Todeszahlen sind tote Zahlen

3 09 2008

Die Zahlen tanzen uns in den Ohren, wie Kopfläuse in den Haaren. Sie sind die Musik des Tages. 5000 Tote damals, 23 heute, vor 2 Jahren 10000, morgen möglicherweise wieder viele – wir sind informiert. Wieso erzählt man uns das? Damit wir eine Krise beurteilen können? Damit wir beurteilen können, ob etwas Beachtung verdient und diskutiert werden muss? Ob eine Schuld noch immer wiegt? Es ist doch sowas von irrelevant, wieviele Menschen ihr Leben verlieren, sondern DASS es passiert. Sind Kriegsverbrecher weniger Kriegsverbrecher, wenn sie anstatt einer Million Menschen nur Tausend umbringen? Sie sind die selben Kriegsverecher, die selben Mörder, selbst wenn sie nur einen umgebracht haben. Die Nachrichten machen Leid und Tod zur Unterhaltung, ob sie es wollen, oder nicht. Wir als Konsumenten der Nachrichten, die wir uns von den schrecklichen Geschehnissen kaum berührt fühlen, wollen aber trotzdem informiert sein. Die Fluten an Zahlen stumpfen unser
Empfinden ab und machen uns zu Aktionären an der Börse des Todes.

Um den Tod von Tausenden verstehen zu können, muss man erst den Tod eines Einzelnen nachvollziehen können.


Ich würde gerne ...

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Eine Antwort to “Todeszahlen sind tote Zahlen”

3 09 2008
Nici (13:00:28) :

MARC!!!
Ich will News aus Russland!!!
Gruessle Nici

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