Schutzengel der Blogger

29 12 2007

Schutzengel der Blogger



Gott im Stress

26 12 2007

Die stressigste Zeit für Gott ist nicht, wie vom Großteil der Bevölkerung angenommen, die Weihnachtszeit, sondern die Zeit des Krieges – vorrangig dann, wenn viele verschiedene Menschen daran beteiligt sind, weil er dann vor jeder großen Schlacht von Feldgottesdienst zu Feldgottesdienst hetzen, und allen sich verfeindeten Beteiligten versprechen muss, dass sie den Krieg gewinnen.



Dritte Person und so

22 12 2007

Wie stark das Leben um einen herum doch von den eigenen Empfindungen und Einschätzungen geleitet wird. Warum kann man die nicht einfach ausschalten und einmal aus sich heraussteigen, über einem selbst schwebend die Welt betrachten und zu ganz anderen Urteilen und Ansichten kommen? Einfach mal unabhängig von den Worten und Entscheidungen der einen umgebenden Menschen sein und alles ganz gelassen von oben herab betrachten?
Gewissheit, Überblick, Zufriedenheit – und alles erscheint ganz klein, so wie die Sorgen über den Wolken, die eigene Faulheit oder die Krisen und Depressionen, die sich jeder selbst bastelt.

Wenn man lange in einen Abgrund blickt, dann blickt auch der Abgrund in einen selbst.
Friedrich Nietzsche

(Der Nitzsche ist eigentlich meiner Meinung nach ein ganz böser Stinker, aber einer von der ganz üblen Sorte, doch manche seiner Zitate kann man treffend anbringen.)
Da solche
Ausflüchte, aufgrund fehlender übernatürlicher Fähigkeiten, mir derenhalb nicht gestattet sind, bleibt trotzdem keinem vergönnt, sich selbst und sein Leben von oben zu betrachten. Da bieten sich viele Möglichkeiten. Kunst zum Beispiel. Öl-Gemälde im Internet zu suchen, auf Fotopapier auszudrucken und mit Tesa-Produkten an die Tapete zu kleben zeugt von hoher Kreativität. Man sieht jetzt nämlich die hässlichen grauen Stellen nicht mehr.
Jetzt wird sich der geneigte Leser fragen, was das mit Nietzsche zu tun hat – mit welch genialem philosophischen Winkelzug der Kerl jetzt dieses Zitat mit Renoir oder Monet verbinden will. Leider gibt es da keinen Zusammenhang, wie für so vieles im Leben.
Und bevor sich noch jemand ernsthaft verletzt, höre ich für heute lieber auf, so einen Stuss zu texten.



Wo sind wir?

17 12 2007

Er starrte auf die sich von der Wand ablösenden Tapetenfetzen unter denen das schimmlige Mauerwerk zum Vorschein kam. Sein Seufzen hallte im Raum wieder, wonach er ruhig und bedacht seinen Gegenüber fixierte und ihm in die Augen starrte.

“Weißt du, wo wir hinkommen? Wenn das so weiter geht?”
Mit entgeisterte Blicke antwortete sein Gegenüber: “Wenn was so weiter geht? Von was redest du?”
“Wenn die Menschen nicht mehr miteinander reden, sich nur noch in der S-Bahn anstarren und weiter wegschauen, wenn im benachbarten Abteil eine junge Mutter neben dem Kinderwagen vergewaltigt wird; wenn wir nur noch unser beschissen kleines Monatsgehalt im Kopf haben, mit dem wir uns scheissteure Flachbildfernseher kaufen, um uns den ganzen Tag berieseln lassen zu können; wenn nicht mehr wichtig ist, was du denkst, wir du handelst und wer du bist, sondern nur noch Bedeutung hat, was du leistest?”
Auf der Straße donnerte ein riesiger Lastzug vorbei,
dessen Lärm die Fensterscheiben erzittern ließ.
“Weißt du, wo wir dann hinkommen?”
Er zuckte mit den Schultern und begann zu antworten: “Hmm, gute Frage … keine Ahnung. Vielleicht in die Hölle?”, und schloss seinen einen Satz mit einem dämlichen Grinsen ab.

“Du Idiot! Gar nirgends kommen wir hin. Wir sind verdammt nochmal schon da!”

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Auf dem Zahnfleisch

11 12 2007

Auf dem Zahnfleisch. Keine Zeit. Overflow.
Wenn man kurz vor dem geistigen Kollaps steht, dann merkt man das nicht, weil man ganz ruhig ist.
Die Ruhe vor dem Sturm.
Vielleicht schleppt man sich auch so durch. Auf dem Zahnfleisch eben.
Einfach mal nichts machen. Die Pooren und das Herz öffnen. Die Ohren und die Augen öffnen.
Öffnen können.
Über nichts nachdenken.

Weihnachten, bitte komme!



Sommerträume im Anflug!

6 12 2007

Rock am Ring – Rock im Park – Lineup
6. – 8. Juni 2008

Babyshambles (Wenn der olle Pete nicht wieder im Knast hockt …)
Bullet For My Valentine
Die Toten Hosen
Dimmu Borgir (Die stinken!)
In Flames
Metallica (Das Non-Plus-Ultra!)
Motörhead
Nightwish
Rage Against The Machine
Sportfreunde Stiller
The Hellacopters

Vor einer halben Stunde kamen die News raus! JAAA ! *spring*



Jugendträume eines Wohlstandskindes

2 12 2007

Wie schwer die Augen sind. Als ich durch die kalten Straßen streifte, da dachte ich daran, wie ich nächsten Sommer vor einer großen Wiese stehe, die Grillen zirpen höre und die Luft vor meinen Augen flimmern sehe. An die Ereignisse des vergangenen Jahres werde ich denken – wie nervig eine Menge Leute und Ereignisse doch waren. Wie ereignislos dieses Leben als Schüler doch war. Das werde ich denken. Doch wenn ich eines Tages mit Sabbermaul, Gehstock und Weinschorle in einem Café sitzen werde, dann werden mir diese Tage vorkommen, wie das Paradies, wie die guten alten Tage. So wie Bryan Adams dem Sommer 69 nachtrauert oder Remarque die unschuldigen Jahre vor 1914. So wie mich manches maßlos angekotzt haben mag, so maßlos werde ich dann heulen. Aber der Lauf der Dinge sieht das nun mal so vor und der Lauf der Natur sieht nun mal auch vor, dass einem diese Tage dann vorkommen werden wie gestern; das Bier wird schmecken wie damals, wenn auch mit
anderem Etikett, und auch die Musik wird die selbe sein, die aus den Lautsprechern tönt. Sogar die Jugend wird die selben Probleme haben und Witze reissen wie wir zu der Zeit.
Leider liegt es in der Natur der Sache, dass man ab einem bestimmten Alter nicht mehr im kollektiven Schweiss, alle in den Armen, zur Musik springen, oder vor dem Supermarkt mit gemopsten Einkaufswagen Rennen veranstalten und sich schamlos um 3 Uhr nachts unter der Woche in der Disco auf einem heruntergekommen Klo übergeben kann. Irgendwann kommt die Zeit, da macht man keine Sturmfrei-Hauspartys mehr und da geht man nicht mehr zu Fuß aus Spaß in den Burger-Drive-In.
Man könnte es theoretisch schon, aber man wird sich wahrscheinlich einfach fehl am Platz vorkommen. Kindisch.
Vielleicht. Wird man je erwachsen? Why can’t I save the moment? Every single moment?
Manche Episoden des Lebens kann man einfach nur einmal erleben. Manche dürfen sie nie erleben, weil sie nicht mal Wasser trinken können ohne danach Durchfall und
Ruhr zu kriegen.
Es mag sich egoistisch anhören: Aber, danke dafür, dass ich ein verwöhntes und proletendes Wohlstandskind sein darf.

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