Sterbende Sonne

16 09 2007

Jetzt fängt wieder dieser goldene Herbst an, sterbenden Sommer mögen es manche auch nennen, die letzten bewussten Atemzüge, bei denen man realisiert, dass die warme fröhliche Jahreszeit und die Leichtigkeit des Lebens sich wieder in einen Winterschlaf verabschiedet. Die Lust an exszessiver Lebensfreude scheint verblichen und die Farbe des Lichtes schwenkt um von einem gleisenden heißen Weiß in ein warmes flackerndes Goldgelb. In diesem Licht sieht alles so schön aus, und wirkt alles so unendlich.
Dieses sterbende Licht hat man aber nicht den ganzen Tag im Auge. Nur am Abend für ein ein bis zwei Stunden lässt es sich blicken, wenn du Sonne in einem bestimmten Winkel auf unsere Köpfe scheint.
Man ist über die Melancholie nie weg, auch wenn das jedes Frühjahr ein frisches Lüftchen vermuten lässt, wenn es unser verstaubtes Ich vom alten Muff befreit wird. Die Sonne wird geboren und stirbt, jedes Jahr geschieht das so, und das was uns im
Winter nicht im Dunkeln sitzen lässt, ist die letzte Hoffnung auf das Ende einer kalten Zeit, die wir dann doch vermissen, wenn der entnadelte Tannenbaum aus dem Wohnzimmer scheidet.
Doch zum Glück fürfen wir jährlich die Geburt der Sonne erleben.


Ich würde gerne ...

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