Jarhead – Willkommen im Dreck

5 01 2006

Soeben mit Norman im Kino gewesen. Selten so eine geilen Film gesehen.

1991 wurde das United States Marine Corps für die Operation “Desert Storm” in die kuwaitische Wüste geschickt. Dort galt es, die irakische Invasion zu stoppen. Doch es war niemand da, den man bekämpfen konnte. Die massiven Luftangriffe der amerikanischen Air Force hatten die irakische Armee schnell demoralisiert, in die Bunker oder zur direkten Aufgabe getrieben. Für die Marines gab es nichts zu tun. 2003 veröffentlichte Anthony Swofford mit dem autobiografischen Roman “Jarhead” seine Erlebnisse als einer dieser Marines, die während des Ersten Golfkriegs zu Beobachtern degradiert wurden. Der britische Regisseur Sam Mendes, Oscar-geehrt für “American Beauty”, hat diese ungewöhnliche Sicht auf die Ereignisse nun eindrucksvoll verfilmt. Die Story folgt dem Marine-Scharfschützen Tony Swofford (absolut brillant: Jake Gyllenhaal) und seiner durch Sergeant Sykes (Oscar-
Gewinner Jamie Foxx) angeführten Einheit von der Ausbildung bis zum vermeintlichen Fronteinsatz.
Auch ohne epische Schlachtengemälde, wie in berühmten Genre Vorgänger à la “Apocalypse Now”, “Platoon” oder “Full Metal Jacket”, steht die emotionale Wandlung der einfachen Soldaten im Mittelpunkt und ist fast körperlich spürbar. Die Sinnlosigkeit eines Krieges ist schließlich auch ohne Leichenberge darstellbar. In “Jarhead” vollzieht sich die Veränderung schleichend. Die Marines sind gut ausgebildet und kommen kampfesdurstig im Mittleren Osten an. Doch die sengende Wüstenhitze lähmt, die fehlende Feindberührung verunsichert. Routinedienste bestimmen den Alltag im Camp, schwarzer Humor erweist sich als beste Waffe gegen die Langeweile und die Angst vor einem Überraschungsangriff. Es gibt Zweifel an der Mission und an den eigenen Motiven, die die Soldaten bis dorthin gebracht haben.

Obwohl im ganzen Film die Hauptfiguren keinen einzigen Schuss abgeben, ist der Streifen durchweg
spannend und zeigt das wahre Gesicht dieses Krieges. Sterbende Menschen und Leute die aufeinander schiessen, haben mir gar nicht gefehlt. Auch der krasse Humor der “Jarheads” macht beim Zuschauen Laune.
Trailer zum Film
Den Film muss man einfach gesehen haben.


Ich würde gerne ...

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