Gedankenfetzen VIII

2 01 2007

Ich glaube die Wurzel allen menschlichen Übels gefunden zu haben.
Die Menschen verstehen sich einfach nicht. Oder sie denken sie verstehen einander, dabei tun sie es nicht. Sie sind taub und subjektiv, denken unlogisch und egoistisch.
Was kann man da nur tun?
Wenn man nur in den anderen hineinschauen könnte – Gedanken im Glas eben …

“Papi?”
“Ja mein Schatz?”
“Gibt es Engel?”
“Wenn du ganz fest daran glaubst, dann gibt es sie. Du bist ein Engelchen!”

“Die Traurigkeit ist das Los der tiefen Seelen und der starken Intelligenzen.”
Alexandre Vinet, Die Freude

Keine Ahnung wie ich darauf komme, aber es scheint mir wichtig zu sein:
Menschen die der Abtreibung zustimmen, tun dies nur weil sie ihrer Ansicht nach das kleinere Übel wählen wollen.
Wer die Abtreibung als Mittel ansieht, das nach Belieben verwendet werden
kann wie jede normale Verhütung und nicht als Notlösung, der muss ein Unmensch sein.
Wir dürfen doch nicht Gott spielen!

Eine weitere Erkenntnis, die ich vor 2 Tagen gewonnen habe:

“Wenn sinnlose Informationen krank machen würden, dann wäre das Internet die Pest des 21. Jahrhunderts.”

Ist es das nicht schon?


Ich würde gerne ...

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12 Antworten to “Gedankenfetzen VIII”

4 01 2007
plasmaoxyd (17:16:27) :

Es kommt immer darauf an, wie man Menschlichkeit definiert.
Normalerweise denke ich, verwendet man diesen Begriff im Zusammenhang mit der Menschenwürde, oder wie man selbst behandelt werden will.
Dem Gott geht es weniger um die Ehre, vielmehr sollte man so denken, dass diese Entscheidung, dass ein neues Leben entstehen soll, schon seinen Sinn haben muss.
Selbst wenn man einen Gott o.ä. ablehnt sollte man solch einen Eingriff ablehnen. Es ist meiner Meinung nach immer noch etwas anderes, jemandem eine Leber zu transplantieren, als wenn man ein Kind im Mutterleib tötet.
Aber bei dieser Frage kommen biologische und ethische bzw. religiöse Dinge zueinander und da wird es immer schön kompliziert, weil das eigentlich total verschiedene Perspektiven sind.

5 01 2007
plasmaoxyd (11:17:44) :

Die Frage “Kann ich nicht auch ohne Gott gut sein?” kann ich mir als Christ nicht stellen.
Ich verstehe aber deinen Standpunkt, dass Moral und Ethik nicht von einem Gott abhängig gemacht werden dürfen, weil wir in unserer Welt eben verschiedene Religionen haben, welche die Ethik jeweils anders interpretieren und sich auf ihren Gott berufen.

Natürlich gibt es vergewaltigte Frauen die ihr Kind nicht haben wollen – aber was kann das ungeborene Kind dafür wie es gezeugt worden ist? Es kann doch später trotzdem ein guter Mensch werden!
Wenn es zwischen zwei Leben zu entscheiden gilt, also Mutter oder Kind, sollte wirklich die Mutter entscheiden können.
Wenn ich allerdings höre, das manche ihre Kinder abtreiben wollen, weil diese unter Umständen behindert sein könnten, dann könnte ich ausrasten, weil das nichts anderes ist, als genetische
Aussortierung, vorgenommen vom Mensch selbst, Rassenoptimierung. Dafür ist die Natur zuständig, und ncht der Mensch und unter theologischem Gedanken somit Gott.
Auf jeden Fall, da stimme ich dir zu, ist es sehr wichtig, die näheren Umstände zu kennen, um sich ein Urteil zu bilden.
Wenn aber ein Kondom gerissen ist, dann ist das eben ein Problem. Die Natur hat Sex zur Fortpflanzung geplant und zu nichts anderem, und es ist ja nicht so, dass alle Welt ungewollt Kinder kriegen würde. Es gibt genügend Leute, die es so auf die Reihe bekommen, dass sie nie vor der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung stehen müssen. Entweder man merkt es rechtzeitig und verhindert eine Schwangerschaft innerhalb der nächsten 48 Stunden, oder man tötet später ein Leben. Und töten ist töten. Irgendwann ist Schluss mit Ausflüchten, das Leben ist kein Zuckerschlecken, dann hat man es eben vergeigt und muss dafür gerade stehen.

Mit der Sache zur Menschlichkeit hast du völlig recht, aber wenn ich
jemanden einen Unmensch nenne, dann bezeichne ich damit sein Handeln und seine Eigenschaften als Mensch, die er nach außen trägt, bzw. wie er mit seiner Umwelt und den darin lebenden Menschen verfährt. Wenn ich anderen Menschen mit der Bezeichung Unmensch die Menschlichkeit absprechen würde, wäre ich ja selbst einer. ^^

5 01 2007
plasmaoxyd (13:34:33) :

Ich will auf keinen Fall den Gefühlszustand einer solchen vergewaltigten Frau herunterspielen, aber trotzdem kann das dadurch (so pervers es auch klingt…) entstandene Leben nichts dafür, dass es gezeugt worden ist.
Man kann das Kind trotzdem noch austragen und danach zur Adoption freigeben. Natürlich kann sie das Kind auch abtreiben, aber dann muss diese Mutter auch später damit leben können. Genügend Frauen die diesen Schritt getan haben, sind danach seelische Wracks. Wenn die Frau das Kind mit ihrem Vergewaltiger in Verbindung bringt und es als Sündenbock sieht, dann zeigt das nur fehlendes Urteilsvermögen.
Wenn ein Leben eben vom anderen abhängt, dann stellen sich solche Probleme in den Weg.
Um die Frau also menschlich zu behandeln und ihr mit der Abtreibung die seelischen Schmerzen beim Anblick des Kindes zu ersparen, muss man einem anderen
Menschen das Leben nehmen?

Hü oder Hott, es lässt sich eben unter bestimmten Gesichtspunkten manches geschehens Unrecht nicht mehr ausbessern.
Ich sehe das gezeugte Leben nicht im Zusammenhang mit der Vergewaltigung, auch wenn es erst dadurch entstanden ist, aber ein Leben ist ein Leben, und an manchen Grundprinzipien finde ich, sollte man festhalten. Wenn man nämlich eine kleines Fensterchen öffnet, dann rennen einem die Menschen das Haus ein.
Deshalb habe ich die Befürchtung, dass, wenn man die Abtreibung in solchen Fällen zulässt, das Bewusstsein unserer Gesellschaft desensibilisiert wird, und wir in 50 Jahren soweit sind, dass einfach alles was uns nicht passt, abgetrieben wird.

Wer sagt denn, das die Natur fehlerlos ist? Wir leben in einer unvollkommenen Welt,, von uns unvollkommenen Menschen bevölkert , die unvollkommen Handeln, und nicht im Garten Eden, dem Paradies.
Zellen teilen sich um ihre Art zellen aufrecht zu erhalten, um nicht auszusterben. Dieser Mechanismus,
dieses Grundprinzip, hat sich somit bei der Entwicklung höherer Lebewesen (->Zellverbund) darauf übertragen.
Homosexualittät ist (ohne die se Menschen als fehlerhafte Menschen darzustellen) eben eine (ich benutze dieses Wort sehr ungerne) Art Fehlentwicklung des sexuellen Bewusstseins unseres Gehirns. Das macht natürlich nicht den Menschen an sich schlechter, über diese Zeiten sind wir weg.
Wenn Fortpflanzung ein Nebeneffekt von Sex sein soll, was ist dann der “Haupteffekt”?

Was für einen Zweck soll denn der Geschlechtsverkehr, ganz logisch gesehen, außer der Fortpflanzung noch erfüllen?
Der Weltfriede a la “Make love not war” hängt damit sicher nicht zusammen, eher Krieg aus Eifersucht, aber das ist ja ein anderes Thema.

9 01 2007
johannes (04:01:51) :

hi marc!
ich wuerde deinen text meiner religionsklasse sofort geben, wenn ich eine haette. ich stimme dir nur in einem punkt nicht zu:
du hast am ende die frage gestellt: “Was für einen Zweck soll denn der Geschlechtsverkehr, ganz logisch gesehen, außer der Fortpflanzung noch erfüllen?”
der zweck ist der spass! ausser den menschen koennen nur wenige tierarten sex geniessen. ich meine, das seien die delfine und irgendeine affenart. fuer alle anderen ist sex ausschliesslich fuer die fortpflanzung da. nur uns hat gott die sexualitaet geschenkt, die “spass macht”, aber weil man damit viele fehler machen kann, hat er auch ein paar tipps dazugegeben. eben zum beispiel, dass der geschlechtsverkehr in die ehe gehoert (ob die jetzt mit dem ersten mal, mit der kirchlichen oder der standesamtlichen hochzeit anfaengt, sei mal dahingestellt).
andersrum argumentiert gibt sich folgendes bild:
wenn du sagst, geschlechtsverkehr sei nur fuer die fortpflanzung da und gott hat die sexualtitaet nur fuer die fortpflanzung eingerichtet, dann waere verhuetung zweckentfremdung und damit (wahrscheinlich) suende. das waere dann, soweit ich weis, eine recht katholische ansicht, aber die kann man freilich haben. aber so wie ich dich verstanden habe, siehst du das anders.
interessiert mich, ob ich dich nur falsch verstanden hatte, ob du deine meinung jetzt geaendert hast oder wie das ist… erzaehl mal.

9 01 2007
plasmaoxyd (16:27:26) :

Nunja, ein “Zweck” muss ja nicht erfüllt werden. Es muss doch keine “Vorschrift” der Natur sein, ist halt zweckentfremdet. :)
Ein zweck, da kann ich dir zustimmen, hat es sicherlich auch noch: Es festigt die emotionale Bindung einer Partnerschaft, was wohl wieder im Sinne der Erhaltung dieser ist.

10 01 2007
johannes (03:17:40) :

du glaubst also, gott (oder die natur) hat nicht absichtlich den spass beim geschlechtsverkehr eingefuegt?

10 01 2007
plasmaoxyd (12:31:31) :

Ich mute mir nicht an, die Beweggründe für Gottes Entscheidungen zu ergründen. :D
Der SPass ist sicherlich ein biologisch wie religiös gesehen ein wichtiger Bestandteil des Aktes, sonst würde es wohl kaum klappen. ;)

12 01 2007
dr.no (18:49:55) :

Hmm, wenn Sie mit der Natur und Gott argumentieren, könnte ich mich auf den Standpunkt stellen, daß uns Gott oder die Evolution mit so viel Intelligenz ausgestattet hat, daß wir uns über animalische Grundprinzipien und bislang gegebene Tatsachen hinwegsetzen können.
Indem wir das Erbgut manipulieren, Schwangerschaften abbrechen oder auch indem wir Kraft unseres Geistes Sexualität von Reproduktion gelöst haben, mit Verhütungsmethoden oder dem Vordringen in andere vielversprechende Körperöffnungen abseits der Vagina.
Mal abgesehen davon spielen Menschen auf diesem Planeten seit tausenden von Jahren Gott, beuten den Planeten nebst allen anderen Lebensformen aus jenachdem was die Technik so hergibt. Essen Tiere, verändern das Klima usw und berufen sich dabei letztendlich noch auf Humanismus oder ihren Gott.
Würden Sie die Grenze bei der Beseeltheit einer
Lebensform ziehen oder wo?

13 01 2007
plasmaoxyd (13:10:58) :

“Mal abgesehen davon spielen Menschen auf diesem Planeten seit tausenden von Jahren Gott, [...]”

Ja, Gott hat uns mit soviel intelligenz ausgestattet, dass wir solche Methoden entwickeln können.
Das erlaubt dem Menschen aber nicht automatisch die Welt auszubeuten und anderen Mitmenschen zu schaden. Um mit dieser Intelligenz richtig umzugehen, gibt es genügend Verhaltensregeln und Ideologien in dieser Richtung, bei deren beachtung so etwas verhindert wird.
Auf manche Fragen müssen wir wohl oder übel selbst die Antwort finden, und die Antworten gibt es, auch wenn sie für viele verschieden sein mögen – jedoch nicht alle führen zu einem guten Ende.

Mit unseren “intelligenten” Mitteln, wie zb der Wissenschaft und der Medizin können wir in gleicher Richtung auch Methoden entwickeln, mit denen man anderen Menschen helfen kann. Impfstoffe,
Operationsmethoden uvm.
Gott verbietet uns nicht uns selbst zu helfen.
Diese Selbsthilfe muss aber auch eine Grenze haben. Aus der Perspektive der ungewollt werdenden Mutter, aus welchem Grund auch immer ungewollt, mag es behilflich sein, das Kind abzutreiben.
Ob solche Lösungsmethoden aber letztendlich ein gutes Ende verheißen, ist mir sehr fraglich.

15 01 2007
johannes (03:36:32) :

@dr.no:
Sie haben absolut recht, wenn sie sagen, dass wir durch gottes geschenk der intelligenz und dem verstand und ueber bisherige gegebene tatsachen hinwegsetzen “koennen”. jedoch “sollen” wir das nicht. dafuer hat uns gott seine gebote, regeln, anweisungen usw. gegeben.
ich muss dafuer glaube ich noch ein bisschen ausholen:
viele menschen sagen: wenn gott uns die macht gegeben hat, dies und jenes zu tun, dann kann er ja auch nichts dagegen haben.
das ist ein irrtum! gott hat den menschen “nach seinem bilde” geschaffen, wie es in der schoepfung heist. das heist nicht, dass wir so aussehen wie gott, aber dass wir eine wichtige macht haben, die, so stark ausgepraegt zumindest, nur wir menschen und eben gott hat: die macht der entscheidung!
und die wichtigste entscheidung, ist die entscheidung fuer oder gegen gott, gehorsam oder gehorsamsverweigerung. diese koennen nur
menschen treffen, und dafuer liebt uns menschen gott. er tut viel dafuer, dass wir uns fuer ihn entscheiden, aber er kann die liebe von uns ihm gegenueber nicht erzwingen. also gibt er uns wenigstens richtlinien, die es uns ermoeglichen, gott zu lieben. so kann man zum beispiel gott nicht lieben, wenn man seine eigene frau betruegt, krieg fuehrt (darueber kann man freilich streiten) und vor allem, wenn man sich ueber gott stellt. “unsere liebe zu gott zeigt sich darin, dass wir befolgen, was er angewiesen hat” (steht so ungefaehr hier irgendwo im blog).
also zusammenfassend: gott liebt uns und will gemeinschaft mit uns, weil wir uns fuer und gegen ihn entscheiden koennen. lieben wir ihn, gehorchen wir ihm (wie man eben jemandem gehorcht, den man liebt), gehorchen wir ihm nicht, missbrauchen unsere faehigkeiten gegen ihn, dann lieben wir ihn auch nicht und wir haben uns gegen ihn entschieden.
gott hat uns macht gegeben und dazu die gebrauchsanweisung – es liegt an uns, die gebrauchsanweisung zu lesen,
oder ins verderben zu stuerzen (hoert sich hart an, laeuft aber genau darauf hinaus).

12 02 2007
Anne (16:10:40) :

Hm hallo erstmal, ihr fleißigen Leute… meine Bewunderung, so will ich auch mal diskutieren können.
Aber, Johannes, ich hab eine Frage:
Wir Menschen brechen doch dauernd die Regeln und selbst wenn wir es wollten, ich glaube nicht, dass wir in der Lage wären, ohne “Sünde” – also Entfernung von Gott – zu leben! Das macht ja auch ein Teil von uns Menschen aus. Wenn das nicht so wäre, würden wir im Paradies leben, es gäb da keine Schlange.. usw. Aber Gott liebt uns trotzdem.
“so kann man zum beispiel gott nicht lieben, wenn man seine eigene frau betruegt, [...]”
Glaubst du das wirklich? Ich mein, wenn das so wäre, dann soll Jesus umsonst gestorben sein? Und… liebt Gott uns trotzdem, auch wenn wir ihn nicht lieben? Und nur weil man jemanden liebt, tut man alles was er sagt? Das wäre doch frei nach dem Motto “Liebe macht blind”. Ich will nicht blind glauben. Ich
muss meinem Gott doch auch kritisch gegenüberstehen…
Hab ich dich richtig verstanden, wenn du sagen willst, dass Gott uns Gemeinschaft anbietet, und wir seine Liebe annehmen – und durch Befolgen der Gebote – beweisen? Klingt wirklich nicht schlecht, aber wie gesagt, wir sind doch so fehlbar…!

Im Übrigen frage ich mich, ob der Mensch wirklich so intelligent ist, wie er tut. Tiere werden von ihm grundsätzlich unter sich gestellt. Aber kann man denn wirklich wissen, ob Tiere “primitiver” sind? Vllt. sind unsere Sinne einfach zu… unscharf, als das wir die Sprache der Tiere verstehen könnten. Und ich finde, es zeugt von Intelligenz, wenn man sich NICHT untereinander bekriegt. Warum ist also der Mensch eine Glanzbeispiel dafür, andere ohne Nutzen abzuschlachten? Tiere töten, um Nahung zu haben…
Naja, vllt. geht das jetzt hier zuweit. Ich bin jedoch wirklich begeistert, auf diese HP gestoßen zu sein!
Liebe Grüße, Anne B.

12 02 2007
plasmaoxyd (19:38:15) :

Hallo Anne :)
Zu dem Punkt mit Mensch und Tier: Rein biologisch gesehen können wir uns über die Tiere stellen. Das liegt am sogenannten Neokortex, einen Teil im Gehirn, der beim menschen besonders gut ausgebildet ist und für die Emotionen zuständig ist.
Den haben nur Menschen und Säugetiere, bei anderen Säugetieren ist er nur sehr schwach ausgeprägt. Reptilien fressen beispielsweise nach der Geburt zum Teil ihre eigenen Kinder auf, weil sie keine emotionale Eltern-Kind-Beziehung eingehen können, weil dieser Bereich in ihrem hirn nicht existiert. Von der emotionalen intelligenz (Sozialstrukturen, Sozialverhalten, Empathie) und auch der analytischen Intelligenz (zb rechnen), sind wir jeglichen Tieren weit überlegen.
Freut mich übrigens, dass dir das Blog gefällt. :)

Lg Marc

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