Harry Potter und die chinesische Porzellanpuppe

11 08 2007

Kurios und erschreckend zugleich – so schrieb vor 2 Tagen die Zeit:

Die Chinesen, Zauberlehrlinge der Globalisierung, sind in der Lage, jedes Bedürfnis sofort zu stillen, auch den zügellosen Bedarf an Harry Potter. Sie haben einige Bände gleich selbst verfasst, auf Chinesisch – mit Anleihen bei der klassischen heimischen Literatur und bei Kung-Fu-Epen.

Ein paar Beispiele:

Harry Potter und die Kristallvase
Harry Potter und der Wanderdrachen
Harry Potter und das chinesische Reich
Reicher Vater, armer Vater und Harry Potter
Harry Potter und der Leopard, der auf den Drachen zugeht
Harry Potter und die jungen Helden
Harry Potter und der große Trichter
Harry Potter und die goldene Rüstung
Harry Potter und die chinesische Porzellanpuppe

Ich habe mir erlaubt
selbst auch noch ein paar Buchtitel zu erfinden, um die chinesische Volkswirtschaft zu unterstützen.

Harry Potter und das dämonische Urheberrecht
Harry Potter und die Kammer die Pressefreiheit des Schreckens
Harry Potter und der Orden des Phönix des Himmlischen Friedens
Harry Potter und der Gefangene von Askaban ohne Menschenrechte

Leider kann man sich Sympathie im Rest der Welt nicht als Plagiat herfälschen.
Pech für die Chinesen.



Blicke zurück

10 08 2007

Wie mir das in der letzten Zeit gefehlt hat: Von Impressionen schwärmen und die momentanen Gefühls-Revivals durch die Tastatur zu schleusen.
Es überfällt einen, wenn man schon die Bilder zu den Erinnerungen durchschaut. Dazu dudelt dieses melancholische “Footprints on my Ceiling” von Social Distortion durch meine Kopfhörer. Deren Musik passt immer sowas zum in Erinnerung schwelgen. Langgezogene Akkorde, schwerer, etwas ruhigerer Rythmus – diese typischen Abspann-Lieder, Zeugnisvergabe- oder Abschlussfestatmospähre bricht dann durch den Vorhang.
Wenn ich die Momente wieder zurückholen könnte, diese kurzen Blitze und Momente in meinem Leben …
Der Gitarren-Spass am Strand mir wässrigem Peroni-Bier und feinem Sand in den Schuhen und salziger Luft in den Lungen.
Die Whirlpool-Session nachts um 2 Uhr auf dem Zeltplatz.
Der Mosh-Pit bei den Ärzten mit Freunden und Fremden die für kurze Momente in der Menge zu einem Publikum
verschmolzen sind.

Dieses Blog wird bald wieder kräftig gefüllt werden.
Beim Bloggen erzählt man vom momentanen Status des eigenen Lebens – man überprüft ob man überhaupt noch lebt.
Man versucht dem entgegenzuwirken, dass man sich der Kürze des Lebens nicht erst bewusst wird, wenn es ans Sterben geht.
Und ich will noch lange leben!