Im Supermarkt

18 09 2006

Schlendernd bewege ich mich durch die Regale, im Hinterkopf säuselige Musik, die mich zum Kaufen der Artikel animieren soll. Ich laufe durch die Gemüse- und Obstabteilung, vorbei an den Salatköpfen. So stehe ich ganz alleine inmitten von lauter sterbender Pflanzen. Damit das Angebot größer wirkt als es ist, sind schräg über den Regalen Spiegel angebracht.

Es geht weiter vorbei an Gewürzen, soviele verschiedene Dosen und Gerüche. Am Kühlregal vorbei blicke ich auf die in Plastik verpackten Lebensmittel. Immer in kleinen Portionen, Fleisch, Wurst, Käse. Totes Material, dass kühl gehalten werden muss, um kein Leben zu entwickeln. Der Fetakäse dümpelt in seinem Glas umgeben von einer öligen, unerkennbaren Flüssigkeit.
Die kleinen Wurstverpackungen wirken so absurd. Ein Tier verpackt in 100 kleinen Plastiktütchen. Jeder kann was kaufen.
Das ist deine Bestimmung an diesem Ort – KAUFEN !!

Für 100 Gramm Schokolade in der
Süßigkeitenabteilung gibt es mindestens eine Verpackungsfläche von einem Quadratmeter. Jedes kleine Stückchen Schokolade verpackt in Plastikfolie. Alles mundgerecht für den faulen Menschen hergerichtet, damit man nur noch den Mund aufmachen muss.
Die Verpackungen sind gespickt mit Lügen, die einzig wahren Aussagen findet man bei den Nährwertangaben.

Der Supermarkt ist so leer. Zwischen den Regalen ist genau soviel Leben zu finden, wie in den Regalen. Keines.
Wozu bin ich eigentlich hier?
Ich schnappe mir eine Flasche Fruchtsaft und haste zu Kasse. Das Scheppern der Kassenschublade, das Piepen der Barcodeleser, das Abreißen des Kassenzettels, alles so vertraute Geräusche.

Ich stehe wieder auf dem Parkplatz und habe den Konsum vorerst hinter mir gelassen.
Wahrscheinlich nicht für lange …


Ich würde gerne ...

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