Spuren im Sand

27 03 2007

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein
lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen.
www.brunnen-verlag.de


Ich würde gerne ...

Infos

11 Antworten to “Spuren im Sand”

27 03 2007
niemand (22:14:09) :

süß :)

28 03 2007
niemand (00:00:12) :

ERSTE!!!!!!!!!
alles gute :> bleib so wie de bischt :>

28 03 2007
Anuschka (02:58:58) :

Um die Rechte an diesem Text streiten sich Margaret Fishback Powers und andere – ich weiss es auch nicht wirklich.

28 03 2007
plasmaoxyd (13:58:16) :

@ niemand: Danke, bist übrigens echt die erste ;P
@ anuschka: Danke für den Hinweis. Dann bleibt die Quelle mal auf weiteres unbekannt. ^^

28 03 2007
niemand (15:58:57) :

pglike ^-^ endlich ma erste in meinem leben, juhu XD

28 03 2007
andi (20:25:36) :

von wem es auch immer sein mag…
herrlich!

31 03 2007
Malek Nosghu (15:13:21) :

Gefällt mir. :)
(trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen ein wenig Kritik daran zu üben, dass die Geschichte sich auf einen “Herrn” und nicht auf etwas Geschlechtsneutrales stützt… :D Wie dem auch sei, der Grundgedanke ist wärmend und schön.)

1 04 2007
plasmaoxyd (13:20:38) :

xD
Das Problem ist, das es nur “der Herr” und “die Herrin” gibt. Mit “das” wirds dann grammatikalisch schwierig.
Ich kann dich nur versuchen zu beruhigen. Gott ist geschlechtslos. :) Es ist nur ein sprachliches Problem. ^^

2 04 2007
Malek Nosghu (11:03:18) :

*räusperräusper* – Danke, aber ich war nicht beunruhigt. ;) Ich wäre eben für eine neue Terminologie und eine groß angelegte Umkrempelung und Ausmistung unserer Sprache!-) Ganz nach dem Motto: “ein Tisch ist ein Tisch!” :D (http://www.yolanthe.de/stories/bichsel01.htm)

5 01 2008
Brunnen Verlag (03:13:11) :

Hallo!

Schön, dass Ihnen das Gedicht Spuren im Sand gefällt und Sie es auf Ihrer Homepage veröffentlichen. Nun hat das Gedicht auch eine Autorin: Margaret Fishback Powers, deren Urheberrechte von Ihrer Veröffentlichung betroffen sind.
Wenn Sie das Gedicht privat oder im kirchlichen Bereich öffentlich machen, bitten wir im Namen der Autorin und als Rechteinhaber der deutschen Fassung dringend darum, folgende Copyrightangaben unter das Gedicht zu stellen:

Von: Margaret Fishback Powers
Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. http://www.brunnen-verlag.de

Ebenfalls weisen wir darauf hin, dass das Gedicht einzig in der von der Autorin autorisierten Fassung genutzt werden darf. Jegliche Veränderungen am Originaltext sind entsprechend dem
Urhebergesetz nicht statthaft. Wir bitten Sie deshalb, die beigefügte Originalfassung zu nutzen, oder gegebenenfalls auf die Veröffentlichung des Gedichtes zu verzichten.

Falls Sie das Gedicht im gewerblichen oder nichtkirchlichen Bereich veröffentlichen, weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass jegliche gewerbliche Nutzung des Gedichtes ohne vorherige schriftliche Anfrage beim Brunnen Verlag Gießen und dessen schriftlicher Genehmigung nicht statthaft ist. Bitte setzen Sie sich gegebenenfalls umgehend mit uns in Verbindung.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Tibusek
Internationale Rechte

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak,
als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. http://www.brunnen-verlag.de

Brunnen Verlag Gießen
Gottlieb-Daimler-Str. 22
35398 Gießen

5 01 2008
plasmaoxyd (15:30:20) :

Hallo Herr Tibusek!
Vielen Dank auf diesen Hinweis. Habe den Urheberrechtshinweis angefügt und die bisherige Version durch den von Ihnen vorgebenen Originaltext ersetzt. Eine fahrlässige Urheberrechtsverletzung war nicht von mir beabsichtigt. Die Autorin war an der Stelle, von der ich das Gedicht habe, nicht (sichtbar) gekennzeichnet.
Falls es noch etwas geben sollte, können Sie sich auch per E-Mail über die Adresse mail[ät]plasmaoxyd[punkt]de an mich wenden.
Viele Grüße,
Marc Brandner

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