Musikgeschmack

19 02 2007

Mein Bein ist soeben eingeschlafen. Pff, na und? Soll es doch abfallen!
Dadadadada … !! Schnelle Double-Bass, Gröhlen und Schreien, kreischende Gitarren, sägende Bässe, ein Schlag ins Gesicht. I will kill youuuu! Ich liebe diese Musik. Agressionsabbau auf kognitiver Ebene. Der Metal ballert mit vielen Dezibel auf das Trommelfell und entspannt die Sinne. Erzählt mir da bloß keiner, diese Musik würde sich schlecht anhören. Das ist eben keine Tonierung, die auch der netten Grundschullehrerin gefällt, die schon seit 30 Jahren wöchentlich “Über den Wolken” und “Le coq est mort” mit ihren Viertklässlern singt, und dabei beschwingt und sorglos ihren Steinway-Flügel malträtiert.
Diese Musik ist erwachsen und ich meine das ernst. Diese Musik erzählt das Leben, weil das Leben nämlich kein RTL-Werbespot mit freundlichen und sanft streichelnd schwingenden Stimmen ist, sondern bittere Realität, die sich oft so anfühlt wie eine
Schlag mit einem Nagelbrett, mitten ins Gesicht. Aber nicht mit den kleinen Nägeln drauf – mit den großen Hauern. Das Leben ist auch nicht dicht behangen mit Goldketten und coolem Sprechgesang. Es ist kein dummes Rumgejaule, dass sich anhört wie diese Selbstprofilirerei der Konservendosensängerinnen mit zuviel Schminke in der Visage und dummem Grinsen vom einen bis zum anderen Ohr, damit auch schön viele Idioten beim Telefonvoting anrufen.
Zuviele versuchen sich die schönen Eigenschaften von harter Rockmusik zu eigen zu machen und verwandeln es in meinen Ohren zu pubertierendem Boygroupgesülze. Den Namen der Band nenne ich nicht, er ist schon viel zu oft genannt worden.

Es ist eine Sache der Perspektive des Betrachters. Wie jeder andere Mensch – ich betone jeder andere Mensch – bin ich im tiefsten Inneren der Überzeugung, den richtigen Blick auf die Welt zu haben und selbst der selbstloseste Nomadenmönch kann mir nicht erzählen, dass er nicht so denkt. Das würde nämlich die
eigene geistige Existenz in Frage stellen. Also lassen wir das Ganze. Aus diesem Grund erhebt jeder seinen eigenen Musikgeschmack zum non plus ultra.
So wie ich es gerade tue – weil ich wütend bin, weil ich im Moment keine verdammte Lust habe feinfühlig zu schreiben und mich an diese sich dauernd wiederholenden Alltagsphänomene und Gewohnheiten von mir und meiner Umwelt zu erinnern.

Um zu relativieren: Wer nie wütend ist, wird mit Hass im Herzen zu Grabe getragen werden.
Die Wut kommt in die Tastatur, angetrieben von Heavy, Power, Nu, Thrash und Death Metal, und da bleibt sie.
Für immer.
Schönen Abend noch.



Das Leben ist ein einziges Update

27 01 2007

Wenn die Sonne tiefsteht, werfen selbst Zwerge weite Schatten.
Quelle unbekannt

Wie wichtig uns der liebe Alltagstrott eigentlich ist, wird uns erst bewusst, wenn der Alltag zusammenbricht. Noch schlimmer wird es dann, wenn einem ins Bewusstsein dringt, dass der verflixte Alltag uns gar nicht braucht. Jeder neue Tag ist anders wie der vorige und doch ist es fast der selbe wie gestern.
Ach und noch was: Irgendwie bereitet nichts mehr Freude, als sich total überzogene Zeitlimits zu setzen und sich dann wie ein Honigkuchen zu freuen, wenn man auf die Uhr schaut und merkt, dass man ja noch einen Haufen Zeit hat.
So geht’s mir zumindest – ich merke es gerade wieder, denn ich habe mal wieder keine Zeit mehr.



Eingefroren

25 01 2007

Unbeweglich tiefgefroren in einer schicksalhaften Bewegung, zerschmettert, zerfallen, auf dem letzten Platz, am Ende des Zahlenstrahls – so muss es sich anfühlen.
In Träumen an Orten gefangen, wo die Liebe sprüht und mit ihren Funken gar noch das trockenste und verdorrteste, hellbraun bis ausdruckslose, für tot empfundene Birkenlaub entzündet, welches die Hoffnung auf das Glück der Befreiung schon damals längst vom herbstlichen Winde fortgeweht glaubte.
Unter der Schneedecke ist Platz für solche Träume, denn dort dringt keine schmerzhafte Klaue der Realität hin.
Doch sind wir es nicht selbst, die darüber entscheiden wie dick uns der Schnee einschneit und wie uns die Träume die Sinne vernebeln?
Befreie dich, bevor dir Salz und Kies in die Augen gestreut wird und der Frühling dich mit dem schmelzenden Schnee fortschwemmt.



Sie da, erklären sie das Leben!

19 12 2006
  • Lichter die vorbeiziehen wie Glühwürmchen und die man nicht einfangen kann und behalten, seien sie doch so nah.
  • Schmerzmittel die gerade dann nicht funktionieren, wenn man damit den Schmerz lindern möchte.
  • Gewissensbisse
  • Liebeserklärung, die im Sand versinken.
  • Regen der trommelnd auf das Hausdach hämmert.
  • Eine einzige Illusion.
  • Eine einziger Versuch, es besser zu machen …

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Nickelback – If Everyone Cared

Amen I, I’m alive

If everyone cared and nobody cried
If everyone loved and nobody lied
If everyone shared and swallowed their pride
We’d see the day when nobody died

Musik mit christlicher Message in den Charts und keiner merkt’s.
Schade eigentlich.



Badman

18 12 2006

Die bösen Männer sind so gefühlskalt und rücksichtslos. Sie lassen sich auf nichts Tieferes sein, ihre wahre Schutzhülle durchdringt niemand. Ist es so?
Liebe Damenwelt, es ist ein Trug sich darauf zu verlassen, die Männer seien die Schweine, sie sind auch Menschen und tragen Herzen in ihrer Brust.

Heute habe ich mir mal wieder gedacht, da hat man sich auf die Liebe gefreut, als kleiner unbedarfter Junge. Dann macht man aber ziemlich schnell die schmerzhafte Erfahrung, dass die genauso böse oder manchmal sogar noch böser Denken, als man sich das vorgestellt hat. Entschuldigung liebe Damen, aber ich muss auch mal subjektiv denken.
Man weiß dann ziemlich schnell wie der Hase läuft, oder man glaubt es zumindest.
Jedes Mal wird man um eine Erfahrung reicher und das Herz wird ein Stück kleiner und härter bis es irgendwann verknöchert und versteinert nur noch in deiner Brust schlägt, um dich am Leben zu halten.

n

“Liebe ist kein Ziel – sie ist nur ein Reisen.”
D. H. Lawrence

Wie recht er damit hat.



Logik des Lebens

25 11 2006

Wenn man darüber nachdenkt, wie gut man sich eigentlich gerade fühlt, und das Nachdenken dauert zu lange, dann geht’s einem gleich wieder ein Stück beschissener.
Logik des Lebens.

Man freut sich unglaublich lange auf ein bestimmtes Event oder eine Zeit die bald kommt. Wenn sie dann da ist, hat man keinen Grund mehr sorglos zu sein. Entweder die Vorfreude war für die Katz’, weil alles Mist ist, oder es gefällt einem so, dass man Angst hat, es gehe zu schnell vorbei.
Logik des Lebens.

Man denkt, die Welt verstanden zu haben, aber im nächstens Moment bricht eine bestimmte Erkenntnis auf einen herein, die alle Gedankengänge, die versuchten eine Erklärung zu bilden, wieder zusammenbrechen lässt.
Logik des Lebens.

“Es gibt nichts, was so verheerend ist, wie ein rationales Anlageverhalten in einer irrationalen Welt.”

John Maynard Keynes

Mein Blog mache ich immer mehr von YouTube abhängig. Keine gute Entwicklung.
Dummerweise sind die dollen Filmchen dort anzufinden.

Heute: Ein Animationsfilmchen (mit tiefgründiger Bedeutung, die ich selbst aber auch noch nicht erschlossen habe :) )


via Lowpolis



Nie passiert …

23 11 2006

Erinnerungen … Was ist das?
Nehmen wir Beziehungen die zu Bruch gehen, Gefühle die verbrennen.
Das Einzige was am Ende übrig bleibt, sind Erinnerungen. Ist es denn dann überhaupt geschehen?
Erinnerungen sind nicht real, sie sind nur in unserem Kopf, sie können passiert sein oder nur Einbildung sein. Bewusst oder unbewusst.
Was bleibt aber von den Geschehnissen aus der Vergangenheit, außer Erinnerungen?
Sind dann nicht auch diese Geschehnisse nur imaginär?
Ist das alles nicht passiert?

Fotos und Filme als Beweise – nein. Das ist nur verlogener Pixelbrei und schelmisches Zelluloid.
Liebesbriefe? Keiner kann beweisen, dass ihr Inhalt wahr ist oder war. Die einen meinten ihre Liebesbeteuerungen ernst, die anderen haben gelogen. Aber wer kann das schon unterscheiden?

Das Jetzt zählt. Die Gegenwart. Alles andere ist Unsinn, die Zukunft als auch die Vergangenheit. Nichts von beidem
existiert, wird existieren oder hat je existiert.
Können wir Menschen überhaupt unterscheiden, ob es passiert sein kann oder nicht?

Ich wiederhole mich so langsam. Es ist zum Verzweifeln.
Gefühle sind das schärfste Schwert mit beidseitiger Klinge.
Entweder Balsam für den Menschen oder Schmerz für die Seele.

Gefühle kann man nicht einfangen. Liebe schon erst recht nicht.

Nichts existiert.



Einbildung und Tiraden gegen die Gesellschaft

16 11 2006
Liebe ist Einbildung – eine sehr schöne Einbildung, die so stark ist, dass wir nicht glauben können, sie sei nur Einbildung.
Vermutung, die sich immer mehr bestätigt

Nicht nur das. Alles geht vor die Hunde. Mensch, das müssen geile Zeiten gewesen sein, in denen man einander geheiratet hat und das dazu noch so lange blieb, bis es soweit war, dass der eine beim anderen Totenwache gehalten hat. Liebe bis zum Tod, wohlgemerkt zwischen zwei Partnern, ist das noch möglich?
Alles geht in den Interessen unter, die jeder für sich selbst beansprucht.

In “Children of Men” können die Menschen im Jahr 2027 keine Kinder mehr kriegen. Vielleicht wird es aber auch so sein, dass man bis dahin nicht mehr
heiraten wird. Lästige Tradition. Scheidungen sind sowieso zu teuer – hätte man das Heiraten gleich bleiben lassen können … Eine halbe Million Menschen jährlich in diesem Lande wissen das!

Der Jugend lebt man es schon falsch vor. Wie soll denn dann die Zukunft aussehen?

Am liebsten würde ich micht auf ein Podest vor die ganze Welt stellen und alle LAUT ANSCHREIEN!
“Was ist hier bloß passiert? Was ist aus der Liebe geworden?”

Keiner wird mir eine Antwort geben.
Ich meine es verdammt ernst. Das hier ist keine Selbstdarstellung, es kotzt mich einfach an.
Doch in unserer Zeit glaubt sowieso keiner mehr was. Viel zu viele Informationen, viel zu viele Reize und Meinungen.

Die Menschheit wird nicht an Bomben sterben, sondern an den Informationen, unzähligen Meinungen und letztendlich an ihrer eigenen Dummheit mit der sie sich selbst ertränkt.

Wenn jemand online mit
Selbstmord drohen würde, dass würde keinen in den Füßen jucken.
Derjenige könnte sich mit seinem Tastaturkabel erhängen und das ganze mit seiner Webcam live übertragen – es würde dann höchstens bei einem Videoupload-Service von 15-jährigen Kiddies sabbernd angeglotzt werden. Und alle anderen würden kräftig mitsabbern.
“Ist doch sowieso nur Fake, oder nicht? Mein Gott, und wenn – der is’ ja schon tot. Im Endeffekt sind wird doch alle nicht so verklemmt …”

Manchmal bekomme ich Anwandlungen diese verdammte Scheissgesellschaft nieder zu fackeln!
Zumindest symbolisch, bloß finde ich jetzt keine passende animierte Grafik dazu …

Alle wollen Rebellen sein und Grenzen niederbrechen – aber sie brechen die falschen nieder!

Ach, was bringts.

I’ll be back.



Leere Blicke und Resignation

17 09 2006

Er saß da und dachte nach. Über sein bisheriges Leben, über seine Mitmenschen, über die Welt und den ganzen Sinn.

“Die Welt interessiert sich doch kein Stück für dich. Das Meiste an Interesse an dir ist nur Einbildung. Was gerade eben noch die Herzen aller Menschen erreicht hat, erreicht einen Moment später nicht einmal mehr ihre Ohren.
Vielleicht kann man es auch für eine einzige große Party halten, doch letztendlich tanzt jeder allein.
Das Leben ist eine Droge. Und wenn man von ihr abhängig ist, dann kann sie mit dir machen was sie will.
Viele haben schon aufgegeben, nach etwas Höherem zu streben und haben sich ihrer Sucht hingegeben …”

Beim Formen dieser Wörter in seinem Kopf, fühlte er sich so stark an sich erinnert, dass er ab diesem Tag kein Wort mehr sprach und sich wünschte, er wäre ein unwissendes, naives Kind geblieben, dass einfach nur seinen Lebensweg entlang schlenderte.

Dabei
hätte er noch so viel zu sagen gehabt …



Frauenzeitschriften

12 07 2006

Wenn andere ihr Glück gefunden haben, will ich nicht zu denen gehören, die auf dessen Kosten ihren Selbstdarstellungs- und Profilierungsdrang ausleben.
Unzählige dämliche Kommentare von allen Seiten – wenn man diese Ernst nehmen würde, wäre man seines Lebens nicht mehr froh.
Am besten ist das in der Boulevardpresse zu beobachten. Die einzigsten Zeitungen, die hier noch freundlich und guten Willens sind, das sind die Frauenzeitschriften. Sie hacken nicht der Auflage wegen auf anderen herum, sondern bleiben einfach freundlich, wie immer.
Jetzt heißt es: Heul’ doch nicht gleich wegen so ein paar kleiner Sticheleien los. Tu’ ich auch nicht, aber trotzdem nerven sie mich, vorallem weil ich die Intention dahinter zwar vermute, aber nicht verstehe …

Liedtipp: The Used – Let It Bleed