In Eile spricht aus mir Unverständnis, doch hoffe ich, dass man meine Aufregung und meine Gedanken verstehen kann.
Sie sagen, Gott gibt es nicht. Sie wollen andere davon überzeugen. Schön. Sollen sie doch.
Christen wollen entgegenhalten und in einer TV-Sendung die Existenz Gottes beweisen. Die Rationalisten sind ihre Gegner in diesem schwachsinnigen Duell.
Seit Jahrtausenden versuchen Menschen die Existenz Gottes zu beweisen. Am Ende bleibt immer die Ungewissheit, die weder einem naturwissenschaftlichen Weltbild Recht gibt, noch zweifellos die Existenz Gottes beweist. Doch das ist Ansichtssache.
Brian Flemming ist Atheist. Aber er zieht voller Inbrunst in einen Kreuzzug, seinen Kreuzzug gegen Gott: “Bis zum Ende des Christentums” will er kämpfen, sagt der 41-jährige Dokumentarfilmer aus Los Angeles oft.
Ahja, gut. Was versucht er zu bezwecken? Abweisung vom Irrweg? Verhinderung “Heiliger Kriege”? Mit solchen Zielen zettelt man höchstens welche an …
“Christen, bereitet euch auf den Kampf vor”, ruft Mike Mickey, Initiator der Website “Praise The Lord Challenge” auf.
Und dieser Mostkopf springt darauf an. Damit stiftet man keine Hoffnung und Liebe, sondern Hass. Wer mag Hass? Also ich nicht …
Was da wieder veranstaltet wird, gefällt mit Sicherheit weder Gott, noch dem Gott der Atheisten, wenn sie einen hätten – wo wir beim Punkt wären: Diese Idioten glauben doch wohl nicht ernsthaft, die Frage nach Gott in einer beschissenen Fensehsendung beantworten zu können !?!
Was maßen sich diese Bengel eigentlich an? Es geht hier um die Frage nach dem Sinn, die ultimative Sinnfrage, die ein lebendiger Mensch niemals beantworten wird können! Das Ergebnis dieser Sendung wird gestiftete Verwirrung sein. Und Hass.
Habt ihr euch auch früher im Geschichtsunterricht gefragt, was der Auslöser dafür sein mag, dass sich Menschen auf dieser Welt gegenseitig sinnlos umbringen? Die Lösung liegt auf dem Tisch, hier direkt vor uns. Keiner kann den Glauben und die Ansichten anderer respektieren. Dazu lassen wir das Ganze noch in einer total missgebildeten Gesellschaft geschehen, in der Amerikanischen – dann haben wir den Salat.
Eine persönliche Meinung: Meine Erfahrungen und philosophischen Überlegungen kommen zum Schluss, dass es einen Gott geben muss. Ich lasse Canterbury und Kant sinngemäß sprechen: Was geistig exisitiert, muss auch in der Realität existieren. Ein gedachter Sack von 100 Talern ist mindestens so gut, wie ein realer Sack mit 100 Talern.
Doch das ist ein Weg, den jeder Mensch selbst gehen muss. Am Ende gibt es zwei Ausgänge, zwei Möglichkeiten, für eine von beiden sich jeder entscheiden muss. Wohin diese Türen führen werden, dass wird für immer ungewiss bleiben. Zumindest in dieser Welt.
Eines haben Gläubige und Atheisten jedoch gemeinsam. Sie wissen beide nicht mit endgültiger Sicherheit, was sie hinter den Türen am Ende des Ganges erwartet, wenn sie ihre Argumentation mit der der jeweils anders denkenden Seite vergleichen, aber hoffen und glauben beide, in kein dunkles Loch zu fallen.
Es ist nicht so? Sie sind sich ihrer Gedanken also sicher? Weshalb versuchen sie dann krampfhaft sie zu beweisen?
Nein, wir müssen alle den Weg der gedachten Erkenntnis beschreiten, egal welche Meinung wir vertreten.
Wenigstens das.