Die Ausweise, bitte

28 04 2007

Die Polizei scheint ja ganz nett zu sein. Wie ich darauf komme? Nun, ganz einfach: In meiner riesigen Metropole am Rande des Schönbuchs mit 3 Dönerbuden, 3 Supermärkten, einem Gymnasium, ganzen 2(!) Kreisverkehren und neuerdings auch einem Café am Marktplatz, gibt es in letzter Zeit Stunk.

Man muss sich das so vorstellen: In der Stadt soll dieses Jahr ein 1000-jähriges Jubläum gefeiert werden, wofür alles mögliche sinnlos renoviert wird und an jeder Ecke Blumenbeete angelegt werden. Da passen die vielen randalierenden Jugendlichen, die jedes Wochenende Scheiben einschlagen, Flaschen zerlegen und zu später Stunde noch rumgröhlend durch die Straßen ziehen, überhaupt nicht ins Bild.
Das Pack bevölkert den Supermarktparkplatz, anstatt brav in die Heia zu gehen. Schlimm ist das!
Da lässt sich die Staatsgewalt natürlich nicht lumpen und fährt eifrig Streife, was es in unserem idyllischen Kleinstädtchen davor noch nicht so
intensiv gab.
Finde ich ja irgendwie cool. Wenn man in Gruppengröße und Kleidung ungefähr auf unter 20 Jahre eingeschätzt wird, muss man damit rechnen, kontrolliert zu werden.
Habe mich gestern Abend schon wieder darauf gefreut, weil es Spaß macht, Polizisten zu beobachten und mir auszumalen, was denen gerade wohl im Kopf herumgeht oder wie die Leute in normaler Kleidung aussehen.

Dieses Mal waren es sehr junge Beamte. Ein bisschen über 20 vielleicht, Männlein und Weiblein. Als sie nach einer freundlichen, überschwänglichen Begrüßung unserseits die Ausweise verlangen, klingt das in gewisser Weise komisch. Das stereotype Bild vom altgedienten bärtigen Bullen, der konsequent und mit erwachsenem Unterton nach Alter bellt, oder dem erfahrenen Realityshow-Ordnungshüter, der auf alles eine Antwort weiß, zerbröckelt für ein paar Minuten. Während über Funk unsere Ausweise überprüft werden, plauschen wir mit der Polizistin, die ohne Uniform eigentlich ganz gut in unsere Runde gepasst
hätte.
Das ganz in unserer Nähe vor wenigen Tagen durchgeknallte Mörder eine Polizistin in diesem Alter an hellichtem Tag mit einem Kopfschuss getötet haben, deren Kollege dies zwar überlebte, aber nun im Koma liegt, ist schwer zu begreifen.

Wenn man sich dafür einsetzt die Ordnung aufrecht zu erhalten, welche das reibungslose Zusammenleben vieler verschiedener Menschen ermöglicht, hat man Besseres verdient, als erschossen zu werden. Unsere verwöhnte Käseglocke Deutschland braucht sich nicht zu wundern, wenn in geraumer Zeit mal keiner mehr Bock hat diesen Job zu machen.
Mein Respekt.



Killer

26 04 2007

“Was kommt denn da nun zu Tage?”, denk ich mir, als mich dieser Link erreicht.

Der Uni-Mörder von Virginia war ein rücksichtsloser Kerl [...] Doch Cho Seung Hui hat nicht. Er mochte brutale Killerspiele nicht. Nur echtes Blut. Dieser Kerl hat einfach nie ein Computerspiel angefasst. Und das böse Fernsehen kann es auch nicht gewesen sein, denn er besaß keines. Natürlich auch keinen Videorekorder. Hui war eben ein Naturtalent. Er brauchte kein digitales Übungsfeld, um eine echte Waffe abzudrücken.
The Inquirer DE (23.04.2007)

So ein Mist aber auch. Da bringt jemand Menschen um, ohne einen offensichtlichen Sündenbock zu hinterlassen. Wie kann er nur !?! Jetzt wird das ganze noch traumatischer, schließlich kann man sich so etwas überhaupt nicht mehr vorstellen. Man wird jedoch einige Prospekte von
Feuerwaffenversänden gefunden haben.
Aber die hat in Amerika sowieso fast jeder. Wahrscheinlich wie hier zu Lande Otto und Quelle.
Ja, genau das. Diese Riesenwälzer die kein Mensch liest.

Desweiteren muss ich mich als Blogger schimpfen, nocht nicht kritisch über Herrn Wolfgang Schäuble geschrieben zu haben.
Auf selbiger Seite springt mir nämlich ein sehr heißes Zitat von diesem tollen Innenminister entgegen:

Wir werden uns dem Druck der Straße nicht beugen.
Wolfgang Schäuble

Ja, Wolfgang – vielleicht nicht dem dem Druck der Straße, aber vielleicht dem tonnenschweren Druck der Menschen, denen das Netz, dass du totalüberwachen willst, ein lautere Stimme und ein größeres Publikum verleiht, als einem durchgeknallten Überwachungsfurz mit Hirngespinsten.
Kannst wahrscheinlich nicht mal ‘nen Wheelie …



Baum Blatt Strauch

26 04 2007

Ich hab keine Ahnung, wie der Baum heisst. Die Namen der Blumen kenne ich auch nicht. Was das für ein Käfer ist, würde ich auch gerne wissen. Trotzdem ist es ein seltenes Farbenspektakel, ins Licht gesetzt von einer Sonne, die an blauen Himmel angepinnt ist. Eigentlich ist es ein Armutszeugnis von mir. Der Baum hat weiße Blüten, aber Kirschbaum ist es keiner. Löwenzahn könnte ich noch identifizieren, sowie die Pusteblume.
Dann ist aber auch schon Schluss.



Meine Güte, bin ich blöd …

23 04 2007

Das kommt davon, wenn man sein Wordpess-Theme wechselt und dabei nicht darauf achtet, was man alles so konform und unkonform manuell in den Code reingebastelt hat.
Beim Kommentieren hatte ich im alten Theme das mehr oder weniger effektive Math Comment Spam Protection Plugin eingebaut, welches dem Abschicken eines Kommentars eine Rechenaufgabe voranstellte.
Beim Wechsel auf das neue Theme habe ich jedoch vergessen, das zugehörige Feld im Formual wieder einzubauen – es war aber noch aktiv.
So wurden eifrige Kommentarschreiber mit diesem Fehler abgespeist:
Fehler:Bitte drücke den Zurück-Button und gebe das richtige Ergebnis ein.
Ich entschuldige mich vielmals für die von mir durch nachlässigkeit gestiftete Verwirrung und bedanke mich bei href="http://nixblock.blogspot.com/" target="_blank">Nick, goron, thomas und htwo für die Hinweise per E-Mail.
Von so einem Feedback kann man als Blogger nur träumen, also nochmals Danke an euch, für eure rettenden Hinweise. :)

Die Welt wäre um einiges einfach, wenn man nicht versuchen würde Dinge zu verstehen, die später keinen interessieren.
Sven S., mit total motiviertem Gesichtszug in der Physikstunde



On and on

22 04 2007

Dein Leben kann nichts dafür dass du dich scheisse fühlst. Also fühl dich gut. Atme die Freude ein. Warum solltest du dich nicht glücklich fühlen, wenn es andere um dich herum tun, wenn das Wetter eine Anlass dazu bietet. Schiebe die Bedenken fort und gebe dem Moment eine Chance. Gleich ist er wieder fort.
Wie sagte es FearMe so schön in ihrem Blog: “Bilder sagen mehr als tausend Worte. Der Maler eines Bildes verewigt meist das, was er in diesem Moment fühlt, ohne zu wissen das er es malt.”
Das selbe gilt für Texte. Man fängt den Moment ein, die Emotionen, die Erlebnisse, die Befürchtungen, die Hoffnungen, die Zeit.
Ich glaube, die Unendlichkeit besteht nicht aus viel zeit und langen Wegen. Sie besteht aus einem Moment. Ein Moment, der so lang sein kann, dass er wie ein Leben scheint, oder auch nur so kurz, wie das
Schreien eines Vogels auf der Weide.
Was ist ein Moment? Wann ist er zu Ende?
Das Ziehen an einer teuren Zigarre, ein Schluck teurer Wein, ein aufreizendes Lächeln, ein Windhauch süßer Luft, eine einzige Emotion, ein Herzschlag, durch die Hände rinnender Sand.
In einer Sanduhr ist nicht nur deswegen Sand, weil er durch seine kleine Krongröße sehr flexibel nutzbar ist, sein unaufhaltsames Rinnen durch die schmale Enge der Uhr symbolisiert die Bürde aller Menschen. Eine Bürde oder ein Geschenk? Beides, wenn man stark genug ist, sich der Herausforderung zu stellen.
Vielleicht ist es ganz gut so, dass wir diese Uhr nicht umdrehen können …



Tapetenwechsel

22 04 2007

So fühlt es sich besser an, eindeutig. Noch mehr hoffe ich natürlich, dass es auch meine Leser anspricht.
Es handelt sich dabei um das Wordpess-Theme Freshy 1.0 von Julien de Luca.
Einige Anpassungen folgen noch.
Ein Blogdesign-Wechsel wirkt bei so einem Internet-Nerd wie mir, als hätte ich mein Zimmer neu gestrichen.
Amüsant, amüsant …



Bis zum Ende

21 04 2007

derekmadsen.jpg

Dieses Jahr gewann Renée C. Byer den Pulitzerpreis für ihre Fotoreihe, in welchem sie den krebskranken Derek Madsen und seine Mutter Cindy begleitete.
Bis zum Ende.
via



Hakapik

21 04 2007

Dieses Jahr war es wieder das Gleiche. Das war noch keine gerechte Strafe.
Nächstes Jahr werden die skrupellosen Mörder wieder auf die Jagd gehen.



Vergessen und Erinnern

20 04 2007

Everybody wants to go to heaven, but nobody wants to die.
Peter Tosh – Equal Rights

In dieser Welt geht mir das Sterben eindeutig zu schnell. Es ist zwar leicht gesagt, dass es jeden erwischen kann, doch wenn man sich wirklich darüber Gedanken macht, dann merkt man, wie unvorstellbar das Ganze scheint.
In dieser Welt lässt sich von einem Menschen nichts so Brutales bewerkstelligen, dass es nicht vergessen werden wird. Vergessen und Erinnern sind die einzigen Dinge, die es einem Menschen möglich machen, heil durch das Leben zu kommen. Und nein: Daran ist kein Gott schuld – wir sind daran Schuld. Mit jedem bösen Blick den wir in Gesichter schicken, schüren wir den Hass.
Wir machen die selben Fehler immer und immer wieder. Wieso Mauern bauen und
Brücken einreissen
? Hat denn aus Fehlern niemand gelernt? Erinnert sich denn niemand mehr?
Weshalb müssen Menschen sterben, die in Frieden leben wollen?
Diese Welt ist von Hass durchdrungen. Das lässt sich nicht leugnen.
Was nutzt es Schuldige zu suchen und zu bomben? Solange das weitergeht und solange nur ein einziges menschliches Wesen auf dieser Erde unter Hass, Ausgrenzung, Vernachlässigung und Unterdrückung leben muss, wird Hass entstehen.

We steal from beggars and ask for understanding, lie, rape, steal and murder to make tonights headlines!
In Flames – Vacuum



Ver(nunft)rückt

17 04 2007

“Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle, und wird durch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.”

Douglas Adams, galaktischer Anhalter