Nichts verschwindet einfach

30 09 2007

Nichts verschwindet einfach. Was oder wer auch stirbt, es verschwindet nicht, es entschwindet nur aus unserem Blickfeld.



Menschenmenge

29 09 2007

Siehst du den grauen Himmel? Hörst du das weite, tiefe und beruhigend leise Rauschen des kalten Windes und der pulsierenden Stadtautobahn? Langsam die Brücke hinunter in Richtung Bahnhof trabend, alles menschenleer und in einem glasklaren Grau, messerscharf gezeichnet, wandelt sich das Rauschen zu einem tiefen Surren. An den verklebten Tasten des Fahrkartenautomates frieren fast die Finger fest.
Kurz nach der morgendlichen Rush-Hour, da wirkt die S-Bahn mit wenigen Fahrgästen so unglaublich groß, wenn dann die morgendliche Sonne leicht geblich über die ausgeblichenen Stoffsitze streicht und die verrosteten Waggons hinter den Fenstern anstrahlt. Die Köpfe und Oberkörper der wenigen Fahrgäste wackeln müde und passiv mit dem Rythmus der Schienen.
Aussteigen. Diese warme, stickige und trockene Luft, die durch S-Bahn-Schächte weht ist durchsetzt vom Geruch der Menschen um mich herum. Nach zwei Schritten durch die Wagentüre verschwinde ich in
der Menge und bekomme endlich ein sicheres Gefühl, so als ob man bei einsetzendem Regen in letztem Moment noch einen trockenen und warmen Unterstand gefunden hat. In wenigen Augenblicken zu einem mit der Menge verschmelzen, anonym, nicht zu entdecken, verschwunden für alle, entbunden von allem – ein eigenartiges Gefühl.



Dark Passion Play

28 09 2007

Juhu, das neue Nightwish-Album liegt gerade im CD-Laufwerk! Danke Amazon, wie immer pünktlich geliefert!
Und wie es bei wirklich ausnahmlos jeder Band der Fall ist, wenn ein neues Bandmitglied, in diesem Fall eine neue Sängerin, auf der Platte dabei ist, dann wird wieder ordentlich gemeckert. In den Youtube-Kommentaren passen dem einen die Schuhe nicht, dem anderen ist es zu poppig – und früher war sowieso alles besser. Ein ewiges Laster des Musikfans, welchem ich mich entziehe. Objektivität gegenüber den eigenen Vorurteilen heilt Wunder.

Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim alten bleibt.
Paulo Coelho


Nightwish – Amaranth



Gewohnheitsleichen *nerv*

26 09 2007

Im Herbst ist das Jahr ausgelutscht. Im Herbst wird man müde in die Sonne zu schauen. Im Herbst ist man genervt vom Trott des Alltags, einfach nur angenervt, gestresst vom Nichtstun. Von der Sonne bin ich genervt und von Smalltalk, von Dunkelheit und von Schweigen, von meiner Arbeitshaltung, die eigentlich nicht existent ist und von der Erkenntnis, dass ich eigentlich so gut wie gar nichts leiste, dass mich selbst, andere Menschen und die Welt in irgendeiner Weise vorwärts bringt.
Zum Glück gibt es einen Winter und eine weihnachtliche Tradition, sonst wäre ich mir sicher, wären schon tausende Kriege ausgebrochen. Ja, man kann glaube ich Weihnachten dafür verantwortlich machen, das größenwahnsinnige Politiker und Machthaber, Trolle und egozentrische Hammel, Egoisten und Schwarzmaler, wenn nicht durch Wetter und Weihnachtsbaum, wenigstens dadurch zur Ruhe kommen, dass in dieser Zeit die Bereitschaft sinkt, idiotische Aktionen zu bringen und
dauernd zu provozieren. Bei mir ist das nicht anders.

Auf diesem Planeten wimmelt es von von Menschen, die an etwas glauben, oder an nichts glauben, irgendwo hingehen oder einfach nur stehenbleiben, aber es dabei wie auch immer dauernd schaffen, sich unablässig auf die Füße zu treten.

Es nervt mich übrigens auch, schon seit über einer Woche nicht mehr gebloggt zu haben. Wann ich auch immer einen Schnitt machen will und für neue, klare, saubere Verhältnisse sorgen will, stehe ich mir selbst im Wege, wenn nicht sofort, dann spätestens am nächsten Tag. Warum? Warum kann man Gewohntheitsleichen nicht auf dem Scheiterhaufen verbrennen?
Leichen bluten kalt. Auch die im eigenen Keller.
Scheisse …



Rest in Peace

17 09 2007

Wie gut erinnere ich mich doch noch an den Ausflug in den Europapark mit unserem Physiklehrer. Baden im Baggersee, Chillen am Feuer – sogar kastenweise Getränke, Grillwürste, Steaks und Eis zum Kühlen hatte er damals für die Klasse organisiert. Weiter zurück in der Zeit erinnere ich mich an den Ausflug ins Pumpsspeicherkraftwerk und eine außerplanmäßige, abenteuerliche Wanderung duch den Schwarzwald. Eine aufbrausende, energische, aber liebenswürdige und sehr schülernahe Art kann man als ein Markenzeichen ansehen. Er war einfach einer dieser Lehrer, wo bei allen die ihn kannten und von ihm je unterrichtet worden waren, viele Erinnerungen hervorgerufen wurden, wenn man im Gespräch seinen Namen nannte; einfach eine Persönlichkeit, die einem Zeit des Lebens in Erinnerung bleibt.
In letzter Zeit habe ich ihn weniger gesehen, da ich bei ihm keinen Kurs mehr besuchte.
Doch heute gab es traurige Nachrichten. Zumindest für meine Klasse, meine
Schule und mich. Vor der Großen Pause wurde eine Sondersitzung im Lehrerzimmer angesetzt. Unser Deutschlehrer meinte noch zu uns, dass so etwas vielleicht einmal in 10 Jahren passiert und meist nichts Gutes bedeutet. Nach der Pause wurde unserem Deutschkurs und allen anderen Klassen dann über das Bescheid gegeben, was alle am wenigsten erwartet haben.
Am Wochenende ist, nennen wir ihn mal R. – Physiklehrer an unserer Schule, eine Ikone unter Generationen von Schülern – unerwartet verstorben.
Was sind wir denn mehr, als temporäre Flämmchen im Strudel der Zeit, deren Leuchten kein Selbstverständnis ist, und wenn sie ausgehen, dann kriegt man sie auch nicht mehr an, war es doch schon ein Wunder, dass sie überhaupt entfacht worden sind.
Ruhe in Frieden.



Sterbende Sonne

16 09 2007

Jetzt fängt wieder dieser goldene Herbst an, sterbenden Sommer mögen es manche auch nennen, die letzten bewussten Atemzüge, bei denen man realisiert, dass die warme fröhliche Jahreszeit und die Leichtigkeit des Lebens sich wieder in einen Winterschlaf verabschiedet. Die Lust an exszessiver Lebensfreude scheint verblichen und die Farbe des Lichtes schwenkt um von einem gleisenden heißen Weiß in ein warmes flackerndes Goldgelb. In diesem Licht sieht alles so schön aus, und wirkt alles so unendlich.
Dieses sterbende Licht hat man aber nicht den ganzen Tag im Auge. Nur am Abend für ein ein bis zwei Stunden lässt es sich blicken, wenn du Sonne in einem bestimmten Winkel auf unsere Köpfe scheint.
Man ist über die Melancholie nie weg, auch wenn das jedes Frühjahr ein frisches Lüftchen vermuten lässt, wenn es unser verstaubtes Ich vom alten Muff befreit wird. Die Sonne wird geboren und stirbt, jedes Jahr geschieht das so, und das was uns im
Winter nicht im Dunkeln sitzen lässt, ist die letzte Hoffnung auf das Ende einer kalten Zeit, die wir dann doch vermissen, wenn der entnadelte Tannenbaum aus dem Wohnzimmer scheidet.
Doch zum Glück fürfen wir jährlich die Geburt der Sonne erleben.



Joggen ist absurd

12 09 2007

Was für Menschen sind wir nur, die sich tagsüber in Blechbüchsen quetschen, die durch verstunkene Betonschluchten auf Asphalt dahinrollen, um dann abends wie wildgeworden durch den Wald zu rennen.



Sachen, die man mal machen müsste …

11 09 2007

Eine philosophische Diskussion mit Ex-Kanzler Helmut Schmid, das wäre so eine Sachen, die man mal machen müsste. Besser gesagt: Ich würde das gerne mal machen. Der Mann redet nicht viel, aber er kann viel wenig reden, was wieder einen ganzen Haufen an Redestoff macht.



Achtung, langsam fahren. Die Schule beginnt!

10 09 2007

Was soll man von mir heute anderes erwarten, als eine kritische Abhandlung der eigenen Lustlosigkeit am ersten Schultag. Da dachte ich mir, dass es etwas Gutes für sich hat, wenn die gammeligen Ferien endlich ein Ende haben. Aber nein – nach 5 Minuten Mathe heute morgen habe ich mich genauso gefühlt wie in der letzten Mathestunde vor den Ferien. Der gleiche nervige Mist, der gleiche Stoff und meine selbe Weichbirne, wie vor den Ferien. Alles dasselbe, meine selbe Unfähigkeit und Lustlosigkeit, die mich ein bisschen vermuten lässt, dass ich meinen Willen zu kämpfen ein kleines Stückchen verloren habe.
Ach, und Deutsch war da ja auch noch. Wie konnte ich nur vergessen in den 6 Wochen Ferien Schillers “Die Räuber” zu lesen? Wie konnte das denn nur passieren? Vielleicht trägt die gute Laune die Schuld, die ich mir nicht verderben wollte, wobei der gute Schiller da schon ein hervorragendes Werk auf die Beine gestellt hat. Wären da nur nicht die
vierstündigen Klausuren im kommenden Jahr, in welchen ich das Buch, entschuldigung, das Bühnenstück, in seine Einzelteile und Eingeweide zerlegen muss, bis zu dem Grenzpunkt, da die Folterung den Spaß an dem Kunstwerk aus Wort und Satz endgültig vernichtet hat.
Wenn ich eines überhaupt nicht leiden kann, dann ist das die Tatsache, dass einige meiner Mitschüler das Buch schon von vorne bis hinten durchexerziert haben und im Unterricht Wortmeldungen raushauen, die einen vermuten lassen, wir seien 2 Tage vor dem Deutsch-Abitur. Sie können ja nichts dafür, eher ist da meine fehlende Motivation der letzten Wochen schuld.
Dazu ist mir mein treuer alter Röhrenbildschirm der Krankheit verfallen. Die Symptome äußern sich in unerwarteter Bewusstlosigkeit.
Und wenn das so weiter geht, dann werde ich am Ende dieses Schuljahres auch bewusstlos auf dem Boden liegen …



Live fast, die young

5 09 2007

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