Menschenmenge

29 09 2007

Siehst du den grauen Himmel? Hörst du das weite, tiefe und beruhigend leise Rauschen des kalten Windes und der pulsierenden Stadtautobahn? Langsam die Brücke hinunter in Richtung Bahnhof trabend, alles menschenleer und in einem glasklaren Grau, messerscharf gezeichnet, wandelt sich das Rauschen zu einem tiefen Surren. An den verklebten Tasten des Fahrkartenautomates frieren fast die Finger fest.
Kurz nach der morgendlichen Rush-Hour, da wirkt die S-Bahn mit wenigen Fahrgästen so unglaublich groß, wenn dann die morgendliche Sonne leicht geblich über die ausgeblichenen Stoffsitze streicht und die verrosteten Waggons hinter den Fenstern anstrahlt. Die Köpfe und Oberkörper der wenigen Fahrgäste wackeln müde und passiv mit dem Rythmus der Schienen.
Aussteigen. Diese warme, stickige und trockene Luft, die durch S-Bahn-Schächte weht ist durchsetzt vom Geruch der Menschen um mich herum. Nach zwei Schritten durch die Wagentüre verschwinde ich in
der Menge und bekomme endlich ein sicheres Gefühl, so als ob man bei einsetzendem Regen in letztem Moment noch einen trockenen und warmen Unterstand gefunden hat. In wenigen Augenblicken zu einem mit der Menge verschmelzen, anonym, nicht zu entdecken, verschwunden für alle, entbunden von allem – ein eigenartiges Gefühl.


Ich würde gerne ...

Infos

Gib deinen Senf dazu

Du kannst diese Tags benutzen : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>