Freiheit und andere missverständliche Freuden

13 08 2007

Vielleicht gibt es keine Freiheit, sondern nur Freiheiten. Und davon nehmen wir uns soviel wie wir kriegen können.
Wolfgang Kohlhaase

Dass das Geniessen von Privilegien durch Freiheit immer auch Pflichten mit sich bringt, ist eine alte Erkenntnis. Manchmal macht man es sich aber zu einfach, wenn man die Freiheit, den Aufkleber des persönlichen Schlüssels zu den Wolken, alleinig einer bestimmten Sache aufdrückt.
Freiheit ist Doping, Freiheit ist Opium. Freiheit ist eine Versprechung, die man nicht so anderen versprechen kann, wie man sie sich selbst vorstellt.
Letztendlich können wir gar nichts. Das was wir können, wird uns zugestanden. Wir haben nicht die Freiheit unter Freiheiten zu wählen, wir müssen die Freiheiten annehmen, die uns gegeben sind. Wir sind unser eigener Gefangener der Vorstellung, wir wären unser eigener Gott. Alles andere ist Einbildung.

Ich warte noch immer darauf,
dass mir jemand erzählt, der Glaube sei nur ein Stein am Fuß, und ohne ihn könne man sich viel freier fühlen, weil man sich keinen Zwängen und Regeln unterordnen muss, welche die eigenen Gedanken einschränken.
Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich bin zu einem Schluss gekommen, der mich selbst zufrieden macht.
Ohne meinen Glauben würde ich nicht frei durch die Sphären der Erkenntnis und des freien Denkens schweben, nein – ich würde gefangen sein in einem kleinen schwarzen Käfig in einem Raum von Nichts, der alle Chancen auf Antworten und Schutz, jeden Funken Hoffnung in seiner undurchdringlichen Dunkelheit verschluckt. Still würde es sein in meinem Kopf, weil sich alle Gedanken und Ideen in ein paar Bücher und Zettel fassen lassen könnten, an die ich mich klammern könnte.
Ich hasse Käfige.


Ich würde gerne ...

Infos

6 Antworten to “Freiheit und andere missverständliche Freuden”

13 08 2007
malek nosghu (14:34:33) :

ich erlebte es bisher auch eher so: nicht der glaube, der kopf ist der käfig.
liebe grüße

14 08 2007
Anne (14:55:15) :

“Wo der Geist Gottes ist, Da ist Freiheit!” (2. Korinther 3,17)
Wow… darf ich meinen Respekt ausdrücken? Das hast du mal wieder sehr… treffend formuliert. Ich finde für sowas oft keine Worte, aber du hast den Nagel genau auf den Kopf getroffen. Danke ;)
Der Glaube macht von der Angst frei, dass nach dem Tod alles vorbei ist. Wir haben ein Versprechen bekommen. Ein Versprechen für Freiheit. Vergebung der Sünde und so…
Naja… liebe Grüße von Anne! ^^

16 08 2007
Philanthrop (17:18:15) :

“Wir sind unser eigener Gefangener der Vorstellung, wir wären unser eigener Gott.”
Ich weis ja nicht, ob du damit auf den Sündenfall angespielt hast, aber mich hats daran erinnert. Denn durch die Früchte des Baumes der Erkenntnis kamen die Menschen in die Versuchung, ihr Leben ohne Gott selbst in die Hand zu nehmen. Das ist der Ursprung aller Sünde, die Trennung von Gott.
Für die, dies nachlesen wollen: 1.Mose 3

außerdem: super text! weiter so marc!

16 08 2007
plasmaoxyd (18:12:24) :

Danke für die Blumen ;)
Da scheine ich ja einige Geschmäcker und Gesinnungen gut getroffen zu haben. =)

17 08 2007
malek nosghu (18:37:05) :

jetzt wüsste ich nur allzu gerne, was für vorstellungen dir bei “einige geschmäcker und gesinnungen” durch den kopf geister(te)n. :D

19 08 2007
plasmaoxyd (16:33:50) :

Hehe, naja, eine wird wohl die im text vertretene sein. ^^

Gib deinen Senf dazu

Du kannst diese Tags benutzen : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>