Die absolute Freakshow

17 02 2007

Die ganzen dritten und regionalen Kanäle braucht man zur Zeit überhaupt nicht anzuzappen. Dort findet man sowieso nur behämmerte Deppen, aus dem Altersheim ausgebüchst, grauenhaft verkleidet, das Maul voll mit Konfetti, die schon seit 2 Stunden dasselbe Glas Sekt in die Kamera halten.
Wie oft habe ich es denn nicht während der letzten Tage in meinem sozialen Umfeld propagiert?

Fasching exisitiert nur, weil den Leuten kein besserer Grund eingefallen ist, sich zu besaufen. Unkreatives Pack!

Dabei kann man sich doch auch so volllaufen lassen, oder?
Oder ist das den Leuten zu auffällig? Haben die ganzen Eier keinen Mumm dazu, sich mal richtig schön unter der Woche zu besaufen, und auf dem Heimweg in der S-Bahn das ganze Abendessen auf die Lederschuhe des Gegenübers zu entladen, in welchen dummerweise die Füße des Chefs stecken, mit dem man am Morgen noch schönen Stress hatte, der zufälligerweise,
dumm für dich, seine aufgetakelte Frau gerade heute Abend, an dem Abend an dem du dich schön vollgesoffen hast, zur Oper ausgeführt hat – Vivaldi gab’s, was du an der goldenen Aufschrift des Opernführers erkennst, den die alte Schrulle deines Chefs gerade erschreckt in die Höhe gerissen hat, als du ihr den Pelzmantel vollgereihert hast. Schon blöd, oder?
Wärst du bloß auch in die Oper gegangen, oder auf einen Poetry Slam, oder ins Kino, dann wäre dir das wohl nicht passiert, denkst du dir.
Die kichernden pubertierenden Kinder im anderen Abteil grinsen dich doof an und fangen dann an teuflisch zu lachen. Du bist so wütend, dass du ihnen am liebsten ihren gefälschten Dolce&Gabbana-Fummel vom Leib reissen würdest, und zu einem Strick zu drehen um sie damit zu erdrosseln.
Und jetzt rate mal, wo diese kleinen Gören gerade waren. Etwa im Zoo, oder auf dem Rummel? Nein, sie waren auf der Fasnet und bewerfen dich jetzt mit den ekeligen harten Billig-Bonbons, die sie beim traditionelle
Maskenumzug durch die Stadtmitte vom Boden aufgesammelt haben, in der Hoffnung diese heute irgendwann noch einem armen Idioten an den Kopf werfen zu können, der soeben arbeitslos geworden ist, weil er in die Handtasche der Frau seines Chefs gekotzt hat.
Die Anonymität des Bierzeltes ist nicht unendlich, sage ich euch! Sie hat auch ihre Grenzen. Bekennt euch zu den Freitrinkern! Fast so wie die Freimaurer, bloß nicht mit 23 als magische Zahl, sondern den 4,5 Promille – und zwar immer, und nicht nur wenn auch alle anderen voll sind, damit es bloß nicht auffällt, dass man sich nicht beherrschen kann.

Die absolute Freakshow – in unserem Land und in meinem Kopf.
Nehmt euch wenigstens ein Taxi …
Prost.


Ich würde gerne ...

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