen hat, und sich für das Thema nicht interessiert (wichtig: nicht interessiert und nicht nicht auskennt!), der braucht es nicht zu lesen, doch es würde mich sehr freuen.

1. Mose 1, 26-28
26 Dann sprach Gott: »Nun wollen wir Menschen machen, ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist! Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde und über alles, was auf dem Boden kriecht.« 27 So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau. 28 Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.«

Wie bekannt ist dieser Teil der Bibel nicht? Doch je öfter man
etwas zu Ohren bekommt, desto mehr neigt man dazu, nicht mehr genau hin zu hören und zu vergessen. Man kann nicht behaupten, dass wir Menschen das Beste sind, das dieser Erde hat passieren können. Der Wachsame, mit offenen Ohren und Augen durch’s Leben gehend; dem wird klar wie wir mit unserer Heimat umgehen. Neben der Umweltverschmutzung, holzen wir Regenwälder ab und rotten alle möglichen Tierarten aus. Wir machen diesen Planeten kaputt. Viele sehen darin kein Problem, schließlich hat man es uns doch erlaubt …

Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde und über alles, was auf dem Boden kriecht.

… glaubt man zumindest auf den ersten Blick.
Eigentlich eine klare Ansage. Doch viele missverstehen diesen Teil. Macht, Herrschaft und Freiheit bringen auch Verantwortung mit sich, und das ist keine alleinig christliche Meinung. Wer bei den beiden vorigen Versen aus dem ersten Buch
Mose genau gelesen hat, dem sollte ein Licht aufgegangen sein.

Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer FÜRSORGE an.

Nach damaligem hebräischem Verständnis gehörten Herrschaft und Fürsorge zusammen. Man erkennt hier sehr gut, dass das Alte Testament kein veraltetes Schriftstück ist, welches nicht mehr in unsere moderne Welt hineinpasst.
In den Köpfen der Menschen hat es soviele Jahrhunderte gebraucht, bis man auf die Idee gekommen ist, dass wir auf unsere Umwelt achten sollten, und sie nicht zerstören, dass Batteriesäure und Sperrmüll nicht in den Wald gehören und verschwenderischer Umgang mit Rohstoffen und übermäßige Produktion von Abgasen unserer Atmospähre schaden.
Geht man so mit etwas um, das einem geschenkt und anvertraut wurde?

Dieses Buch war schneller als Greenpeace und schneller als Al Gore mit dem mahnenden grünen Finger.
Wenn also das nächste mal jemand die Bibel als veraltete Antiquität bezeichnet, die in unserer modernen Gesellschaft keine Gültigkeit mehr besitzt, dann werde ich ihm vom Umweltschutz und verantwortungsvollen Umgang mit der Erde erzählen.
In der Bibel steht der nämlich auf der ersten Seite.



Gedankefahrt

1 03 2007

Rauschend durch grüne Wiesen, glitzernd nass und funkelnd im goldgelben Sonnenlicht, umgeben von dunkelgrünen und braunen Baumwipfeln, der strahlend weißen Sonne entgegen über die Landstraße; so könnte das immer sein denke ich mir, und alles was stört und zwickt löst sich in Wohlgefallen auf. Der Kopf ist frei von aufreibenden Gedanken und der Blick schweift nur am Horizont entlang und über die Straße mit ihren kleinen Wasserlachen. Durch die nass geregneten Ortschaften, mit immerzu dem glühenden Lichtkegel vor den Füßen und Spritzwasser an der Frontscheibe – so kann man glücklich werden.
Nach dieser Freunde beginnt die Zeitperiode der perfekten Vorraussetzung, die zurückgestellten Konstrukte, welche endlos Straßen und Linien auf die Seele zeichnen, in Angriff zu nehmen und vorerst in der Schublade der Gewissheit zu verstauen.

Wer den Geschmack anderer verlacht, der sollte darauf achten,
sich beim Lachen nicht auf die Zunge zu beissen.

Jedesmal verspüre ich Ärger in mir, wenn ich sehe und höre, wie über der Geschmack anderer durch den Kakao gezogen wird, vor allem wenn es sich dabei um Dinge handelt, die demjenigen besonders wichtig sind. Möglicherweise ist es Schwachsinn, das demjenigen wichtig ist, oder unnötig und unverständlich. Doch es reicht, sich einmal in die Situation dieser Person zu versetzen, und man merkt: Ich würde wohl nicht anderes denken und handeln.
Jedoch muss ich sagen, dass mein eigener mahnender Zeigefinger, auch oft mit süßem Honig überzogen in das Kakaopulver taucht, und eine gierige Zunge die süße Essenz vom Finger saugt.
Aber es ist wohl jedem ein Gefallen getan, sogar ein einem selbst, wenn man dieses Verhalten abstreift.
Sauschwer, aber philantrop.