Zerbrochen und gesunken, in dunkle Sphären

6 02 2007

Was bleibt übrig, als sich an dem zerbrochenen Wrackteil des Rettungsbootes fest zu klammern, wenn der eiskalte Wind an der Haut und den Kleider reisst, hier auf dem offenen Meer. So dunkel ist es, fast schwarz, das Wasser greift mit schwarzen Krallen nach mir und die schwach schimmernden Sternlein schauen gleichgültig vom Himmel herab, wie Löcher in schwarzem Papier, und verschwimmen vor meinen Augen, so dass in dieser endlosen Wasserwüste ohne Horizont, mitten im Nichts, mich die Angst ergreift und das lauteste Schreien sich so leise anhört, wie ein heimliches Flüstern. Ich habe Angst, und ich glaube, für mich wird die Sonne nie mehr aufgehen, um mich mit ihren warmen Strahlen an der Nase kitzeln, wie sie es die Tage zuvor am frühen Morgen auf der Reeling getan hat. Mir wird schlecht und ich beginne meine Finger und Füße nicht mehr zu fühlen.
Jeder rauschende, klirrend kalte Schwall Wasser, der sich über meinen Körper ergießt, ist wie
das Schreien der Freunde, die in den letzten Stunden in diesem schwarzen Etwas versunken sind, weil ich sie doch nicht festhalten konnte. Sie waren schon so bleich und hatten aufgehört zu atmen. Dann haben die dunklen Kreaturen, die schon wieder nach mir greifen, sie zu sich nach unten gezogen. Ich will aber nicht in die Tiefe gerissen werden, denn das einzige was mich jetzt noch um das Überleben kämpfen lässt, ist die Angst vor dem Ertinken in dieser dunklen Unendlichkeit. Angst! Nicht so!
Nicht einmal der Mond scheint heute Nacht.


Ich würde gerne ...

Infos

Gib deinen Senf dazu

Du kannst diese Tags benutzen : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>