Frieden, der wäre schön …

23 10 2008

Die Diskussion um den Einsatz der deutschen Streitkräfte am Hindukusch und sonst wo entflammt dauernd wieder neu, oder besser: sie lodert unablässig vor sich hin. Was die Bundeswehr dort leistet ist kein Spaziergang und beschränkt sich nicht nur auf auf freundlichen Kontakt mir der Bevölkerung und Schulen bauen. Sie machen dort das, was der Job eines Soldaten ist. Wir werden uns an das Sterben der eigenen Leute gewöhnen müssen, wobei ich einschätze, dass die deutsche Öffentlichkeit vorzugsweise formal verdrängt, als den gefallenen Soldaten wenigstens die Ehre zu erweisen, im Kampf gefallen zu sein.

Krieg kann nicht verhindert werden, indem man ihn einfach nicht führt, sondern indem man die Gründe für sein Entstehen beseitigt.


Ich würde gerne ...

Infos

6 Antworten to “Frieden, der wäre schön …”

26 10 2008
ebf (16:14:14) :

was ist denn bitte daran ehrvoll, als soldat zu sterben? wofür sterben die denn? für ihr vaterland? für die demokratie? für die westlichen werte?
ich finde, die gesellschaft darf sehr wohl hinterfragen, ob in ihrem namen (denn die bundeswehr ist schließlich im auftrag deutschlands, das heißt “des deutschen volkes” unterwegs) menschen sterben sollten.
die vorstellung, irgendein tod wäre “ehrvoller” als ein anderer, halte ich für einen irrglauben.

3 11 2008
plasmaoxyd (20:54:19) :

Ich sage ja nicht, dass die Gesellschaft es nicht hinterfragen kann, aber sie muss trotzdem akzeptieren, dass das ein krieg ist, und kein Wochenendausflug, woraus folgt, dass man sich gegenüber Bundeswehr und Soldaten entsprechend zu verhalten hat.
Aber was bekommen sie hier zu spüren?
“Zivilversager”, “Soldaten sind Mörder” …

In dieser unserer Welt muss in einer Nation mit bestimmtem Einfluss und von bestimmter Größe eine Armee existieren. Sonst funktioniert Demokratie nicht.

10 11 2008
malek nosghu (23:01:13) :

demokratie trägt im eigentlichen sinn die bedeutung “herrschaft des volkes”. ich kann hier keinen zusammenhang mit militärischer herrschaft erkennen…

12 11 2008
plasmaoxyd (09:58:46) :

Hey, schön dich mal wieder zu lesen ;)

Es geht um das Gleichgewicht. Die militärische Macht muss von der Instanz gesteuert werden, die auch die sonstigen Aktionen des Landes steuert – der Regierung (und eben auch dem Rest im Parlament).
Wenn die Regierung über kein Militär verfügt, dann ist sie keine Regierung, oder wieso denkst du, kommt der Großteil der Putsche durch das Militär zustande? ;)

Jetzt ist die Scheisse schon eingebrockt, nun kann man sich nicht einfach wieder lautlos rausschleichen, nur weil es jetzt Tote in den eigenen Reihen gibt. Wenn ausländische Truppen aus Afghanistan abgezogen werden, bevor es dort nicht eine funktionierende Regierung gibt, die nicht von der Opium-Industrie gesponsort wird, und Gewalt aus religiösen Motiven für tote Zivilisten sorgt … dann versinkt das Land im Chaos. Dort ist Krieg. Im Krieg kann man nicht
einfach abhauen, nur damit die Friedensaktivisten hierzulande wieder ruhig schlafen können.

Und ich bin mal so frei zu behaupten, dass die deutschen Truppen für das Land und die Stabilität in der ganzen Region allemal besser sind, als die amerikanischen, die regelmäßig Hochzeitsgesellschaften mit Bombenteppichen eindecken.

18 11 2008
malek nosghu (16:01:48) :

hallo nochmal!-)
war etwas unhöflich – also ja, es gibt mich noch ;-) ^^ s hat mich auch gefreut, als ich gesehen habe, dass diese seite auch noch existiert. mit dir lässt es sich so gut diskutieren. :D

was das eigentliche thema betrifft: vielleicht hindert mich mein idealismus daran, die realität zu akzeptieren. das mag sein.

vor jahrtausenden schon hatte jeder stamm schon seine wächter – was natürlich überlebensnotwendig war. ich halte auch in der heutigen zeit eine wächterfunktion für sinnvoll und aus idealistischer sicht für absolut legitim. so weit, so gut.
aber mit soldaten in afghanistan einzumarschieren, die dort herrschende regierung zu stürzen, im anschluss eine regierung einzusetzen, die zwar genausowenig vom volk gewählt wurde wie die vorhergehende, aber wenigstens pro-westlich zu agieren scheint,
während das ganze land von militärs aus der ganzen welt besetzt bleibt – das hat überhaupt nichts mehr mit der ursprünglichen wächterrolle zu tun. das ist imperialismus.
das hat auch nichts mehr mit friedenspolitik zu tun.
wegweisend wäre hier eine deutliche entscheidung gegen eine beteiligung an diesem konflikt gewesen. wie anmaßend ist es doch, mit panzern nach kabul zu fahren und zu glauben, man könne so alles zum (aus unserer sicht) besseren verändern.
jetzt mag man da vielleicht nicht mehr so einfach aussteigen können, dennoch halte ich es für klug, sich so schnell wie möglich zurückzuziehen, um den menschen in afghanistan die möglichkeit zu geben, sich selbst zu entwickeln.

“…gewalt aus religiösen motiven für tote zivilisten sorgt…” – ich glaube nicht, dass gewalt überhaupt religiöse motive haben kann. es gibt nur immer wieder menschen, die ihre niedrigeren beweggründe als religiöse motive verkaufen.

es wäre ein “gewaltiger” beitrag zum so genannten ”
weltfrieden”, wenn die nationen dieser erde endlich damit beginnen würden, erst vor der eigenen türe zu kehren.
ich kann diesen missionierungsstreifzügen absolut gar nichts abgewinnen…

18 11 2008
plasmaoxyd (22:28:09) :

Hehe, kein Problem :)
Deinen Blog habe ich auch schon länger nicht mehr gesichtet, der ist doch inzwischen auch schon ein paar mal umgezogen, oder? ^^
Würde ja gerne bei dir kommentieren, aber ich lasse mich von Microsoft nicht zwingen mich dazu bei denen registrieren zu müssen … :/

“während das ganze land von militärs aus der ganzen welt besetzt bleibt – das hat überhaupt nichts mehr mit der ursprünglichen wächterrolle zu tun. das ist imperialismus.”
Da stimme ich dir vollkommen zu. Ohne den Kontext gesehen ist das Imperialismus. Nur hat dieser Imperialismus Zustände in diesem Land geschaffen, die bewirken, dass man die Probleme in diesem Land nicht mehr mit einem Abzug löst. Leute wie Bush haben Soldaten aus Idealismus in dieses Land geschickt. Schröder aus Solidarität, und jetzt plädieren die Verteidungsminister für die Verlängerung des
Mandats sicher nicht aus Idealismus, sondern aus ihrem politischen Verständnis heraus. Unsere Regierung besteht nicht aus Anti-Terror-Cowboys, sondern aus vernünftigen Menschen.

“ich glaube nicht, dass gewalt überhaupt religiöse motive haben kann. es gibt nur immer wieder menschen, die ihre niedrigeren beweggründe als religiöse motive verkaufen.”
Der hätte von mir sein können ;P *grins*

Gib deinen Senf dazu

Du kannst diese Tags benutzen : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>