Abfluss

23 10 2007

Die Tage verrinnen mit jedem Atemzug. In einem großen Schwimmbecken plantsche ich dabei herum, die Sonne im Nacken, im Gesicht und auf dem Kopf. Das Wasser läuft in den Abguss und verschwindet in den Tiefen des Abwassersystems, während sich meine nassen Arme an einen Wasserball klammern. Aller Sonne zum Trotze ziehen schon dunkle Wolken am Horizont auf, Wolken die vor einiger Zeit noch weißen verträumten und bauschigen Schäfchenherden glichen, sich jetzt aber zu Ungetümen verwandelt haben – Cumulonimbus! Der aufkommende Wind, er lässt mich frieren und treibt die Wolken vor den hellen Kreis am Himmel. Leise säuselt er über das Wasser und rauscht dann bedrohlich durch die Bäume deren tausend Blätter um ihr Leben rascheln. Der Ball wippt auf und ab. Meine Blicke fixieren das Handtuch, an dessen Spitzen der Wind schon zerrt und auch die herumwirbelnden Blätter, wie auch das Gras, das nicht mehr hellgrün zu meinen Füßen liegt, sondern eklig
kalt in dunkelgrün unbeweglich den Boden bedeckt. Vielleicht muss man so oder so im Regen stehen – aber doch nicht darin untergehen?
Romantiker bezeichnen Regen als die Tränen des Himmels. Verträumte Neurotiker hingegen sehen in ihnen einfach Wasser, das die Wolken da oben nicht mehr brauchen.
Regnet es schon?

Quelle: www.noaa.gov


Ich würde gerne ...

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8 Antworten to “Abfluss”

23 10 2007
F. (20:23:40) :

“Vielleicht muss man so oder so im Regen stehen
- aber doch nicht darin untergehen?”
Die Blätter fallen schon.
Es regnet immer noch.

LiebGruß

F.

23 10 2007
Benjamin B. (21:49:15) :

Es hat nie aufgehört zu regnen. Zeitlebens stehe ich schon hinter dem düsterkalten Schleier. Die Tropfen hämmern im Minutentakt auf das Dach. Der Niesel klingt morsch, vielleicht sollte ich rausgehen, würde es dann aufhören zu regnen?

24 10 2007
plasmaoxyd (13:19:18) :

Die Assoziationen gefallen mir immer wieder. :)
Vielleicht kann hier auch der dämliche Spruch gelten: “Es gibt ein schlechtes Wetter, man ist nur falsch angezogen.” ;)
Zum Regen habe ich mich mal hier geäußert.
Gedanken im Glas | Regen

24 10 2007
postmaster (13:19:20) :

…und Optimisten sehen im Regen den Quell neuen Lebens; die Chance auf Weiterentwicklung. Die wichtigste Zutat im Menü der Evolution. Ohne Regen hätte sich auf der Erde sicherlich nie das Leben verbreitet, hätte Gottes Schöpfung nie eine Chance gehabt. Lernt den Regen zu schätzen. Nicht zuletzt als Spender herrlich melancholischer Herbsttage…
;-)

24 10 2007
Anne (14:32:28) :

… it’s rainin’, men, halleluja, it’s rainin’, men!!! *summ*

24 10 2007
plasmaoxyd (15:30:16) :

Herbsttage können nur herrlich melancholisch werde, wenn man keinen wahren Grund hat, sich depressiv zu fühlen. ;)

@Anne: Soso, das ist also dein Regen ^^

24 10 2007
Anne (20:43:39) :

*grins* naja was soll ich sagen, wir hatten die letzten tage hier herrliches wetter, zwar “klirrend” kalt, aber schön! da kann ich mich schlecht mit über regen beklagen, oder? ausserdem finde ich, das richtiger regen, also so ein wolkenbruch richtig positiv sein kann… jedenfalls immer besser als 3 wochen nieselregen und grauer himmel… bah!
so, jetzt hab ich mich doch über regen beschwert! bestimmt regnet es morgen! :/;)
gute nacht und pass auf, dass dir der regen nicht in die ohren läuft, ist bestimmt nicht gut für die gedanken (im glas)!
ciao!

warum frag das ding mich solche sachen wie “die summe von 1 2?? kann es nicht anspruchsvollere aufgaben stellen?? dann könnte ich während dem kommentieren auch noch etwas lernen!

du hast übrigens recht, assoziationen sind was wunderbares… bei der überschrift hab ich wenige sekunden lang überlegt, ob ich heute abend
ein heisses bad nehme… o.o menschen sind so komisch! :P

*kicher* jetzt bearbeite ich den text hier zum dritten mal! meine gastmama hat grade gefragt, was ich mache und ich hab ihr die funktion eines blogs erklärt… und ich hab ihr erklärt, dass wir die verschiedenen assoziationen lustig finden… und dann meinte sie, ich soll schreiben: eva assoziiert mit dem bild (sie kann kein deutsch, und ich hab den text nur stichwortmässig übersetzt ;) ) hiroshima x.x
aber, ich gebe zu, an etwas ähnliches hab ich auch gedacht, meine mama hat mir mal erzählt, wie das war, als der atomare regen von dem unglück in tschernobyl in deutschland ankam… und einige leute noch im regen die wäsche von der leine geholt haben… und dass viele ihrer freunde aus dieser generation an krebs gestorben sind… uff.. ganz schön krass, auf was die menschen sich einlassen…
ich hab glaub ich grade einen schreibflash, *rot werd* tut mir leid…
gute nacht ;)

27 10 2007
plasmaoxyd (13:07:38) :

Das mit dem Hiroshima hab ich als erstes assoziiert, aber das gar nicht so schlecht, dann sieht die Wolke nämlich unkonventioneller und bedrohlicher aus.
Schreibflashs sind in den Kommentaren ganz klar erwünscht! ;)

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