Jean-Paul

24 03 2008

Wenn Sartre sagt, dass wir dazu verdammt seien frei zu sein, dann verstehe ich das zumindest in soweit, dass ich meine Freiheit dazu nutze die ganze Zeit nur irgendeinen Scheiss im Internet zu machen, anstatt endlich an meinen Schreibtisch zu gehen und etwas zu lernen.



Gerüchte der lebendigen Toten

19 03 2008

Da gibt es doch diese Sache, diese Geschichte mit der Wahrnehmung von Zeit. Aus wenigen Quellen habe ich schon gehört, dass die Zeit, die nach dem achtzehnten Lebensjahr kommt, also der Rest der übrigen Lebenszeit, genauso schnell vergehen soll, wie die ersten 18 Jahre. Woran könnte das liegen? An unserer Gleichgültigkeit? An der abgestorbenen Neugier? An dem Verständnis, dass wir von der Welt gewonnen haben? Wenn in unserem Kopf nichts passiert was uns bewegt, dann bewegen wir uns auch nicht gegen den Strom der Zeit. Aber es ist doch alles eine Sache der Wahrnehmung. Wir nehmen die Zeit nur schneller war, weil wir einzelne Momente nicht mehr wirklich und bewusst wahrnehmen. Und werden Träume auch dazu gezählt? Da gibt es nämlich noch eine Geschichte, von der ich gehört habe.
Jeder kennt das, wenn er müde auf sein Bett sinkt, die Augen schließt und wirres Zeug träumt; durch
Welten verrücktester Natur geistert und sich dabei vorkommt, als sei man auf einem stundenlangen Trip. Doch nach dem Aufwachen sagt mit der Radiowecker, dass seit meinen Einschlafen nicht einmal ganze zwei Minuten vergangen sind.
Im Traum gibt es keine Zeit. Wir können im Traum nicht sagen, dass wir schon seit ungefähr zwei Minuten träumen, weil ein Traum nicht wirklich geschieht, sondern nur aus einem Gedankenblitz besteht – einer Abfolge von Impulsen in unserem Kopf, die sich innerhalb von Sekundenbruchteilen erledigt hat. Deshalb erleben wir die Momente in unseren Träumen auch nicht bewusst, denn um einen Moment bewusst zu erleben muss man in der Lage sein, sich im Nachhinein ebenso bewusst an diesen Moment erinnern zu können. Erst dann findet dieser Moment in unserem Kopf statt. Aber ein Traum ist nur ein Film.
Und nun zum Sterben: Wenn ein Mensch stirbt, dann setzen die Funktionen des Gehirns anscheinend nicht sofort aus, sondern sind noch je nach Todesart eine bestimmte Zeit aktiv (was
sich beim Verglühen im Einschlagsradius einer Atombombe beispielweise erledigt hat. Aber von so einem Scheisstod gehen wir jetzt mal nicht aus).
Nehmen wir doch einmal an, diese Mär von der Geschicht’, dass im Moment des Todes das ganze eigene Leben nochmal an einem vorbeizieht, sei wahr und möglich … könnten wir dann in diesen Bruchteilen der Zeit nicht noch einmal unser ganzes Leben durchleben?
Ob das jetzt wissenschaftlich korrekt sein mag oder nicht, das sei mal dahingestellt. Aber alleine die Vorstellung von der Sache, dass man in diesen Bruchteilen der Zeit ein unendlich langes Leben wahrnehmen könnte, die ist beeindruckend. Ob wir in dieser Zeit etwas verändern können, das ist nicht entscheidbar, denn woher wissen wir, dass wir überhaupt etwas verändern. Wissen wir es jetzt, in diesem Moment, ob wir etwas verändern können, oder ob unsere komplette Wahrnehmung schon vorbestimmt ist?
Beunruhigend finde ich deshalb bei dieser These allerdings, dass man sich doch eigentlich nicht
darüber im Klaren sein kann, ob man genau in diesem Moment, in welchem ich diesen Artikel schreibe und ihr ihn lest, dass man in diesem Moment möglicherweise schon diesen letzten Traum durchlebt und eigentlich schon lange tot ist.

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Pfffchhhiiuuuu

18 03 2008

Als kleiner Kerl im Kindergarten habe ich mich eigentlich immer weniger für komplizierte Spiele interessiert. Neben spektakulären Kamerafahrten mit dem Kopf über monumentale Bauklotzbauwerke, gehörte zu meinem kreativen und selbstbestimmten Schaffen vorzugsweise auch dazu, einfach nur ungestört zu malen. Malen und dabei Geräusche machen. Tschschfffchaaaa oder Brruuaaachschhhh. Schließlich sollte der Fluss, den ich da auf dem Papier produzierte, auch authentische Geräusche machen. Meine Malkünste haben sich seit dieser Zeit zwar nicht großartig verbessert – das gebe ich offen zu – aber Spaß gemacht hate es trotzdem.
Bei diesem Schnappschuss, den ich nur mehr als zehn Jahre später, vor ein paar Tagen irgendwann mal geschossen habe, würde meiner Meinung nach Pfffchhhiiuuuu sehr gut dazu passen. Eigentlich macht Licht ja keine Geräusche, aber manche Träume und Illusionen gibt man eben nie auf.

Sonne und Wolken



Video Killed The Radio Star

17 03 2008

Der Herr Kavka von MTV beweist Geschmack und veröffentlich bei DIE ZEIT: ZUENDER seine Top 100 der Musikvideos. Wenn sich da einer auskennt, dann wohl er.

Meine Top 6:
1. Johnny Cash – Hurt
2. Weezer – Buddy Holly
3. Metallica – One
4. Fatboy Slim – Praise You
5. Daft Punk – One More Time
6. The Verve – Bittersweet Symphony



T*BET!

16 03 2008

So eine Wut habe ich! So eine verdammte Wut auf diese scheiss Regierung! Die chinesische Regierung tötet eine Kultur, tötet Menschen, tötet freie Menschen und die Welt schaut zu – der Diplomatie wegen. Spiele des Friedens sollen die Olympischen Spiele sein. Haha! Hahahahahaha! Hat man aus Berlin ’36 denn nichts gelernt? Damals hat sich ein von Arschöchern regiertes Land auch von seiner “besten” Seite gezeigt, alle Kritiker in den Keller gesperrt und zur Tarnung ein paar Juden herrumlaufen lassen, damit auch ja nicht auffällt, dass man die eigentlich viel lieber als Brennholz verwenden würde, anstatt sie als Menschen zu behandeln.
‘Hui hui, ruhig mit den Pferden, dass kann man doch nicht vergleichen …’. So? Kann man das nicht? Wie werden das die Chinesen handhaben? Dürfen im Sommer dann auch ein paar als Mönche verkleidete chinesische Regierungsfunktionäre ins Stadion einlaufen?
Der Ferne Osten gebärt in den letzten Jahren ein
bizzarres und ekelhaftes Zwittermonster, ein Mischwesen, dass die Raffgier und Rücksichtslosigkeit des Kapitalismus mit der erzwungenen Solidarität und Unterdrückung des Sozialismus vereint. Ein Land ohne Gewissen. Ein Land das seine Bevölkerung als Baumaterial verwendet und auf den Baustellen für die Führenden und Reichen des Landes verheizt. Wenn man den Experten Glauben schenken kann, dann hat China in 3 Jahren den USA den ersten Rang in Sachen militärischer Ausrüstung abgelaufen, in Sachen Menschenrechtsverletzungen sind die Chinesen sowieso schon die blutige Nummer Eins. Ein stehendes Heer mit 7 Millionen Soldaten. Meint da ernsthaft noch jemand, dass Tibet dann noch eine Chance hat?
Lasst am 8. August den Fernseher aus. Ich werde ihn nicht einschalten.

Update:

Außerdem sei das IOC immer gegen Boykotte der Spiele gewesen und es sei nicht die Aufgabe des Komitees, die Menschenrechtssituation in Tibet zu verbessern.
via

Lächerlich. Einfach nur lächerlich. So kann man sich auch gut aus der Verantwortung stehlen. Es ist die Aufgabe JEDEN Menschens, wenn er die Möglichkeit dazu hat, sich dafür einzusetzen, dass es anderen Menschen besser geht. Die würden ihre dämlichen Leichtathletik-Spielchen wohl auch noch dann veranstalten, wenn vor dem Stadion friedlich demonstrierende tibetische Mönche erschossen werden.
Jaques Rogge, Präsident des Olympia-Affen-Komitees, bekommt von mir heute den Mittelfinger des Monats!



Nein, will ich nicht!

12 03 2008

Ihr verdammten Penner, ich will keine uk car insurance, keine student car insurance uk und auch keine beschissene house cleaning insurance – ich kann selber putzen! Warum lässt mein Spamfilter das Zeug eigentlich noch durch? Zwei Filter, ein Eingabefilter; was braucht man denn noch alles?
Wenn ich Computerkrimineller wäre, dann würde ich auch gerne Geld verdienen wollen, aber ich würde nie ein Mittel benutzen: Spam. Spam ist das hinterträchtigste, was das Netz bisher hervorgebracht hat. Das ist genauso hinterträchtig, wie die mittelalterliche Praxis die darin bestand, einer belagerten Burg Tierkadaver und die Köpfe der eigenen Männer über die Burgmauern zu katapultieren. Für Spammer fordere ich ein spezielles Bestrafungsprogramm: Human Anti-Spam Method, kurz HASM. Anstatt in den Strafanstalten irgendwelche Berufe zu erlernen, wie Schreiner oder Schlosser, die sie auf dem deutschen
Arbeitsmarkt nach ihrer Freilassung später sowieso nicht ausüben können, weil unsere Assi-Gesellschaft keine Knackis haben will, oder irgendwelche Schrauben einzusortieren und Bettwäsche zusammenzulegen, sollte man Häftlinge, die entsprechene Spam-Straftaten begangen haben, mit einem Computer ausstatten, mit dem er dann zugewiesene Blogs von unerwünschtem Spam und Werbebotschaften befreien muss.
Ich sag’s euch, die Spammer würden auf ihrem ehemaligen Segment nie wieder kriminell …



Natur der Momente

8 03 2008

Das Leben besteht aus Momenten. So, wie ein kariertes Heft aus vielen kleinen Kästchen besteht und ein Thermometer aus vielen kleinen Einheiten, so verhält es sich auch mit den Momenten in unserem Leben. Aber diese Einheiten und Einteilungen, die legen wir selbst fest. Wir schaffen sie, um ordentliche geometrische Figuren zeichnen zu können und um feste Zahlen haben zu können, um danach unsere Garderobe zu richten. Wir teilen uns unser Leben in Momente ein, halten sie fest mit Fotoapparaten, Kameras und schlechten Insiderwitzen. Und wenn man sich zurückerinnert, dann merkt man, dass diese Momente nur zu diesen besonderen Momenten geworden sind, zu dieses Perlen der Erinnerung, weil wir sie uns so eingebildet haben, weil sie unsere Illusion waren, unsere Wünsche und unsere Träume.
Momente werden erst zu unvergesslichen Momenten, wenn man beginnt sie zu vergessen …

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Existence

5 03 2008

Und dann denke ich mir … Ab wann ist etwas Realität? Gedanken und Ideen sind nicht real und doch leugnet sie keiner, jedoch sie sind die Essenz aus der das Reale entsteht. Der Einfall, das Bild, das Wort, der Klang, die Idee aus der wir etwas schaffen, etwas formen, schreien, schneiden, schreiben, zeichnen oder zum Leben erwecken – es lässt sich nicht messen, wie ein Strom, eine Kraft oder Temperatur.
Wir können nicht nachweisen, dass wir etwas gedacht haben, außer wir können ein Ergebnis präsentieren, dass wir aus diesen Gedanken geschaffen haben. Aber woher wissen wir, ob das, was wir als Ergebnis, als real vor uns sehen, nicht auch nur ein Gedanke ist, eine Einbildung, eine Idee? Ist es dann nichts?
Jemand, der nicht denkt wie ein Mensch, der wird nie verstehen können, warum wir helfen und entscheiden, lieben und hassen. Er wird auch nicht verstehen, dass wir uns nach einem Gott fragen. Ist Gott dann nichts? Exisitieren diese Dinge
dann überhaupt? Ist das Sein das Nichts? Sind wir dann Nichts? Exisitieren wir dann überhaupt? Oder sind wir nur Figuren in einem Traum eines Schlafenenden, die bei seinem Erwachen einfach verschwinden?
Wie kann man diese Fragen zusammenfassen? Am besten überhaupt nicht. Denn das würde schon wieder Antworten geben und die haben wir nicht. Und die werden wir auch nie haben.