Vergangenheitsbewältigung durch Aufräumen

30 04 2008

Ich räumte gestern auf und mistete aus und was dabei zum Vorschein kam, das kann man mit einem schon vor 40 Jahren sehr beliebten Spruch gut resümieren:
In meinen Schränken und Regalen – Muff von 1000 Jahren.
(Der gewiefte Experte wird mir jetzt um die Ohren hauen, dass mit den 1000 Jahren damals auf das Nazi-Reich angespielt werden sollte, aber keine Angst – in meinen Schubladen lagern keine Führerbilder und Volkssturmplakate aus meiner Kindheit. Das Zeug habe ich ’45 beim Einmarsch der Russen sorgfältig im Heizofen verbrannt).
Dafür sind andere interessante Fundstücke zu nennen: Unter anderem meine Grundschulempfehlung für’s Gymnasium aus dem Jahr 1999, ein alter Zirkel und jede Menge gebrauchtes Ohropax. Was mich erboste: Jede Menge unbenutzte, unbeschriebene karierte Ringblöcke und Ringbucheinlagen – und ich
Idiot habe über die letzten Jahre ein Vermögen für Papier im örtlichen Schreibwarenladen liegen lassen. Indes stieß ich auch auf Schulbücher von denen ich nicht mal mehr wusste, dass ich sie noch habe oder je hatte, wovon einige sicher hätten zurückgegegeben werden müssen, welche aber von der Schule nie zurückgefordert wurden. Mal sehen ob die bei Schinken meiner diesjährigen letzten schulischen Bücherrückgabe eingefordert werden.
Dabei wird mir mal wieder bewusst wie viel, davon jedoch zugleich auch so wenig wichtigen materiellen Besitz man selbst eigentlich in seinem Leben anhäuft. So viel Papier, so viel Verschwendung von Zeit und Mühe …



Wasser predigen und Wein trinken

29 04 2008

Man sollte sich diese Seite ganz genau anschauen und dann wird einem vielleicht auf auffallen, dass etwas nicht ganz zusammenpasst …

Manche Politiker sterben auf Barrikaden, auf denen sie gar nicht gestanden sind.
Francois Mitterand

via



Provokation

28 04 2008

Der Papst ist nicht böse. Er hat nur andere Ansichten.



Ehrenbürger

22 04 2008

Es ist mal wieder soweit. Ich reihe mich in die Riege vieler anderer Trolle ein, die ihren Senf zur Mainstream-Politik abgeben.

Hiermit ernenne ich den Dalai Lama und den chinesischen “Dissidenten” (ich würde ihn eher einen mutigen Mann nennen) Hu Jia, zu Ehrenbürgern von “Gedanken im Glas”.
Ich hoffe inständig, dass dies die Außenbeziehungen dieses Blogs zu China schwer beschädigt und das sich das chinesische Volk dadurch provoziert fühlt. Schließlich habe ich mich mit diesem Schritt ja durchaus in die “inneren Angelegenheiten” der Chinesen eingemischt.

Ja, aber ja – ich weiß dass solche Kritik oberflächlich und auch überhaupt nicht speziell expertenmäßig und neu ist. Und diplomatisch bin ich auch nicht. Aber genau deswegen heisse ich auch nicht Rice oder Steinmeier. Jedoch muss man zugeben, dass trotzdem ein gewisser Wahrheitsgehalt nicht zu leugnen ist.
Sollen sich die Teflongesichter ruhig vor Ärger in den Arsch
beissen! Mit ihrer Reaktion haben sie ihre weltpolitische Feinfühligkeit und fehlende Toleranz wiederholt glanzvoll im Licht der aufgehenden Sonne präsentiert.
Sie haben immer recht. Nur die bösen Europäer, Amerikaner und was sonst noch so haust auf diesem Ei der Schöpfung; alle die tragen die Schuld an der Misere und können sich nicht in Respekt üben, aber nach dem Fahnenmasten im eigenen Auge hält dort mehrheitlich keiner Ausschau. Dieses Land schaut auf den Rest der Welt hinab, zumindest bekomme ich durch die momentanen Ereignisse diesen schrecklichen Eindruck.

Doch es wird weitergeschleimt. Es wird weiter über den Fluss gewunken und das Taschentuch geschwenkt anstatt Brücken zu bauen, auf denen man sich trifft um miteinander zu sprechen und sich Zugeständnisse zu machen. Fragt man sich nur wie man das anstellen will, wenn der eine Gesprächspartner sowieso immer Recht hat und eigentlich gar nicht wirklich zuhört, außer das Gesagte wird als Kränkung aufgefasst und dient zur
Festigung und Selbstrechtfertigung der eigenen Position vor dem eigenen Volk.
In diesem medienpräsenten Teil der Olympia-China-Fackel-Boykott-Tibet-Dalai-Lama-Diskussion sind nur stinkende Kobolde unterwegs, die alle schön ihren Mund halten, weil sie alle, mal ganz obszön formuliert, ihren Arsch dick in China hängen haben.

Kann mir mal einer sagen was denn bitte damit erreicht werden soll, vor einer französischen Supermarktkette zu demonstrieren, wenn das Land nur mit einzelnen Franzosen nicht klar kommt?
Ich finde Microsoft auch nicht toll – demonstriere ich deshalb im Media Markt? Nun ja, es sei den Chinesen verziehen. Im Demonstrieren haben sie nicht viel Übung. Das wird in China nämlich zumeist mit “Vom-Panzer-überrollt-werden” bestraft.

Peking spricht von einer „Provokation“ – der gesunde Mensch spricht von einem Bekenntnis
zur Wahrheit.



Pusteficks

21 04 2008

Aus wahrnehmungspsychologischen Gründen steht ist der Name der coolsten Seifenblasenfirma outta South-Germany in der Überschrift absichtlich falsch geschrieben. Wörter die mit Sex und anderen schlüpfrigen Dingen zu tun haben bekommen ja anscheinend mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und das alles nur für eine simple, aber sehr spaßige Sache. Das Pustefix-Spiel!
Mit 783 Punkten habe ich es leider nicht in die Top 20 geschafft – da ist alles voll gespammt von irgend deinem “Schatzi” und seine “Claudi”.



Und heute frug ich mich …

17 04 2008

… ob “Triefnille” wohl die politische unkorrekte Bezeichnung für eine inkontinente Person ist.



Pessimismus pur

13 04 2008

Es wäre möglich die Sache so zu formulieren, dass jeder Atemzug und jeder Herzschlag nur ein vergebliches und panisches Strampeln im letzten und einzigen Todeskampf ist, denn jeder während des kurzen Moments des Lebens kämpft, der ihm zugestanden wird.
Wir leben, weil wir verfallen. Das Reifen ist ein Niedergang. Es gibt keine Perfektion, denn in jedem von uns steckt ein kleiner Faktor, der uns begrenzt: ein toter Nerv, ein kleines Feld in einer Tabelle, dessen Wert gegen alle anderen läuft oder ein kaputtes Lämpchen in einer Leuchtreklame.
Doch gerade diese Fehlfunktion, die in jedem Menschen steckt, die unterscheidet uns von einem Stück totem Holz, einem klumpen Erz oder einem Kieselstein, einem Computer oder einem Schaltkreis. Das macht uns zu Lebewesen.
Das macht uns zu Menschen.



Immer diese Jugendlichen …

5 04 2008

[...]
Meine eigene Jugend (und ich meine jetzt die reale, nicht die berufliche) hielt für meine Eltern auch so manches Rätsel parat. Warum sieht unser Sohn so komisch aus? Warum hört er diese merkwürdige Musik? Warum wählt er eine ganz andere Partei? In allen Fällen hätte ich antworten können: Weil ich euer Kind bin.
[...]

Ein einfach toller Artikel von Markus Kavka bei der ZEIT.



Xinhua

4 04 2008

Ich brauche keine Comedy-Central mehr und auch kein Quatsch-Comedy-Club, kein Nightwash und kein Switch! Reloaded. Und erst recht kein “Die-dümmsten-was-weiß-ich-der-Welt”. Nein – ich habe etwas Neues gefunden. Ab sofort schaue ich immer Ausschnitte aus dem chinesischen Staatsfernsehen. Da steht immer so eine komische Alte hinter dem Mikro (aka MC Regierungssprecherin) und haut Pointen raus wie: “China ist ein Rechtsstaat.”
Geschmackloser Witz …



Nur Hass

2 04 2008

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.
Bertha von Suttner

Wenn Menschen sich auf religiöse Schriften berufen, wenn sie Familien zerstören, Kinder in den Tod reissen und Menschen den Kopf abschneiden, dann zeigt das mir wiederholt, dass es keinen Sinn macht, diesen Menschen wiederrum mit Gewalt zu begegenen, weil sie das in ihren Annahmen und Motiven nur bestärkt, die sie zu solchen Taten bewegen. Und es macht auch keinen Sinn ein filmisches, mit Koran-Versen gespicktes, “Best-Of” dieser Gewalttaten zu erstellen, welches mit den Emotionen der Zuschauer spielt, und dabei nicht zur Lösung beträgt, sondern nur polarisiert. Ist das nicht sichtbar eine Suche nach Schuldigen – die Schaffung eines Feindbildes?
Deshalb kann ich eindeutig sagen: Durch Geert
Wilders Film und Kriegsmärsche in islamische Länder werden nicht weniger Menschen sterben, nicht die Taten von Extremisten zurückgehen, und wird auch niemand davon überzeugt werden, das Töten die falsche Lösung ist. Im Gegenteil: Es werden noch mehr Menschen sterben und es wird nur noch mehr Hass entstehen. Auf diese Folgerung kann doch nicht nur ich kommen !?!
Offen werden Gewalttaten von Terroristen verurteilt und trotzdem greift man selbst zum Gewehr und schiesst die Leute tot, anstatt ihnen die Hand zu geben und redet über sie anstatt mit ihnen zu reden. Wie kann man nur so offensichtlich Wasser predigen und Wein trinken? Der ewig eitle Mensch …
Doch so einfach lassen sich Ideen nicht totkriegen; die Menschen greifen andere Hände. Hände die ihnen nicht nur aufhelfen, sondern die ihnen auch noch einen Grund dazu geben auf die einzuschlagen, die ihnen verweigerten, mit ihnen zu sprechen.
Man kann aber nicht sagen, dass die böse westliche Welt das wirkliche Arschloch in der
ganzen Geschichte ist. Man kann auch nicht den Hasspredigern und “heiligen Kriegern” die alleinige Schuld geben. Die machen das auch nicht zum Spaß. Wir sind alle Arschlöcher. Wir tragen alle die Schuld an dieser Situation.
Und deshalb können wir auch nur alle gemeinsam ohne Gewalt diese Probleme lösen; sie nicht substituieren, sie nicht mit weiterer Gewalt unterdrücken und verschlimmern.
Jaja, das hört sich alles sehr blumig an, abgehoben und an der Realität vorbei. Aber hat es je jemand wirklich versucht? Hatten die anderen Methoden bisher einen Erfolg zu verzeichnen? Wenige haben es versucht, doch die mochten viele nicht, weswegen man sie schnurstracks, wunderlicherweise wieder mit Gewalt, aus der Welt schaffte.
Wann werden wir endlich uns selbst überwinden?